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Trennung von Print- und Digitalgeschäft: Axel Springer schafft neue Holdings in Berlin und Hamburg

Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner
Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner

Springer-Chef Mathias Döpfner richtet die Verlagsstrukturen des Konzerns neu aus. Geschaffen werden zwei getrennte Sparten für Print und Digital. Die bereits verkündete Neuausrichtung hat nun Folgen: An den Standorten Hamburg und Berlin werden eigene Holdings gegründet. Döpfner will Einzelheiten auf einer Betriebsversammlung am Mittwoch bekannt geben. Unklar ist, ob auch ein Stellenabbau ansteht.

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Der Umbau des größten europäischen Verlagshauses ist beschlossene Sache: Axel Springer wird Print- und Digital-Geschäft auseinanderdividieren und unter jeweils eigene Führung stellen – seit Wochen rätselt die Belegschaft, was das für sie bedeuten wird und hofft auf eine am Mittwoch dieser Woche stattfindende Betriebsversammlung mit CEO Döpfner.

Bis dahin beobachtet sie weitere Entwicklungen, von denen sich einige Folgen bereits zu erkennen geben. Erst vergangene Woche gab Springer bekannt, das Managing Board um Stephanie Caspar zu ergänzen. Die Beförderung ist auch als Signal zu verstehen, das die Bedeutung der Digitalisierung für den Konzern noch einmal unterstreicht. Denn Caspar verantwortet zukünftig das digitale Verlagsgeschäft, das Springer in seiner neuen Tochter Spring bündelt. Die Spring Axel Springer Digital News Media GmbH & Co. KG, wie das Unternehmen vollends heißt, wird am Standort Berlin einen gemeinsamen Betrieb mit der Welt GmbH wie auch der Bild KG gründen, in der überwiegend digitale Kräfte des Boulevardtitels angesiedelt sind.

Auch die Print-Verlagsbereiche der deutschen Medienmarken führt Springer-Chef Döpfner weitestgehend organisatorisch zusammen. Verantwortlich hierfür ist – wie bekannt – übergreifend Christian Nienhaus. Er bildet an den Standorten Berlin, Hamburg sowie den eigenständigen Außenstandorten jeweils gemeinsame Betriebe, zu denen auch die Redaktionsbereiche der Bild-Gruppe gehören. Dem Vernehmen nach will Springer die Neuaufstellung der Verlagsstruktur ihrer Medienmarken sowie die Vermarktungs- und Vertriebsaktivitäten im deutschen Markt mit Wirkung zum 1. Februar 2018 abgeschlossen haben.

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Mit dem Umbau in zwei getrennte Verlagsbereiche für Print und Digital will sich der Konzern „individuell auf die unterschiedlichen Marktanforderungen an Digital- und Printangebote konzentrieren, um so das unterschiedliche Potential von Print und Digital noch besser auszuschöpfen zu können“. Das hatte er in einer Mail an die Mitarbeiter, die MEEDIA vorliegt, noch einmal betont. Die Aufstellung in den Redaktionen werde davon unberührt bleiben.

Die Neuausrichtung wirkt sich auch auf die betriebliche Organisation an den Standorten Berlin und Hamburg aus. „Die Axel Springer SE bildet insoweit am Standort Berlin mit ihren Stabs- und Servicebereichen gemeinsam mit der Axel Springer ideAS Engineering GmbH, der Axel Springer Medien Accounting Service GmbH und der Axel Springer Services & Immobilien GmbH künftig einen weiteren gemeinsamen Betrieb ‚Holding’“, teilte Springer den Mitarbeitern mit. Auch am Standort Hamburg soll künftig ebenfalls ein Gemeinschaftsbetrieb „Holding“ existieren. Daran sind neben der Axel Springer SE die Axel Springer ideAS Engineering GmbH mit ihren Software-Einheitensowie die Axel Springer Services & Immobilien GmbH beteiligt. Der „Holding“-Bereich soll als „verbindende Klammer übergreifend Konzernfunktionen erfüllen und entsprechende Serviceleistungen für sämtliche Unternehmen und Betriebe der Axel-Springer-Gruppe zur Verfügung stellen“, betont eine Verlagssprecherin gegenüber MEEDIA.

Über die Einzelheiten der Neuausrichtung und ihre Auswirkungen für die Mitarbeiter will Döpfner die Belegschaft an diesem Mittwoch informieren. Eine Sprecherin von Springer will hierbei nicht ausschließen, dass es durch die neue Struktur im Verlagsbereich zu einem Personalabbau kommt. „Wie Sie wissen, haben wir immer gesagt, dass dieser ‚Umbau‘ der Verlagsbereiche nicht vorrangig das Ziel verfolgt, Kosten zu sparen oder Personal abzubauen. Aber allein schon durch den Wegfall von Doppelstrukturen wird es natürlich Einsparungen geben. Weitere Angaben hierzu kann ich heute nicht machen“, heißt es auf Nachfrage von MEEDIA. Der Konzernbetriebsrat befürchtet, dass mittelfristig rund 100 Stellen zum Opfer fallen könnten.

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Alle Kommentare

  1. Wenn man in Bus und Bahn den Leuten aufs Smartphone schaut, scheint alle Welt nur noch auf Twitter, BBC News und natürlich Twitter/Snapchat unterwegs zu sein.
    Rudi Dutschke schaut von oben lachend zu, wie das Internet Springer langsam aber sicher dahinrafft.

  2. Bin kein Finanzexperte, mein Bauchgefühl sagt mir jedoch, dass die Trennung von Print (Verlust-> sozialisiert) und Digital (Gewinn-> privatisiert) letztendlich auf dem Rücken der Steuerzahler geschehen wird.

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