Partner von:
Anzeige

Angriff auf US-Medienmarkt: Axel Springer und Webunternehmer Martin Varsavsky gründen Investmentfonds

Springer-Chef Mathias Döpfner (li.), Jens Müffelmann und Martin Varsavsky
Springer-Chef Mathias Döpfner (li.), Jens Müffelmann und Martin Varsavsky

Er ist einer der bekanntesten Internetunternehmer Spaniens und Gründer von Fon: Martin Varsavsky. Seit 2014 sitzt der Geschäftsmann zudem im Aufsichtsrat von Axel Springer. Jetzt haben das Berliner Medienunternehmen und der gebürtige Argentinier gemeinsam eine Gesellschaft gegründet. Damit verfolgen Springer-Chef Mathias Döpfner und der Vielfach-Firmengründer ehrgeizige Pläne - vor allem auf dem US-Markt.

Anzeige
Anzeige

Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner sucht weiter nach neuen Geschäftsmodellen, um langfristig den Wachstumskurs des Berliner Medienunternehmens abzusichern. Dazu geht er seit Jahren verschiedene Partnerschaften ein. Beispielsweise im September vergangenen Jahres mit der Deutschen Bank. Damals vereinbart Springer mit dem Frankfurter Geldhaus eine Kooperation, um gemeinsam in Technologiefirmen aus der Banken- und Versicherungsbranche zu investieren. Als Vehikel für ihre Zusammenarbeit dient ihnen der Start-Up-Entwickler Axel Springer Plug and Play. Es ist ein Gemeinschaftsunternehmen des Berliner Verlags mit dem Plug and Play Tech Center, einer Start-up-Plattform in Kalifornien. Auch mit Unternehmen aus der Autoindustrie macht der Springer-Chef gemeinsame Sache. Jüngst gründet er mit Porsche Digital einen Start-Up-Accelerator, um in neue Geschäftsmodelle zu investieren. Gemeinsam sind beide Firmen dabei, um von allem auf dem Zukunftsmarkt Connect Cars Fuß zu fassen.

Jetzt treibt Döpfner diese Strategie weiter voran. Dazu holt der Konzernherr den Internetunternehmer Martin Varsavsky mit ins Boot, der sei April 2014 Aufsichtsratsmitglied bei Axel Springer ist. Dazu hat Döpfner mit dem gebürtigen Argentinier die Firma Varsavsky Axel Springer GmbH & Co. KG ins Leben gerufen. „Wir haben sie gemeinsam mit unserem Aufsichtsratsmitglied Martin Varsavsky kürzlich gegründet. Er verfügt über eine breite Expertise, vor allem auch in der US Startup-Szene und daher haben wir beschlossen, einen Investmentfonds zu starten mit dem Fokus auf Frühphasen-Medieninvestments“, erklärt eine Springer-Sprecherin auf Anfrage von MEEDIA. Die Mehrheit der Gesellschaft liegt bei Springer. Verantwortlich auf Seiten der Berliner ist Jens Müffelmann. Er steuert seit Januar 2016 das US-Geschäft von Axel Springer.

Anzeige

Mit Varsavsky holt sich der Springer-Chef einen erfahrenen Internetunternehmer an seine Seite. Der Geschäftsmann ist vielseitig aktiv. Zu seinen wichtigsten Engagements zählt Fon. Die Firma, die er im November 2005 gründete, ist seit Jahren dabei, ein globales Wlan-Netzwerk aufzubauen. Bereits als Student entdeckt Varsavsky seine geschäftliche Ader. Seine erste Firma Urban Capital richtet Lofts in New York City ein. Doch die Wachstumsaussichten sind begrenzt. Schnell schielt er daher auf den stark expandierenden Telekommunikationsmarkt. Hier startet er 1998 die Jazztel Telecomunicaciones, Spaniens zweitgrößten börsennotierten Telekommunikationsbetreiber. Ein Jahr später engagiert er sich bei ya.com, einer der führenden Internetseiten Spaniens. Im Laufe der Zeit schaut sich Varsavsky auch außerhalb der Telekombranche nach geeigneten Investments um. Er beteiligt sich an Windparks, wird Miteigner des Madrider Modelabels Jocomomola. Vor einigen Jahren entdeckt er neues Segment: den stark wachsenden Gesundheitsmarkt. Hier fokussiert er sich auf ein Projekt: Prelude Fertility. Das Unternehmen soll Frauen helfen, gesunde Kinder auf die Welt zu bringen.

Axel Springer ist nicht das einzige Medienunternehmen, das in junge Medienfirmen investiert. Rege dabei ist auch Bertelsmann. Das Gütersloher Unternehmen beteiligt sich seit Längerem über den Fonds Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI) an diversen Start-ups aus der Digitalwirtschaft. Dazu gehört jüngst Wibbitz. Die Gesellschaft vertreibt eine Software, mit „der News-Portale dank des Einsatzes künstlicher Intelligenz innerhalb weniger Sekunden Texte in Videos umwandeln können“, so die Gütersloher.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Meedia

Meedia