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Ende einer Ära bei Radio NRW: WDR steigt beim größten Lokalradioverbund Deutschlands aus

Radio NRW-Geschäftsführer Sven Thölen
Radio NRW-Geschäftsführer Sven Thölen

Auf dem Radiomarkt in Nordrhein-Westfalen kommt Bewegung. Der WDR hat sich als Gesellschafter beim Lokalsenderverbund Radio NRW zurückgezogen. Nach Informationen von MEEDIA wird offenbar derzeit geprüft, dass die Gesellschaft die Anteile des WDR selbst übernimmt. Damit würden sich an der Höhe der Beteiligungen der Pressefunk NRW GmbH, hinter der Funke, Axel Springer sowie DuMont stehen, sowie RTL Radio Deutschland nichts ändern.

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Die Radiolandschaft in Nordrhein-Westfalen ist von einer eigentümlichen Struktur geprägt. Seit Jahren ist der öffentlich-rechtliche Westdeutsche Rundfunk (WDR) mit knapp 25 Prozent zugleich auch am größten privaten Konkurrenten, Radio NRW, beteiligt. Jetzt ist damit Schluss. Die ARD-Anstalt ist als Gesellschafter bei dem Lokalsenderverbund ausgestiegen. Dies bestätigt eine WDR-Sprecherin gegenüber MEEDIA und ergänzt: „Für uns ist der Ausstieg ein konsequenter Schritt im Sinne einer klaren Trennung zwischen kommerziellen Anbietern und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Wir sehen darin eine Stärkung des dualen Rundfunksystems.“

Wer die Anteile übernommen hat, dazu schweigt sich Radio NRW-Geschäftsführer Sven Thölen gegenüber MEEDIA aus. Es müssten noch einige Formalien geklärt werden, heißt es. Thölen betont aber, dass sich an der Gesellschafterkonstruktion des Unternehmens nichts ändere. Sprich: Die beiden bisherigen Anteilseigner bleiben weiter an Bord. An Radio NRW sind die Pressefunk NRW mit 59 Prozent und RTL Radio Deutschland mit 16,1 Prozent beteiligt. Hinter der Pressefunk NRW stehen wiederum namhafte Verlagshäuser. Dazu zählen die Funke Mediengruppe, die Berliner Axel Springer SE, die DuMont Mediengruppe sowie die Rheinische Post Mediengruppe.

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Wie Meedia aus Branchenkreisen erfuhr, werden aber diverse Optionen geprüft. Eine Option ist es, dass Radio NRW die WDR-Anteile selbst übernimmt. Damit würde sich an der Höhe der Beteiligungen der Verlegergruppe sowie von RTL Radio Deutschland an dem Radiounternehmen in Oberhausen wohl nichts ändern. RTL Radio Deutschland will sich hierzu nicht äußern. Von der Pressefunk NRW war kurzfristig keine Stellungnahme zu erhalten. Radio NRW umfasst 45 Lokalsender. Das Unternehmen gehört im Audiogeschäft bundesweit zu einem der reichweitenstärksten Anbieter Deutschlands.

Der Rückzug des WDR aus der Radiogruppe kommt nicht überraschend. Fristgerecht hatte die ARD-Anstalt ihre bisherige Gesellschafterstellung an dem Unternehmen bereits Ende 2016 gekündigt, um ein Jahr später auszusteigen. Der WDR war auf Drängen der Politik Gesellschafter bei Radio NRW geworden. Der Grund: Die frühere Landesregierung unter Johannes Rau (SPD) hatte befürchtet, dass der private Radioverbund nicht die notwendige Programmqualität liefert. Anfangs hielt der WDR noch 30 Prozent an der 1990 gegründeten Radiofirma. Doch die öffentlich-rechtliche Anstalt bekam Ärger mit dem Kartellamt. Sie musste im August 1992 ihre Beteiligung aus wettbewerbsrechtlichen Gründen verringern.

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