Partner von:
Anzeige

Ausstieg aus dem UKW-Geschäft: Media Broadcast findet Käufer für 700 Radio-Antennen

Ungewisse Zukunft: Auch UKW-Sendeantennen auf Fernsehtürmen könnten bald keine Signale mehr ausstrahlen
Ungewisse Zukunft: Auch UKW-Sendeantennen auf Fernsehtürmen könnten bald keine Signale mehr ausstrahlen

Media Broadcast verabschiedet sich aus dem UKW-Übertragungsgeschäft. Die Freenet-Tochter hat sich von 700 Radio-Antennen getrennt, darunter Sendemasten auf überregional bekannten Fernsehtürmen. Wer allerdings die Käufer sind, will die Gesellschaft erst Anfang nächsten Jahres preisgeben. Künftig plant Media Broadcast, sich auf digitalterrestrisches Fernsehen und Digitalradio zu konzentrieren.

Anzeige
Anzeige

Ob die Radioantennen auf dem Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz oder auf dem Europaturm in Frankfurt, auch Ginnheimer Spargel genannt – die Kölner Freenet-Tochter Media Broadcast hatte im Rahmen einer Online-Auktion rund 700 Antennen zum Verkauf angeboten. Wie das Unternehmen jetzt mitteilt, wurde für alle Antennen ein Käufer gefunden. Die Namen der Erwerber will die Gesellschaft aber erst im Januar nächsten Jahres preisgeben. Zunächst wolle die Media Broadcast mit den Erwerbern die nächsten Schritte abstimmen, um einen ordnungsgemäßen Übergang im Sendebetrieb sicherzustellen sowie die Übergabe der technischen Anlagen vorzubereiten, heißt es. Diese solle bis Ende März 2018 abgeschlossen sein.

Damit trennt sich das Kölner Unternehmen von seiner gesamten UKW-Übertragungstechnik. „Wir freuen uns, dass wir den geordneten Veräußerungsprozess mit dem Verkauf aller UKW-Antennen abschließen konnten. Das Verfahren wurde wie geplant realisiert. Die Übernahme sämtlicher UKW-Antennen durch neue Unternehmen ist ein voller Erfolg, der die UKW-Verbreitung in Deutschland nachhaltig sichert“, erklärt Wolfgang Breuer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Media Broadcast. Künftig werde sich die Freenet-Tochter auf die Wachstumsfelder digitalterrestrisches Fernsehen (DVB-T2 HD, freenet TV) sowie Digitalradio (DAB+) konzentrieren, heißt es. Zuletzt hatte sich auch der Düsseldorfer Übertragungsdienstleister Uplink Network um den Erwerb von Antennen bemüht. Doch das Unternehmen stieg mitten in der Auktion überraschend aus und forderte Media Broadcast auf, die „Protokolle der eAuktion zur Auswertung den Regulierungsbehörden und weiteren interessierten Stellen auszuhändigen.“ Hinter uplink Network stehen diverse namhafte Gesellschafter, darunter der ehemalige Focus-Chefredakteur Helmut Markwort.

Anzeige

Dass sich Media Broadcast von den UKW-Antennen trennt hat, liegt an den Umwälzungen im Markt. Jahrelang agierte die Gesellschaft hier als Quasi-Monopolist. Bis 2012. Dann ändert sich das Telekommunikationsgesetz. Die Folge: der Markt wird liberalisiert und öffnet sich Wettbewerbern. Dadurch gerät Media Broadcast unter Druck. Die Freenet-Tochter entschließt sich deshalb, strategisch neu auszurichten und sich aus dem UKW-Geschäft zurückzuziehen.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Meedia

Meedia