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Glyphosat-Shitstorm: Agrarminister Schmidt schaltet Facebook-Seite nach Flut von Hass-Kommentaren ab

Glyphosat-Shitstorm: Landwirtschaftsminister Christian Schmidt schaltet seine Facebook-Seite ab
Glyphosat-Shitstorm: Landwirtschaftsminister Christian Schmidt schaltet seine Facebook-Seite ab

Die Debatte rund um das Unkrautvernichtungsmittel Thema Glyphosat bewegt die Menschen sehr stark - auch emotional und vor allem in den sozialen Netzwerken. Die angeblich eigenmächtige Entscheidung des Bundesministers für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt (CSU), für eine Zulassungsverlängerung, sorgte nicht nur für politischen Ärger. Der Wut der Bürger entlud auch derart auf der Facebook-Seite des Politiker, dass er sie abschaltete.

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Es ist nicht so, dass Christian Schmidt ein Politiker wäre, der ständig und immer in den sozialen Medien unterwegs ist. Sein Ministerium hat beispielsweise noch nicht einmal eine Facebook-Seite und twittert auch nicht gerade im Stundenrhythmus. Trotzdem unterhielt der Abgeordnete aus dem fränkischen Fürth neben einer Homepage auch eine eigene Seite bei Facebook.

Diese wurde erst im Rahmen des Bundestagswahlkampfes erstellt. Ihre Aufgabe: Die Darstellung der Arbeit des CSU-Politikers als Mitglied des deutschen Bundestages. Diesen Zweck erfüllte das Social-Media-PR-Tool eher unauffällig, bis sich Schmidt am Montag dazu entschloss, in Brüssel für eine Verlängerung der Zulassung für das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat auf EU-Ebene stimmen zu lassen.

Auf der Homepage des Ministeriums erklärte Schmidt diesen Schritt:

Meine Position war immer: Wenn eine wissenschaftliche Grundlage vorhanden ist, gibt es einen Anspruch auf die weitere Nutzung von Glyphosat. Nach wie vor liegen keine wissenschaftlichen Gründe dafür vor, die weitere Nutzung von Glyphosat zu untersagen. Politik muss solche Fragen nach belastbaren Gesichtspunkten entscheiden. Mit dem, was wir heute durch unsere Teilnahme an der Abstimmung erreicht haben, wird nicht zuletzt auch den Belangen der teils öffentlich geführten Diskussion Rechnung getragen.

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Die Folge dieses Entschlusses ist zum einen ein politischer Shitstorm, der über Schmidt hinwegbläst. Neben der empörten AfD, den Linken und den Grünen, sind auch SPD und CDU sehr sauer. Die Sozialdemokraten sprechen von einem Vertrauensbruch und sehen mögliche GroKo-Sondierungen vergiftet und belastet. Die CDU gibt sich große Mühe zu betonen, dass der Minister ohne die Erlaubnis oder Duldung von Kanzlerin Angela Merkel gehandelt habe.

Zu anderen entlud sich auf der Facebook-Seite von Schmidt offenbar eine so massive Empörungswelle, dass sich der Politiker und sein Team dazu gezwungen sahen, die Facebook-Seite offline zu nehme. So erklärte eine Sprecherin gegenüber MEEDIA: “Anlässlich der Glyphosat-Debatte war aufgrund der hohen Nachfrage und durch die Vielzahl von Beleidigungen eine sachliche und zeitnahe Beantwortung der Beiträge nicht mehr möglich. Aus diesen Gründen und auch durch die Vielzahl strafrechtlich relevanter Inhalte wurde die Seite temporär vom Netz genommen.”

Ob und wann der CSU-Politiker sein Social-Media-Account wieder aktiviert, ist derzeit noch nicht klar.

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