Anzeige

Lena Wohnen Hygge offenbart: Droht G+J der Verlust der Markenrechte für neues Erfolgsmagazin hygge?

Frances-Evans, Medweth-Vorstand und CEO des OZ Verlags, sieht keine Verwechslungsgefahr der beiden Hefte
Frances-Evans, Medweth-Vorstand und CEO des OZ Verlags, sieht keine Verwechslungsgefahr der beiden Hefte

Eine besondere Form der Anerkennung ist die Nachahmung. So gesehen dürfte man sich bei der Deutschen Medien-Manufaktur selbst gratulieren und getreu deren neuesten Heftes “einfach glücklich sein”. Denn hygge hat einen ersten Nachahmer - zumindest beim Namen. Der OZ-Verlag bringt das “Hygge-Special” von Lena Wohnen in den Handel. Der Fall offenbart allerdings auch ein Problem für die hygge-Macher.

Anzeige
Anzeige

Eine Verwechslungsgefahr durch das Wort hygge im Titel seines Magazins sieht der OZ-Verlag aus Rheinfelden, der zur Medweth-Gruppe gehört, beim Lena-Spin-off jedenfalls nicht. So erklärt Medweth-Vorstand Frances Evans gegenüber MEEDIA: “Bei den von G+J angemeldeten Marken handelt es sich um Wort-/Bildmarken und somit um den auf die eingetragene Abbildung beschränkten Schutz”. Weiter sagt die Medweth-Vorständin und Chefin des OZ Verlags: “Darüber hinaus heißt die Zeitschrift ‚Lena Wohnen‘ nicht ‚Hygge‘, sondern verwendet diesen Begriff lediglich als Zusatz. Im Übrigen stellt sich generell die Frage der Schutzfähigkeit des Begriffs ‚Hygge‘ nicht, der ja eine weite Verbreitung hat.“

Zumindest beim Blick auf die Titelseiten besteht keine Gefahr einer Verwechslung. Trotzdem dürfte man bei Gruner + Jahr und dem Deutschland Landwirtschaftsverlag, die zusammen über ihre Verlagstochter der Deutschen Medien Manufaktur (DMM), Hygge verlegen, gleich noch einmal ganz genau nachgeschlagen haben, was man sich wie hat schützen lassen.

Ein Blick in den Titelschutzanzeiger offenbart, dass die Anmeldung des Begriffs Hygge im Jahr 2016 erfolgte (Woche 50). Die erste Ausgabe des Magazins erschien im Juni 2017.

Beim Deutschen Patent- und Markenamt ließen sich die Hamburger zudem die Wort-Bildmarke schützen. Doch ein Blick in das DPMA-Register offenbart, dass bereits ein Widerspruch gegen die G+J Food & Living GmbH & Co. KG anhängig ist. Möglicherweise macht gerade jemand ältere Rechte geltend.

Anzeige

Grundsätzlich sieht Ralf Höcker, Anwalt für Medienrecht, kaum Chancen für Gruner + Jahr und den Landwirtschaftsverlag, ihre Ansprüche durchzusetzen. So sei der Begriff Hygge nicht schutzfähig. “Die ganze Markenanmeldung könnte letztlich flöten gehen. Produktbeschreibende Begriffe sind nicht schutzfähig”, erklärte der Experte auf MEEDIA-Anfrage. Zu dem erwähne Lena das Hygge “nur beschreibend”. Der Inhalt der jeweiligen Magazine und deren Aufmachung unterscheiden sich dann doch erheblich.

Der Begriff Hygge kommt aus dem skandinavischen Sprachraum und drückt eine gewisse Kuscheligkeit und Besinnung auf die einfachen Freuden im Leben aus. In jüngerer Zeit wurde der Begriff auch immer stärker im deutschen Sprachraum gebräuchlich. Genau auf dieses Lebensgefühl zielt Gruner + Jahr und die Deutsche Medien Manufaktur ab. Von der ersten Ausgabe wurden rund 60.000 Exemplare verkauft.

Jetzt will offenbar auch ein erster Konkurrent testen, ob sich dieser Lebensgefühl-Begriff auch für seine Produkte erfolgreich adaptieren lässt. Sollte sich das Hygge-Special des OZ-Verlags gut verkaufen und es der DMM nicht gelingen, die Marke zu schützen, könnten weitere Nachahmer folgen. In kaum einer Disziplin sind die deutschen Verlage schneller als im Übernehmen erfolgreicher neuer Segment-Strategien. Erinnert sei an dieser Stelle an die Landlust und die Thermomix-Hefte. Beim letzten konnten die Hamburger allerdings die Konkurrenz erfolgreich juristisch ausbremsen.

Mit welcher Strategie der Verlag im Fall von Hygge agiert, lässt sich noch nicht abschätzen. Auf MEEDIA-Anfrage gab es von den Verantwortlichen noch keine Rückmeldung.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*