Anzeige

Top-Analyst: iPhones werden immer besser – und damit zum Problem für Apple

iphonex_front_side_flat.jpg
Endlich auf dem Markt: Apples neues Smartphone-Flaggschiff iPhone X © Apple

Das Weihnachtsgeschäft geht auf die Zielgerade. Mit seinem frisch gelaunchten iPhone X dürfte Apple neue Verkaufsrekorde aufzustellen, die Wirtschaftsgeschichte schreiben werden. Doch wie lange kann Apple sein iPhone-Wachstum noch ausreizen? Für Bernstein-Analyst Toni Sacconaghi könnte der Techpionier in Zukunft schon bald ein bekanntes Problem bekommen: Wie beim iPad könnte sich auch der Erneuerungszyklus beim iPhone immer wieder verlängern, weil die Geräte immer besser werden – und das Wachstum damit ausläuft.

Anzeige
Anzeige

Das Jahr des Abschwungs ist gerade einmal vierzehn Monate her: 2016 war es, als Apples epochaler Siegeszug endete und der Techpionier nach 13 Jahren wieder nach Umsätzen und Gewinnen schrumpfte. Der Grund: Das iPhone schwächelte und verbuchte erstmals seit der Markteinführung 2007 wieder rückläufige Absätze, die in den vergangenen Quartalen nur marginal anzogen.

Angesichts des Rekord-Runs auf das neu gelaunchte OLED-Smartphone iPhone X scheint die Dürreperiode längst wieder vergessen. Apple hat einen neuen Kassenschlager, der im Weihnachtsgeschäft maßgeblich dazu beitragen dürfte, sämtliche Verkaufsrekorde zu brechen und   Apple im laufenden Quartal mutmaßlich als erstem Konzern in der Wirtschaftsgeschichte zu einem Nettogewinn von mehr als 20 Milliarden Dollar zu verhelfen.

Die Perspektiven scheinen weiter glänzend für Apple, schließlich dürfte der Kultkonzern aus Cupertino sein iPhone-Portfolio im nächsten Jahr um gleich zwei neue OLED-Modelle erweitern und damit zusätzliche Kaufanreize setzen. Doch wie lange lässt sich das iPhone-Wachstum eigentlich noch ausreizen, wenn die X-Generation in der zweiten und dritten Version erscheint?

Bernstein-Analyst: iPhone-Besitzer könnten Kauf eines neuen Modells immer weiter hinauszögern

Wie beim iPhone 6, das Apple über sogar vier optisch praktisch identische Modelle ausreizte, erscheint fraglich, welche Gründe es für Käufer eines X-Modells gibt, zwei Jahre später ein nur unter der Oberfläche verbessertes OLED-Modell zu erwerben. Bernstein-Analyst Toni Sacconaghi sieht daher für Apple das Problem aufkommen, dass iPhone-Besitzer den Kauf eines neuen Modells immer weiter herauszögern könnten.

Weil die Geräte immer besser werden und die Kaufanreize der neuen Modelle immer kleiner ausfallen, könnte sich der Erneuerungszyklus beim iPhone in naher Zukunft von aktuell 2,5 auf bald 3 Jahre verlängern, schreibt Sacconaghi in einer neuen Studie, die Business Insider vorliegt.

Apple hat die Blaupause für einen sich verlangsamenden Erneuerungszyklus ironischerweise bereits bei einem jüngeren Produkt vorgelegt: Das iPad, das eigentlich einmal das iPhone beerben sollte, hatte zwischen 2014 und 2017 14 Quartale lang schrumpfende Absätze zu beklagen, ehe mit dem gerade mal 329 Euro teuren Einstiegsmodell eine Trendwende auf deutlich ermäßigtem Niveau gelang.

Anzeige

iPhone-Absätze könnten in den kommenden Jahren um 17 Prozent zurückgehen

Wie der Bernstein-Analyst prognostiziert, könnte das einschneidende Folgen für Apple haben und die Käuferzurückhaltung zu einem Absatzeinbruch beim iPhone von 17 Prozent führen. Weil Apple weiterhin über 60 Prozent seiner Umsätze mit dem iPhone generiert, wäre ein Einbruch seiner mit Abstand stärksten Konzernsparte besonders schwer zu verkraften.

Apple hat das Problem offenbar selbst schon länger erkannt und bietet in den USA ein Upgrade-Programm an, bei dem Kunden einen monatlichen Betrag bezahlen und nach einem Jahr automatisch das neuste Modell erhalten. In Deutschland verrechnet Apple dagegen lediglich den Eintauschwert eines älteren iPhones beim Kauf eines neuen Modells durch Online-Gutschrift.

Abo-Modell für iPhone, iPad und iMac?

Eine Lösung aus der iPhone-Abhängigkeit hat Toni Sacconaghi unterdessen ausgemacht: Der Bernstein-Analyst sieht für Apple weiteres Absatz- und vor allem Bewertungspotenzial mit einem forcierten Schwenk auf das Abo-Modell, den Apple ohnehin schon mit seiner  boomenden Servicesparte eingeleitet hat, deren Umsätze, angetrieben durch die App Store-, iCloud- und Apple Music-Absätze, zuletzt um über 30 Prozent zulegte.

Sacconaghi legt Apple nahe, auch für seine Hardware zu einem Abo-Modell zu greifen und für sämtliche Produkte – iPhones, iPads, iMacs, die Apple Watch – ein monatliches Bezahlsystem mit automatischer Erneuerung  der Geräte zu etablieren.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige