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Die Vergangenheit schlägt zurück: Twitter ist wieder mehr wert als Snap

Evan Spiegel, CEO von Snapchat
Evan Spiegel, CEO von Snapchat

Die Häme war groß: Immer wieder lästerte Snap-Chef Evan Spiegel über Social Media-Pionier Twitter – seine fünf Jahre später gestartete App Snapchat schien die Zukunft darzustellen, der schlingernde Kurznachrichtendienst die Vergangenheit. Nach einem folgenschweren Börsenabsturz von Snap hat Twitter den Emporkömmling an der Wall Street nun wieder ein- und nachbörslich sogar überholt: Sowohl Twitter als Snap wurden heute an der Wall Street mit rund 15 Milliarden Dollar bewertet.

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Evan Spiegel pflegt seit jeher das Image des ultraselbstbewussten Silicon Valley-Aufsteigers, der vor keiner Auseinandersetzung zurückschreckt und gerne beherzt zum Punch ansetzt – sogar bei scheinbar übermächtigen Gegnern wie Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

Ein anderer Social Media-Pionier schien ein leichtes Opfer für den Snap-CEO zu werden: Um den schlingernden Kurznachrichtendienst Twitter buchstäblich alt aussehen zu lassen, löschte Spiegel vor zwei Jahren in einem PR-Stunt alle Tweets. Eine Unternehmenssprecherin von Snapchat trat zudem mit dem vielsagenden Satz nach: „Evan neigt dazu, in der Gegenwart zu leben“.

Snap nach dem IPO doppelt so wertvoll wie Twitter

Tatsächlich sah es in den folgenden zwei Jahren so aus, als wäre Snapchat die Zukunft – und Twitter die Vergangenheit. Während der Kurznachrichtendienst an der Börse immer wieder abstürzte, gelang Snap im März dieses Jahres der Börsengang zu einer sportlichen Bewertung von 20 Milliarden Dollar.

In der Spitze schoss die Bewertung der Snapchat-Mutter in den ersten Handelstagen gar auf 35 Milliarden Dollar empor, während Twitter Allzeittief um Allzeittief aufstellte und phasenweise nicht mal mehr mit der Hälfte des App-Anbieters mit dem Geister-Logo bewertet wurde.

Wachablösung nach Handelsschluss: Twitter wieder wertvoller als Snap

Doch die Zeiten ändern sich. In den vergangenen Monaten kam Snap an der Wall Street nach hochgradig enttäuschenden Quartalszahlen immer weiter unter die Räder und fiel sogar unter den Ausgabekurs von 17 Dollar zurück. In der vergangenen Woche stürzte Snap nach einer gruseligen Septemberbilanz und der Ankündigung eines Relaunches von Snapchat um weitere 20 Prozent ab und notierte gestern bei 12,56 Dollar nur marginal unter seinen Allzeittiefs.

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In die entgegensetzte Richtung bewegt sich dagegen der alte Social Media-Rivale Twitter, der nach seiner jüngsten Quartalsbilanz an der Wall Street wieder gefragt ist. Die Folge: Nach einem Kursplus von 20 Prozent in den vergangenen zwei Wochen wird der 280-Zeichendienst inzwischen wieder mit über 15 Milliarden Dollar bewertet – genau wie Snap!

Evan Spiegel kehrt auf Twitter zurück

In nachbörslichen Handel vollzog sich dann die symbolische Wachablösung: Nach einem weiteren Plus von 0,44 Prozent nach Handelsschluss auf 20,45 Dollar wird Twitter nunmehr mit 15,19 Milliarden Dollar bewertet, während es Snap nach einem Mini-Plus von 0,24 Prozent auf 12,59 Dollar jetzt auf eine Marktkapitalisierung von 15,17 Milliarden Dollar bringt.

Vielleicht Anlass genug für Twitter-CEO Jack Dorsey, einen Tweet in Richtung von Evan Spiegel abzusetzen – denn der ist überraschenderweise seit ein paar Tagen wieder auf dem 280-Zeichen-Dienst aktiv…

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