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Angriff durch Bot-Attacken: Deutsche Welle kämpft in Russland mit Dislike-Welle bei YouTube

Youtube-Videos von DW wurden wohl von Bots angegriffen: Darunter auch ein Interview mit Putin-Kritker Alexej Nawalny.
Youtube-Videos von DW wurden wohl von Bots angegriffen: Darunter auch ein Interview mit Putin-Kritker Alexej Nawalny.

Die Deutsche Welle (DW) berichtet in Russland über die im März anstehende Präsidentschaftswahl. Die Folge: Die entsprechenden YouTube-Videos des Senders ziehen dabei in Windeseile massenhaften negativen Bewertungen auf sich. Die Verantwortlichen vermuten nun, dass sie ein Opfer von gesteuerten Bot-Attacken sind.

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Dabei sind nicht alle Videos betroffen. Es geht vor allem um die Filme, die sich kritisch mit der aktuellen Regierung von Russland auseinandersetzen. Ein Satire-Video über die Präsidentschaftswahl steht bei über 75.000 Dislikes, ein Interview mit Putin-Kritiker Alexej Nawalny schoss auf über 4.000 negative Bewertungen, eine Nachrichtensendung erhielt 3.000 „Daumen runter“ (Stand 23.02.2018).

Das Phänomen beschreibt der Sender selbst:

Die „Dislikes“ kamen wie ein Schwarm. Nur wenige Stunden war die Folge der im DW-Auftrag produzierten russischsprachigen Satire-Tricksendung „Sapowednik“ (Schutzgebiet) über die bevorstehende Präsidentenwahl in Russland auf YouTube. Quasi über Nacht standen wenigen hundert so genannten „Likes“ (Daumen hoch-Symbol) über 20.000 „Dislikes“ gegenüber. Zwei Tage später verdreifachte sich die Zahl auf über 60.000. Das rund zweieinhalbminütige Video über die erneute Kandidatur des Amtsinhabers Wladimir Putin und dessen chancenlose Konkurrenten schien bei den Zuschauern praktisch über Nacht durchgefallen zu sein.

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Der Grund hierfür sollen Bot-Attacken sein, wie der Auslandssender schreibt. Auffällig ist, dass die zahlreichen Dislikes plötzlich und nicht mit der Zeit kamen. DW-Gastautor Alexander Pluschtschew glaubt sogar daran, dass die Regierung mit ihrer Organisation „Trollfabrik“, die seit Jahren im Internet Manipulation betreibt und kritische Stimmen abwertet, hinter dieser Aktion stecke. Laut einer Analyse stammen die meisten Dislikes aus südamerikanischen und asiatischen Ländern.

DW bittet nun Youtube um Mithilfe, um herauszufinden, ob für die schlechten Bewertungen tatsächlich Bots verantwortlich sind. Auch ist unklar, ob sich die Bewertungen auf den Kanal negativ auswirken. Aktuell werden die Fälle geprüft, das antwortete das US-Unternehmen der DW.

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