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„Facebook hat eine Menge Arbeit vor sich“: Mark Zuckerbergs Herausforderung für 2018 besteht darin, das Social Network zu reparieren

Facebook geht neue Wege: Beiträge von Freunden und Familie werden in Zukunft priorisiert
Facebook geht neue Wege: Beiträge von Freunden und Familie werden in Zukunft priorisiert

Jahr für Jahr nimmt sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg eine Herausforderung vor, durch die er persönlich wachsen will. Mal bestand der Vorsatz darin, jeden Tag einen neuen Menschen außerhalb von Facebook kennen zu lernen, jeden Bundesstaat der USA zu bereisen oder Mandarin zu lernen. Nach einem Jahr der Dauerkritik fällt Mark Zuckerbergs Herausforderung für 2018 universeller aus: Er will sein Social Network wieder auf Vordermann bringen.

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Kurz vor dem 14-jährigen Bestehen ist Facebook nach einem Jahr zum Vergessen mit voller Wucht in seinen Flegeljahren angekommen. Trotz seines anhaltenden Nutzerwachstums und enormer Profitabilität scheint das weltgrößte Social Network plötzlich so out wie nie.

2017 wurde für den fünftwertvollsten Konzern der Welt zum veritablen annus horribilis: In den vergangenen zwölf Monaten hat Konzernchef Mark Zuckerberg für Facebooks Rolle bei der US-Wahl, der Verbreitung von Fake News und der möglichen Spaltung der Gesellschaft immer wieder kräftigen Gegenwind bekommen – zuletzt sogar mehrfach von eigenen Mitarbeitern.

Letztjährige Herausforderung ging nach hinten los

Zuckerberg selbst hat beim Krisenmanagement alles andere als ein glückliches Händchen bewiesen. Trotz aller PR-Anstrengungen wirkt der 33-Jährige wieder wie der empathielose Nerd aus dem Kassenschlager „The Social Network“. Daran änderte auch Zuckerbergs letztjährige Jahresherausforderung, die gesamte USA zu bereisen, nichts.

Statt als mitfühlender und interessierter Facebook-Chef wahrgenommen zu werden, der wissen will, wie sein Social Network in den letzten Staaten seines Heimatlandes verstanden und aufgenommen wird, wirkte Zuckerberg auf seinen inszenierten Tour-Fotos wie ein glatter Polit-Kandidat im vorgezogenen Wahlkampfmodus.

2018 ist wie 2009: ein ernstes Jahr für Facebook
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Entsprechend versucht der Facebook-Chef in seiner diesjährigen Herausforderung gegen das Image-Tief anzukämpfen. Statt eines launigen Vorsatzes formulierte Zuckerberg voller Demut, was ihn 2018 herausfordere – das Social Network selbst! In einem Post auf Facebook erklärte Zuckerberg sein Vorhaben für 2018, das schlicht darin besteht, Facebook zu reparieren.

Als Begründung erinnert Zuckerberg an das erste Jahr seiner persönlichen Herausforderungen, das tatsächlich für die ganze Welt eine Herausforderung war: 2009, das Jahr der Finanzkrise. „Die Wirtschaft war damals in einer tiefen Rezession und Facebook war noch nicht profitabel. Wir mussten ernsthaft daran arbeiten, dass Facebook ein nachhaltiges Geschäftsmodell hat. Es war ein ernstes Jahr, deswegen trug ich jeden Tag einen Schlips als Erinnerung“, blickt Zuckerberg zurück und ergänzt dann nicht weniger ernst: „Heute fühlt sich wie das erste Jahr an.“

„Facebook hat eine Menge Arbeit vor sich“

„Die Welt ist ängstlich und geteilt,  und Facebook hat eine Menge Arbeit vor sich – sei es, dass unsere Gesellschaft vor Hass und Missbrauch und gegen die Einmischung von Staaten geschützt werden muss oder wir sicherstellen müssen, dass die Zeit, die wir auf Facebook vergingen, gut angelegt ist.“ Deshalb bestehe für Zuckerberg die oberste Herausforderung 2018 darin, „diese wichtigen Probleme zu reparieren.“ In welcher Form sich Zuckerberg seinem Vorsatz von Tag zu Tag stellen will, blieb in seinem Post allerdings vage.

Mark Zuckerberg ist längst zum PR-Profi in Sachen Abbitte geworden. Immer wieder gelobt der Facebook-Chef nach öffentlicher Kritik am Social Network Besserung – sei es, ob es um Kritik an den Sicherheitsbestimmungen oder Privatsphäre-Einstellungen seines Social Networks oder um seinen völlig missratenen VR-Trip nach Puerto Rico im vergangenen Jahr ging, der als „Gipfel der Geschmacklosigkeit“  endete. Ob Zuckerbergs Suche nach universeller Verbesserung des Social Networks mehr als eine PR-Geste war, wird man schließlich am Ende des Jahres in Taten messen können.

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