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Unruhe bei den Lübecker Nachrichten: Geschäftsführung prüft Umzug von Redaktion und Verlag

Noch sitzen die Lübecker Nachrichten am Rand der Hansestadt, nahe dem Citi-Park
Noch sitzen die Lübecker Nachrichten am Rand der Hansestadt, nahe dem Citi-Park

Die Lübecker Nachrichten erwägen, den bisherigen Firmenstandort zu verlagern. Die Geschäftsführung prüft einen Umzug der Hauptredaktion und des Verlags innerhalb von Lübeck. Ob sich die Firmenleitung im Zuge der Maßnahme von dem im Besitz des Unternehmens befindlichen Bürogebäude trennt, ist noch offen. Gleichzeitig wiegelt der Verlag Befürchtungen der Belegschaft ab, dass mit der Maßnahme ein Stellenabbau verbunden ist.

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Die Lübecker Nachrichten (LN) sind eine publizistische Institution in Lübeck. Täglich produziert hier die Hauptredaktion die Regionalzeitung in der ersten und zweiten Etagen des angestammten Verlagsgebäudes am Herrenholz, nahe dem Citi-Park. Damit könnte mittelfristig Schluss sein. Der Grund: Die Geschäftsführung erwägt, das bisherige Verlagsgebäude aufzugeben und näher in die Innenstadt zu rücken. Darüber hat die Firmenleitung die LN-Belegschaft kurzfristig informiert. Die Lübecker Nachrichten gehören zur Madsack Mediengruppe.

Als neuer LN-Standort sind die Media Docks im Gespräch, die auf der Wallhalbinsel am Museumshafen direkt am Traveufer der historischen Altstadt von Lübeck stehen. „Derzeit überplant eine Projektinitiative im Auftrag der Bürgerschaft ein Areal am Altstadtrand, auf dem sich unter anderem die Media Docks befinden. Die LN haben erste Gespräche mit der Initiative aufgenommen, um eine Verlagerung des Firmenstandortes auf das ehemalige Hafengelände zu prüfen“, erklärt ein Madsack-Sprecher auf Anfrage von MEEDIA und ergänzt: „Am Ende dieses Prozesses könnte dann der Umzug von Redaktion und Verlag in ein neues Gebäude stehen.“ Sollte sich die LN-Geschäftsführung hierfür entscheiden, ist allerdings nicht von einer Verlagerung vor 2021 auszugehen. Grund hierfür sei eine längere Planungsphase sowie ein Architekturwettbewerb. In einer MEEDIA vorliegenden Mail an die Mitarbeiter wird die LN-Geschäftsführung bereits konkreter. „Teil der Überlegungen ist der Neubau eines Medienhauses und eines Parkhauses auf dem Gelände zwischen den Hafenschuppen und der Marienbrücke.“

In der LN-Belegschaft stößt die Nachricht auf ein geteiltes Echo. Mitarbeiter befürchten, dass der Verlag den Umzug nutzt, um sich von Teilen der Arbeitnehmer zu trennen. Doch ein Madsack-Sprecher wiegelt ab: „Ein Stellenabbau ist damit nicht verbunden“. Die LN beschäftigen rund 400 Mitarbeiter und 1100 Zeitungs-Zusteller. Fraglich ist auch, ob sich das Unternehmen von dem bisherigen Verlagsgebäude am Herrenholz trennt. Denn der Bürokomplex gehört der Madsack-Tochter. Ein Madsack-Sprecher hierzu: „Das Projekt steht allerdings noch ganz am Anfang, deswegen gibt es noch keine konkreten Pläne für das bisherige LN-Gebäude“.

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LN-Chefredakteur Gerald Goetsch ist für eine Verlagerung offenbar Feuer und Flamme: „Für die Redaktion wäre ein Umzug an den Altstadtrand eine großartige Chance“, erklärt er in der Mail an die Belegschaft. „Die LN wären dann wieder mitten in Lübeck, wo sie hingehören. Die Wallhalbinsel und das Gollan-Gelände entwickeln sich zum kulturellen Zentrum der Hansestadt. Es wäre großartig, wenn wir dabei sein können“, so Goetsch. Auch LN-Geschäftsführer Adrian Schimpf spricht sich für einen Neubau aus. „Die Kunden der Lübecker Nachrichten im Leser- und Anzeigenmarkt würden von einem Umzug und der damit gewonnenen Nähe zur Innenstadt auf jeden Fall profitieren. Und für unsere Mitarbeiter in Verlag und Redaktion eröffnet sich die Perspektive auf ein neues, nach modernsten Gesichtspunkten gestaltetes Medienhaus“, erklärt Schimpf in der Mitarbeiter-Mail.

Die Lübecker Nachrichten sind in der Verlagsbranche kein Einzelfall. Auch der Verlag und die Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wollen aus ihrem bisherigen Bürokomplex ausziehen und suchen derzeit einen neuen Standort innerhalb der Main-Metropole. Auch das Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr will seinen langjährigen Sitz am Hamburger Baumwall verlassen und plant derzeit einen Neubau in der Hafencity.

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