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„Magazin mit großem feministischem Wumms“: Medienkritikerin Silke Burmester übernimmt Springers Dame

Silke Burmester hatte lange Springer als „die Druckwerkstatt des Teufels verdammt“. Jetzt übernimmt sie die Dame
Silke Burmester hatte lange Springer als "die Druckwerkstatt des Teufels verdammt". Jetzt übernimmt sie die Dame

Von der taz zu Springer - allerdings mit Pause dazwischen. Silke Burmester übernimmt die Redaktionsleitung der Dame. Die 52-Jährige schrieb viele Jahre (bis Sommer 2016) die Medienkolumne der taz und ging dabei oft nicht gerade zimperlich mit ihrem neuen Arbeitgeber um. Doch die Chance, solch ein “extrem schönes, anspruchsvolles Magazin mit großem feministischem Wumms” zu machen, wollte sie sich offenbar nicht nehmen lassen.

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Im April wird dritte Ausgabe der wiederaufgelegten “illustrierten Modezeitschrift” der 20er- und 30er-Jahre erscheinen. Im März des vergangenen Jahres hatte Springer das Magazin, das zwischen 1912 und 1937 vom Ullstein-Verlag publiziert wurde, zusammen mit dem Kunstsammler und Unternehmer Christian Boros wiederbelebt.

„Mich fasziniert, wie es dem Axel Springer Mediahouse Berlin und Christian Boros gelungen ist, mit der Dame einen anspruchsvollen Klassiker in die heutige Zeit zu übersetzen”, erklärt die neue Macherin via Pressemitteilung. “Dies ist auch mein Anspruch für die dritte Ausgabe: den unverwechselbaren Stil der Dame mit meiner eigenen Interpretation einer modernen, freigeistigen Frau und ihrer Lust an der Selbstbestimmung zu verbinden. Entsprechend habe ich das Motto für meine Arbeit einem Begleitwort zum Werk Irmgard Keuns entliehen: ‚Anstiftung zur Kühnheit‘.“

Nach Meinung von Verlagsgeschäftsführerin Petra Kalb verkörpere Burmester “ein unangepasstes Frauenbild” und entspreche “mit ihrem humorvollen, angriffslustigen und zuweilen bissigen Schreibstil dem Freigeist der Dame”. Dabei soll sich jede Ausgabe in Themengestaltung, Aufmachung und der Autoren-Auswahl von den Vorgänger-Heften unterscheiden.

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Der überraschende Einstieg bei einem Springer-Titel war der ehemaligen taz-Autorin zudem eine Stellungnahme in eigener Sache auf ihrer Homepage Wert. Dort fragt sie sich selbst: “Habe ich nicht stets den Springer-Verlag als die Druckwerkstatt des Teufels verdammt? Habe ich nicht immer innigste Abneigung gegenüber denen formuliert, die sich in seinen Dienst stellen Ja, habe ich.”

Burmester sagt, dass sie sich die Entscheidung alles andere als leicht gemacht habe, doch schon länger habe sie Lust auf das Machen eines Magazins gehabt. Zudem sei die Dame ein “extrem schönes, anspruchsvolles Magazin mit großem feministischem Wumms”. Weiter schreibt sie: “Aber für mich entscheidend ist die Möglichkeit, eine Situation – zumindest temporär – verlassen zu können, die zusehends perspektivlos wird. Und dies durch den Glücksfall, ein in so vielerlei Hinsicht spannendes und einnehmendes Heft wie die Dame zu gestalten”

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