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Netflix-Geheimtipp: „Berlin Station“, die CIA-Serie, die „Homeland“ in den Schatten stellt, erhält eine dritte Staffel

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Heino Ferch und Natalia Wörner als neurechte Politikaufsteiger in der zweiten Staffel von "Berlin Station" / Foto: © Epix

Berlin wird immer sexier: Die deutsche Hauptstadt gibt nicht nur in historischen Produktionen wie "Babylon Berlin" ein glänzendes Bild ab, sondern wird zunehmend von US-Serien als Lieblingskulisse entdeckt. Ein Jahr nachdem die Blockbuster-Serie "Homeland" eine Staffel nach Berlin verlegt hatte, siedelte Premiumanbieter Epix 2016 mit "Berlin Station" ein ganzes Serienkonzept in der deutschen Hauptstadt an, das offenkundig überzeugt hat. Die zweite Staffel der CIA-Serie, die deutsche Zuschauer bei Netflix sehen können, ging diese Woche zu Ende – Staffel drei wird folgen.

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Über mindestens drei Staffeln galt Homeland als Goldstandard der modernen Spionageserie. Ein traumatisierter Kriegsheld kehrt mit einem dunklen Geheimnis nach Hause zurück, eine aufstrebende CIA-Agentin erkennt die Gefahr, während Geheimdienst-Operationen rund um den Erdball vermeintliche Partner zu Feinden werden lassen und vice versa – willkommen in der Welt von „Homeland“.

Doch mit der fünften Staffel der US-Kultserie um die bipolare CIA-Agentin Carrie, die den US-Geheimdienst nach einer gescheiterten Mission verließ, passierte etwas Seltsames: „Homeland“ versuchte sich 2015 neu zu erfinden – in Berlin.

„Homelands“ Berlin-Abenteuer ging schief

Seit den Zeiten des Kalten Krieges ist Berlin der ideale Schauplatz für Agententhriller – von John le Carré bis Norman Mailer haben Spione in der geteilten deutschen Hauptstadt ihre literarische Verewigung gefunden. In der goldenen Ära des Fernsehens, in der episch erzählte Serien längst als neue Romane gelten, hat Berlin in den letzten Jahren nun auch jenseits des Atlantiks neue Zuwendung erfahren.

Die Berliner „Homeland“-Season 2015 markierte das erste Mal, dass die vollständige Staffel einer großen US-Serie in Deutschland gedreht wurde. Das Ergebnis war indes bestenfalls grenzwertig und mitunter unfreiwillig komisch.

Den „Homeland“-Machern ist die Stadt und ihr morbider Charme offenkundig bis zum letzten Drehtag fremd geblieben; die Drehorte schienen willkürlich ausgesucht, die Distanzen zwischen den verschiedenen Szenen stimmten hinten und vorne nicht, vor allem aber die Besetzung wirkte im europäischen Ausland seltsam deplatziert. Deutsche Charaktere wurden auf unfähige Statistenrollen beschränkt, während Carrie mit dem Fahrrad und ihrem deutschen Lover fremdelte, am Ende aber natürlich trotzdem den Hauptbahnhof rettete. Mit anderen Worten: eine großartig verschenkte Chance.

„Berlin Station“ ist die CIA-Serie, die „Homeland“ hätte sein sollen

Dass Berlin offenkundig dennoch einen bleibenden Eindruck in Hollywood hinterlassen hatte, wurde ein Jahr später anhand der Epix-Produktion „Berlin Station“ deutlich, die ebenfalls in Berlin angesiedelt ist – diesmal aber als ganzes Serienkonzept. Es geht dabei um die CIA-Außenstelle in Berlin und deren Wechselbeziehung zum deutschen Geheimdienst in Zeiten von Whistleblowern und der NSA-Affäre. Beide Seiten sind formell Verbündete, doch tatsächlich misstrauen sich die Agenten selbst unter der Bettdecke.

Im vergangenen Herbst debütierte die erste Staffel in den USA beim Pay TV-Sender Epix (Metro-Goldwyn-Mayer). Netflix sicherte sich die Rechte für den internationalen Markt und brachte die erste Staffel im Sommer nach Deutschland – pünktlich vor dem Start der zweiten Saison, die im Oktober ihre Fortsetzung fand und am Dienstag dieser Woche endete.

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„Berlin Station“ ist die CIA-Serie, die „Homeland“ hätte sein sollen: Mit einem dichteren Storytelling, einer mindestens ebenbürtigen Besetzung, einem besseren Gefühl für die richtigen Kulissen der Stadt – und vor allem einem zeitgeistigeren Plot (Executive Producer ist Brad Winters). Im Zentrum steht der CIA-Analyst Daniel Miller, gespielt von Richard Armitage, und sein erfahrener, aber heruntergekommener Kollege Hector DeJean (Rhys Ifans). In weiteren Rollen sind Ashley Judd, Richard Jenkins, Michelle Forbes und Leland Orser zu sehen.

Im Fokus der zweiten Staffel steht die Bundestagswahl und der Aufstieg der rechtspopulistischen Partei PfD, die als Perspektive für Deutschland wenig überraschend Parallelen zur Alternative für Deutschland (AfD) aufkommen lassen soll.

Epix gibt grünes Licht für dritte Staffel

Die beiden wichtigsten Parteifunktionäre werden von bekannten deutschen Schauspielern dargestellt: Natalia Wörner, im wirklichen Leben bekanntermaßen mit Bundesjustizminister Heiko Maas liiert, gibt die rechtspopulistische Spitzenkandidaten Katerina Gerhardt, während Heino Ferch ihren politischen Berater spielt.

In den Tagen vor und nach der Wahl überschlagen sich die Ereignisse: Ein terroristischer Anschlag ist geplant – und die Spur scheint über Drahtzieher zur PfD zu führen. CIA und Bundesnachrichtendienst (großartig: Mina Tender als deutsche Agentin Esther Krug) führen ein Katz-und-Maus-Spiel, dessen Ausmaße immer undurchsichtiger werden und schließlich sogar bis nach Südspanien und in norwegische Fjorde führen.

Glücklicherweise enden die Verstrickungen nicht dort: Wie Epix am Mittwoch bekannt gab, geht „Berlin Station“ in die Verlängerung – die dritte Staffel ist bestellt. Der Drehstart soll laut Branchenorgan Deadline im Frühling  beginnen, die Ausstrahlung dürfte Ende 2018 oder Anfang 2019 erfolgen. Bis dahin bleiben Fans der Spionageserie die 19 Teile der beiden Staffeln auf Netflix.

 

 

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