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Paradise Papers: Kanzlei Appleby geht juristisch gegen Guardian und BBC vor

Enthüllungen aus 13,4 Millionen Dokumenten: die Paradise Papers / Screenshot: Süddeutsche Zeitung / Facebook
Enthüllungen aus 13,4 Millionen Dokumenten: die Paradise Papers / Screenshot: Süddeutsche Zeitung / Facebook

Die Steuerkanzlei Appleby steht im Mittelpunkt der Enthüllungen der so genannten Paradise Papers. Unter Federführung der Süddeutschen Zeitung hatten 97 Verlage aus 67 Ländern unter dem Schlagwort Paradise Papers umfangreich über aggressive Steuervermeidungs-Strategien von Firmen und Prominenten berichtet. Eine Haupt-Grundlage der Berichte waren Daten von Appleby. Die Kanzlei bestreitet das öffentliche Interesse und klagt in England gegen den Guardian und die BBC auf Herausgabe der Dokumente und Schadensersatz.

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Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung erklärte die Kanzlei, sie sei verpflichtet juristische Schritte zu ergreifen wegen der Verantwortung gegenüber ihren Kunden. Die Millionen-Dokumente wurden offenbar aufgrund eines Datenlecks bei Appleby entwendet und den Journalisten der SZ zugespielt, die bereits zuvor die Berichterstattung zu Briefkasten-Firmen (Panama Paers) koordiniert hatte.

Die Süddeutsche Zeitung holte jeweils das internationale Journalisten-Konsortium ICIJ mit ins Boot, um die Flut an Daten aufzubereiten und international zu verwerten. Die Klage der Kanzlei Appleby stelle nun eine Bedrohung dar, schreibt die SZ, da nicht auszuschließen sei, dass sich in den Dokumenten auch hinweise auf die Quelle der Enthüllung finden würden. Aus diesem Grund gebe die SZ solche Dokumente auch nie an Dritte, etwa Staatsanwaltschaften oder die Polizei, weiter . Ein Sprecher des Guardian sagte, die Klage sei „ein Versuch, unseren verantwortlichen und dem öffentlichen Interesse verpflichteten Journalismus zu untergraben“. BBC und Guardian sind bislang die einzigen Medien, gegen die Appleby wegen der Veröffentlichung der Paradise Papers vorgeht.

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