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„Wollten nicht noch für mehr Frust sorgen“: Deutsche Bahn stoppt Sperma-Spot vorzeitig – offiziell wegen Sturmtief Burglind

Spermien und Unwetter passen nicht zusammen, findet die Deutsche Bahn
Spermien und Unwetter passen nicht zusammen, findet die Deutsche Bahn

Da jedes Jahr im Herbst die meisten Kinder geboren werden, ist der 8. Januar der statistisch gesehen fruchtbarste Tag des Jahres. Dies nahm die Marketingabteilung der Deutschen Bahn zum Anlass, einen Werbespot mit Spermien und Eizellen in den Hauptrollen zu produzieren. Doch nur einen Tag später verschwand der Clip plötzlich von allen Social-Media-Kanälen der Bahn. Der Grund soll das Wetter sein.

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„An alle in Fernbeziehungen, Nahbeziehungen, Ab-und-zu-Beziehungen: Macht euch bereit und kommt mal wieder zusammen“, ist die Botschaft des Spots, den die Deutsche Bahn (DB) am 2. Januar veröffentlichte, und der stark an den Woody-Allen-Klassiker „Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten“ erinnert.

Zu sehen ist, wie das Team Spermien und das Team Eizellen vor dem großen Tag – dem 8. Januar – wie eine Fußballmannschaft vor dem großen Finale eingeschworen werden. Dabei fallen Sätze wie: „Wir haben so lange auf diesen Tag gewartet. Wir sind Spermien. Wir werden Geschichte schreiben – oder untergehen.“

Doch nur einen Tag nach Launch des Spots ist dieser auch schon wieder aus dem Netz verschwunden – zunächst ohne Begründung. Wurde den Bahn-Oberen der Auftritt dann doch zu heiß? Oder hab es Beschwerden von Kundenseite? Auf Nachfrage des MEEDIA-Autoren Nils Jacobsen erklärte ein DB-Sprecher auf Twitter, man habe sich „kurzfristig aufgrund der aktuellen Wetterlage dazu entschlossen, das Video zu löschen“. Es gebe gerade viele Kunden, die nur mit Beeinträchtigungen reisen können“, heißt es in dem Tweet. Und weiter: „Wir wollten nicht noch für mehr Frust sorgen. Schließlich dauert es heute mitunter etwas, bis unsere Fahrgäste nach Hause kommen.“ Auf die Frage, was die aktuellen Verzögerungen mit dem fruchtbarsten Tag des Jahres, der immerhin erst auf den 8. Januar fällt, zu tun haben, antwortet der Sprecher nicht. Allerdings betont er, dass das Löschen des Spots nichts damit zu tun habe, dass er womöglich nicht gut angekommen sei. Im Gegenteil: Das Video sei durchaus gut angekommen

Via E-Mail erklärte ein Pressesprecher der Deutschen Bahn gegenüber MEEDIA: „Wir haben zu Beginn des Jahres, in der statistisch zeugungsstärksten Zeit, einen kleinen, netten und kostengünstigen Film gelauncht, um allen Kunden bzw. Nutzern unserer Kanäle einen Schmunzler auf die Lippen zu zaubern. Aufgrund des starken Sturms wollten wir uns zuletzt ausschließlich auf die betriebliche relevante Kundenkommunikation konzentrieren.“

Wenn dies tatsächlich der Fall ist, dürfte es eigentlich kein Problem sein, den Clip erneut zu veröffentlichen, wenn sich die Wetterlage beruhigt hat. Sollte man meinen, doch: „Ob und wann der Film zurückkehrt, ist derzeit noch offen“, so der DB-Sprecher. Trotz wortreicher Statements kann die Bahn den Verdacht nicht ausräumen, dass bei der Löschung der Videos andere Gründe maßgeblich waren. Fakt ist: Von dem angeblich so launigen Kuppel-Spot lässt sich auf den offiziellen Bahn-Accounts keine Spur mehr entdecken. Eine gut orchestrierte Viral-Kampagne sieht sicher anders aus. Wer der Bahn diese Erklärung abnimmt, dürfte auch an den Klapperstorch glauben…

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