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Vergewaltigung und Mobbing von Schauspielerinnen: Zeit dokumentiert neue Vorwürfe gegen Dieter Wedel

Mit dem aktuellen Beitrag „Der Schattenmann“ legt die Zeit in ihrer Berichterstattung über Vorwürfe sexueller Übergriffe durch den Regisseur nach und veröffentlicht neue Anschuldigungen
Mit dem aktuellen Beitrag "Der Schattenmann" legt die Zeit in ihrer Berichterstattung über Vorwürfe sexueller Übergriffe durch den Regisseur nach und veröffentlicht neue Anschuldigungen

Die Zeit legt nach: Anfang Januar hatte das Zeit Magazin von drei Schauspielerinnen berichtet, die dem Regisseur sexuelle Belästigung vorwarfen. In einer Eidesstattlichen Erklärung widersprach der 75-Jährige. Nun erheben in der morgigen Ausgabe der Wochenzeitung vier weiter Frauen neue, schwere Vorwürfe. Diese sollen von Schikane, Gewalt und sexueller Nötigung bis hin zur Vergewaltigung reichen.

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Namentlich nennt die Zeit zwei Schauspielerinnen. So zitieren die Hamburger die Schweizer Schauspielerin Esther Gemsch, die der Regisseur 1980 in seinem Hotelzimmer angegriffen und versucht haben soll, sie zu vergewaltigen. „Er setzte sich rittlings auf mich, packte meinen Kopf bei den Haaren und schlug ihn immer wieder aufs Bett, einmal auch an die Wand und dann einmal auf die Bettkante“. Dabei soll ihr Halswirbel so hart auf die Bettkante geprallt sein, dass sie sich nicht mehr habe bewegen können.

Wegen der Verletzung, so die Darstellung der Zeit, konnte die Schauspielerin ihre Rolle nicht mehr spielen. Sie wurde durch Ute Christensen ersetzt, die damals im zweiten Monat schwanger gewesen sei. Die renommierte und aus zahlreichen TV-Produktionen bekannte Darstellerin beschreibt, wie sie während des Drehs von Wedel gemobbt und gedemütigt worden sei, nachdem sie eine Einladung in das Hotelzimmer des heute 75-Jährigen abgelehnt hätte. In der Folge sei sie mit einem Nervenzusammenbruch und Unterleibsblutungen ins Krankenhaus eingeliefert worden, wo sie ihr ungeborenes Kind verloren habe.

Eine weitere Schauspielerin berichtete der Wochenzeitung anonym, Wedel habe sie 1975 mit seinem Auto in ein Waldstück gefahren und dort vergewaltigt. Die mittlerweile 74-Jährige habe vergeblich versucht, ihn abzuwehren. Die nun bekannt gewordenen Fälle liegen 43 bzw. 37 und 38 Jahre zurück und sind damit nach deutschem Strafrecht verjährt.

In ihrer Vorabberichterstattung weist die Zeit daraufhin, dass sich zahlreiche Anschuldigungen durch Dokumente aus Archiven belegen lassen. Zudem würden Aussagen von Zeugen am Filmset, von Freunden und Angehörigen der Frauen ihre Angaben stützen. Sowohl Esther Gemsch als auch Ute Christensen haben gegenüber der Zeit eidesstattliche Versicherungen abgegeben.

Auch angesichts der neuen, schweren Vorwürfe gegen den Regisseur gilt im Fall Dieter Wedel bis zur Klärung der Sachverhalte die Unschuldsvermutung. Eine Aufarbeitung des tatsächlich Geschehenen wird aufgrund der lange zurückliegenden Ereignisse kompliziert. Für die unmittelbaren Tatvorwürfe gibt es zudem außer den Frauen, die den Regisseur beschuldigen, keine weiteren Zeugen. Allerdings ist auffällig, dass es inzwischen eine ganze Reihe von Schauspielerinnen gibt, die unabhängig voneinander an Eidesstatt aussagen.

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Wedel selbst wollte sich mit Verweis auf seinen Gesundheitszustand nicht zu den Anschuldigungen äußern. Seit dem Wochenende liegt der Regisseur nach einem Bericht der Bild-Zeitung wegen Herzproblemen in einem Hamburger Krankenhaus. Allerdings gab er von dort bereits eine Erklärung in eigener Sache ab, in der seinerseits er den Medien schwere Vorwürfe machte. Darin heißt es:

Ich höre von Menschen, denen fünfstellige Beträge für Aussagen gegen mich angeboten wurden. Sie haben den Eindruck, dass mit enormem Aufwand Recherchen durchgeführt werden, deren Ergebnis aber von vornherein feststeht, denn als sie sich positiv über mich geäußert haben, wurden sie nicht zitiert. Andere vermeintliche Zeuginnen haben in den letzten Tagen versucht, mich zu erpressen. Wenn ich ihnen nicht eine noch höhere Summe anböte als Verlage oder Zeitungen, von denen sie angesprochen wurden, würden sie mich sofort – unabhängig vom Wahrheitsgehalt – belasten. Wieder andere berichten mir, wie ihnen von den recherchierenden Journalisten Sätze in den Mund gelegt wurden, die sie so nicht erklärt und gemeint haben.

Welche Medien mit fünfstelligen Beträgen versuchen sollen Informationen zu Kaufen und welche Schauspielerinnen ihn genau erpressen wollten, verschweigt er jedoch. Auf eine entsprechende MEEDIA-Anfrage antwortete der Anwalt von Dieter Wedel bislang nicht.

Das Statement des Regisseurs endet mit der Ankündigung, dass er sich nicht weiter in der Sache einlassen will: “Der Umfang, die Art und Weise der Darstellung, die Anfeindungen haben für mich in meinem 76sten Lebensjahr ein für meine Gesundheit und natürlich auch für meine Familie erträgliches Maß weit überschritten. Deswegen werde ich mich von jetzt an nicht mehr öffentlich äußern.”

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Alle Kommentare

  1. Vom SPD-Zentralorgan wurde ja auch schon die ‚Nein heißt Nein‘-Kampagne losgetreten und mit allen stereotypen Gina-Lisa-Manuela-Tricks am laufen gehalten.
    Und wie es die Genoss_*(I)nnen tatsächlich mit dieser Parole halten, haben sie ja u.v.a. mit ihren Kopalierungsaussagen wissen lassen.

  2. Ach je, die Zeit- Möchtegern-Journalsten.
    Immer ein Garant für intensiven Investigationsgeblubber, dem die Nützlichkeit und Relevanz fehlt.
    Bleibt einfach bei euren Selbsterfahrungs-Beiträgen zum Beischlaf mit einem Zugeflüchteten oder einem Transvestiten. Der typische Zeit-Leser dankt es.

  3. Man muss mit diesem Unsinn – „haben gegenüber der Zeit eidesstattliche Versicherungen abgegeben“ – mal aufräumen: Die Zeit ist keine Behörde. Die EV gegenüber einer Zeitung ist völlig bedeutungslos

    1. Es wird nicht mehr lange dauern, bis die Untersuchung der hehren Helden des Films wieder mal in die allgemeine These hinübergelenkt wird, Männer seien eben alle Schweine. Zuletzt wurde so die Aufklärung der Machenschaften der Hollywood-Helden abgeschnitten. Kostete die Studios ohnehin schon zuviel Geld, dass die Spitze des Eisbergs mal sichtbar gemacht wurde.

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