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„Zukunftsfestes Vertriebssystem“: Allianz um Springer, Burda & Co. einigt sich mit Grosso-Verband

Will den Verlag des 21. Jahrhunderts auf einem neuen Fundament bauen: Burda-Vorstand Philipp Welte
Will den Verlag des 21. Jahrhunderts auf einem neuen Fundament bauen: Burda-Vorstand Philipp Welte

Nach schwierigen Verhandlungen steht die Vereinbarung über neue Handelsspannen im Pressevertrieb. Sie tritt am 1. März in Kraft. Darauf haben sich die Verlags-Allianz um Springer, Burda, Gruner + Jahr & Co. und der Bundesverband Presse-Grosso verständigt. Axel Springer hat zugleich eine Sondervereinbarung für die Zeitungen Bild und Welt geschlossen. Ob es zu einer Strukturreform mit deutlich weniger Grosso-Betrieben kommt, ist bislang nicht bekannt.

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Mehr als ein halbes Jahr haben Axel Springer, Burda, die Funke Mediengruppe, Bauer Media, Gruner + Jahr, Klambt und der Spiegel-Verlag intensiv mit dem Bundesverband Presse-Grosso über neue Handelsspannen im Vertrieb gerungen. Jetzt steht die neue Vereinbarung, die ab März für fünf Jahre gültig ist. Zugleich hat der Berliner Medienkonzern Axel Springer mit dem Presse-Grosso ebenfalls eine Vereinbarung über den Vertrieb von Bild und Welt geschlossen. Sie gilt ebenfalls ab März 2018, allerdings nur für die Dauer von drei Jahren.

Burda-Vorstand Philipp Welte betont, dass es mit dem Grosso gelungen sei, die Voraussetzungen für ein „zukunftsfestes Vertriebssystem“ zu schaffen, das auch Belastungen standhalte und damit den unverzichtbaren freien Zugang zu Printmedien sichere. Zudem habe man Rahmenbedingungen geschaffen, damit der Systembeitrag einzelner Zeitschriftentitel und ihre jeweils verursachten Kosten gerechter verteilt werden können. Ziel der Verlagsallianz war es, das „vermutlich beste Pressevertriebssystem der Welt bereit zu machen für die völlig veränderten Märkte des 21. Jahrhunderts“, erinnert der Burda-Manager und fügt dabei hinzu. „Wir wollten sicherstellen, dass die Menschen in Deutschland auch in Zukunft überall den freien Zugang zu unseren journalistischen Produkten haben, weil wir darin unseren essenziellen Beitrag zum gesunden Pluralismus unserer Republik sehen.“

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Offen ist allerdings, welche konkreten strukturellen Veränderungen auf die Grossisten zukommen. Denn die Verlags-Allianz hatte zunächst verlangt, das tradierte Grosso-System zu kippen. Dabei war in der Vergangenheit auch immer wieder die Rede davon, die Zahl der Grossisten auf 15 Betriebe zu reduzieren. Die Verlage erhofften sich, dass durch Fusionen das Grossosystem effizienter und damit für sie kostengünstiger wird. Wortstark hatte Welte daher Mitte 2017 für eine radikale Strukturreform getrommelt. „Im Kern geht es darum – und das ist zugleich der schwierigste Punkt – das System zu konsolidieren. Es benötigt eine deutlich geringere Zahl von schlagkräftigen und resistenten Betrieben, um den Handel deutschlandweit mit Zeitungen und Zeitschriften zu versorgen. Leider ist die Geschwindigkeit des dafür notwendigen Fusionsprozesses bislang einfach zu gering“, erklärte der Manager damals gegenüber MEEDIA. Offiziell nannte der Geschäftsmann aber keine Zahl.

Zunächst stieß die Forderung der Allianz bei den Grossisten auf massive Gegenwehr. Um ihnen Nachdruck zu verleihen, schreckten die Printunternehmen nicht vor öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen zurück. Völlig überraschend blieben sie daher im September der Jahrestagung des Grossoverbands in Baden-Baden fern. Ein Affront, der Wirkung zeigte. Zunächst herrschte Funkstille unter den Parteien. Wenig später nahmen alle Beteiligten aber den Gesprächsfaden wieder auf. In die Hände der Verlage spielt bei einer Strukturreform, dass viele Grossisten vor Nachfolgeproblemen stehen. Viele sind gezwungen, ihre Betriebe mit Konkurrenten zu verschmelzen.

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