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Rückzug aus den USA: Springer-Tochter Bonial macht Shoppingangebot Retale dicht

Springer-Vorstand Andreas Wiele. Bonial steht hinter dem deutschen Angebot Kaufda.de
Springer-Vorstand Andreas Wiele. Bonial steht hinter dem deutschen Angebot Kaufda.de

Die Axel Springer-Tochter Bonial, die in Deutschland mit dem Marken Kaufda und MeinProspekt vertreten ist, zieht wegen fehlender wirtschaftlicher Perspektiven in den USA den Stecker. Das Unternehmen schließt zum Ende des Monats das Shopping-Angebot Retale. Die Maßnahme befeuert neue Gerüchte, dass Axel Springer seinen Mehrheitsanteil an der Firma abgeben könnte.

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Schlechte Nachrichten für die Belegschaft der Axel Springer-Tochter Bonial in den USA: Das Unternehmen stellt hier sein komplettes Angebot Ende November ein. Dazu gehören eine Webseite wie eine App unter dem Markennamen Retale. Als Grund für den Rückzug nennt die Gesellschaft, dass „keine überzeugende wirtschaftliche Perspektive der Aktivitäten absehbar“ sei. In den USA war Bonial seit 2013 aktiv. Von der Restrukturierung nicht betroffen sei das Angebot „Out of Milk“. Wie viele Mitarbeiter in den USA dem Rotstift zum Opfer fallen, wollte eine Bonial-Sprecherin auf MEEDIA-Anfrage nicht sagen.

In Deutschland ist Bonial mit den Angeboten KaufDa und MeinProspekt vertreten. An der Bonial Holding hält Axel Springer 72,5 Prozent. Fraglich ist, ob das Medienunternehmen an seiner Mehrheitsbeteiligung festhält. Seit Mitte des Jahres kursieren Gerüchte, dass die Berliner einen Verkauf ihres Anteils prüfen. Ein Sprecher von Axel Springer will sich auf Anfrage von MEEDIA zu den Marktspekulationen nicht äußern. Mitte des Jahres hatte der Mediendienst Kress.pro spekuliert, dass sich Axel Springer als Gesellschafter bei Bonial zurückzieht.

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Jetzt verabschiedet sich der Bonial-CEO Christian Gaiser von dem verlustreichen US-Geschäft. „Wir haben in den letzten Jahren hart für den Erfolg von Retale gearbeitet. Unseren eigenen Anspruch an Profitabilität konnten wir in den USA aber leider nicht erfüllen. Wir konzentrieren uns nun auf die Weiterentwicklung unseres erfolgreichen und profitablen Geschäftsmodells in Europa und wollen unsere führende Position mit neuen Produktinitiativen weiter ausbauen“, erklärt der Firmengründer. Das Unternehmen ist in Europa unter anderem in den Ländern Frankreich und Spanien aktiv. Auch Springer-Vorstand Andreas Wiele gibt dem Firmenchef für seine Entscheidung einige warme Worte mit auf dem Weg. „Wir danken dem gesamten Bonial-Team unter der Leitung von Christian Gaiser und Max Biller für den unternehmerischen Eintritt in den großen und schwierigen US-Markt und ebenso für ihre konsequente Entscheidung, sich mangels nachhaltiger Erfolgsaussichten aus den USA wieder zurückzuziehen. Das zeigt wahres Unternehmertum“, so das Vorstandsmitglied, das bei Axel Springer für die Sparte Classifieds und Marketing Media verantwortlich zeichnet.

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