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„Alter Schwede, hat sich die Bild blamiert“ – die Twitter-Reaktionen zum Satire-Coup

Die Bild ist offenbar auf eine Satire-Aktion des Magazins Titanic hereingefallen
Die Bild ist offenbar auf eine Satire-Aktion des Magazins Titanic hereingefallen

Nachdem das Satiremagazin Titanic auf seiner Homepage bekannt gegeben hat, der Urheber der angeblichen Schmutzkampagnen-Mails von Juso-Chef Kevin Kühnert zu sein, gibt es von der Netzgemeinde viel Spott und Häme für die Bild-Zeitung. Bei Politikern, Journalisten und Satirikern ist die Rede davon, die Bild habe sich "blamiert". Reaktionen bei Twitter im Überblick.

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„Ich würde gerne mit dir über die Unterstützung der NoGroKo-Kampagne sprechen“, beginnt Juri die Korrespondenz. So steht es in dem Artikel der Bild-Zeitung vom 16. Februar mit dem Titel „Neue Schmutz-Kampagne bei der SPD“. Ein gemeinsamer Bekannter mit dem Kürzel „J.“ habe ihm Kevin Kühnerts Interesse signalisiert. Der angebliche Juso-Chef, heißt es weiter, sei zunächst misstrauisch gewesen und habe nach dem Lieblingsgetränk von „J.“ gefragt. Juri antwortet:“Mio Mio Mate Ginger.“ Kühnert soll sich erleichtert gezeigt haben und fragt dann:“Was kannst du mir anbieten?“

Bereits vorige Woche stand die Bild in der Kritik wegen der Berichterstattung. Denn schnell war klar, dass es sich bei den Mails um Fälschungen handelt, unter anderem weil die angebliche Absenderadresse @jusos.de bei der SPD gar nicht verwendet wird. Bild brachte die Story trotzdem in großer Aufmachung, erst ganz am Ende des Artikels fand sich ein Hinweis, dass es für die Echtheit der Mails keine Belege gibt. Nun gibt es nach der Bekanntgabe des Satiremagazins Titanic weitere Kritik und vor allem Häme. Unter dem Hashtag #miomiogate äußert sich die Netzgemeinde:

Einige erinnerten in ihren Tweets zudem an die Argumente der Bild-Zeitung nach der Kritik und den Nachdreher, den die Redaktion am Montag veröffentlicht hatte, um ihre Recherchen zu verteidigen. Autor Filipp Piatov hatte darin zum angeblichen Mail-Verkehr einen IT-Experten gefragt, der die Daten für die Bild auswertete. Ergebnis des Cyber-Security-Professors:“Die Server-Daten kreisen den Verfasser mit hoher Wahrscheinlichkeit auf jemanden mit Zugang zu Systemen der SPD ein – berechtigt oder unberechtigt.“

Andere Beobachter verweisen wiederum auf Tanit Koch, bis vor Kurzem Chefredakteurin beim Boulevardblatt. Der Satiriker Shahak Shapira bietet der Bild indes Fotos an, die „nach einem Skandal“ riechen.

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Ein Titanic-Redakteur hat unterdessen bei Twitter zwei ihm bereits mehrfach gestellte Fragen beantwortet. Er stellt klar, dass es sich a) um „keinen Fake-Fake“ handle und die Redaktion alles lückenlos beweisen könnte. Und b) habe der „windige Cyber-Professor“ nichts mit dem Satireblatt zu tun. Die Titanic hat in dem Artikel über die Aktion eine Datei mit dem E-Mail-Verkehr bereitgestellt.

Die Bild-Zeitung hat sich bislang nicht zu den jüngsten Entwicklungen geäußert. Ein Statement von Julian Reichelt und Autor Filipp Piatov wird allerdings erwartet. Gemeldet hat sich dagegen Kevin Kühnert, mit einem Gif von Homer Simpson und dem Spruch:“Einfach genießen.“

Das Satiremagazin treibt die Geschichte noch weiter: Juri, der angebliche Informant aus St.Petersburg, hat nun einen eigenen Twitter-Account. Über das Titanic-Profil verkündet die Redaktion, dass ihr Mitarbeiter Juri für Fragen bereitsteht und gerne Auskunft gibt.

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