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Facebook in der Abwärtsspirale: Telefonanrufe und SMS getrackt, FTC ermittelt wegen Datenaffäre

Gibt es bald eine Bezahl-Version von Facebook?
Gibt es bald eine Bezahl-Version von Facebook?

Die Schlinge zieht sich zu. Zu Wochenbeginn sieht sich Facebook mit einer neuen Flut nach Negativnachrichten konfrontiert, die die angeschlagene Aktie zwischenzeitlich weiter in die Tiefe reißt. Zunächst schockte die Nachricht von mehreren Twitter-Nutzern, dass der Social Media-Gigant auf einigen Android-Smartphones die Anrufprotokolle und SMS gesammelt habe, dann folgte die bereits erwartete Ankündigung, einer Ermittlung durch die Verbraucherschutzbehörde FTC.

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Neue Woche, altes Leid: Facebook versinkt immer tiefer in den Sumpf der Datenaffäre. Nachdem Konzernchef Zuckerberg in den vergangenen Tagen mit einer Charmeoffensive in neuen und alten Medien versucht hatte, die Kommunikationshoheit zurückzugewinnen, ist wenig später schon wieder klar, dass die Botschaft an der Wall Street nicht ankam.

Zu Beginn der neuen Börsenwoche setzt sich der Ausverkauf an der Wall Street ungebremst fort. In der Spitze bis auf 149 Dollar wurden die Aktien an der Technologiebörse Nasdaq durchgereicht, ehe Schnäppchenjäger zuschlugen, die Verluste eingrenzten und die Anteilsscheine zum Handelsschluss sogar ins positive Terrain beförderten.

FTC hat Ermittlungen aufgenommen

Auslöser für den neuen Kursrutsch war die Bestätigung, dass  die amerikanische Verbraucherschutzbehörde FTC Ermittlungen gestartet hat. „Die FTC nimmt jüngste Presseberichte sehr ernst, die grundsätzliche Bedenken mit dem Umgang von privaten Daten bei Facebook aufwerfen. Heute bestätigt die FTC, dass es eine offene, nichtöffentliche Untersuchung zu diesen Praktiken eingeleitet hat“, teilte die Verbraucherschutzbehörde mit.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Bloomberg auf die Möglichkeit einer FTC-Ermittlung hingewiesen, bei der Facebook exorbitante Strafen drohen.  Sieht es die FTC als erwiesen an, dass Facebook dabei gegen Datenschutzrichtlinien verstoßen hat, könnte die US-Behörde Facebook theoretisch zu einer Strafe von zwei Billionen Dollar verdonnern. Die Rechnung geht so: Im Falle des Verstoßes gegen das Datenschutzabkommen werden bis zu 40.000 Dollar pro Nutzer fällig.

Telefon- und SMS-Protokolle schockieren Datenschützer
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Bewertet die FTC eine Zuwiderhandlung bei den genannten 50 Millionen Profilen, die Cambridge Analytica ohne Nutzerzustimmung ausgelesen und für seine Zwecke genutzt hat, wären es rein rechnerisch 2 Billionen Dollar. Allerdings gelte die Maximalstrafe als unwahrscheinlich, erklärte ein früherer FTC-Mitarbeiter gegenüber der Washington Post.

Für neue Aufregung sorgten unterdessen Nutzer, die auf Twitter berichteten, dass Facebook ihre Telefonanrufe und SMS gesammelt hätten.

Ans Licht kamen die Log-Dateien durch den Download aller gesammelten Daten beim Social Network. Aufgetreten war der Fall bei Android-Smartphones. iPhone-Nutzer seien nicht betroffen. Facebook rechtfertigte sich erneut in einem Blog-Post, Nutzer hätten der Datensammelei selbst aktiv zugestimmt.

Damit macht es sich das Social Network jedoch einmal mehr zu einfach, weil längst der Eindruck entstanden ist, dass Nutzer durch den Wust an Privatsphäre-Einstellungen längst nicht mehr durchblicken.

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