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Campbell Browns Hamburg-Visite: Wie Facebooks erste Journalistin die deutschen Medien umgarnt

Die Ex-CNN-Moderatorin Campbell Brown kümmert sich beim Social-Network um das Facebook Journalism Project
Die Ex-CNN-Moderatorin Campbell Brown kümmert sich beim Social-Network um das Facebook Journalism Project

Facebook und die Medien - das ist noch sind noch immer ein Verhältnis mit teil chaotischen Beziehungsstatus. Wobei sich die US-Amerikaner mittlerweile große Mühe geben, auf die Sorgen und Ängste der Verlage einzugehen. Neuester Schritt des Social-Networks das Vertrauen der Publisher in den blauen Partner und das der Leser in die Echtheit von Presse-Inhalten zu erhöhen ist das “Trust Project”.

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Unter diesem Label haben sich führende Medienunternehmen und Internetplattformen zusammengeschlossen. Mit dabei sind unter anderem die dpa, die Washington Post, der Economist, La Repubblica, Zeit Online, aber auch Facebook, Google und Twitter.

Das gemeinsame Ziel der mehr als 75 Nachrichtenanbieter ist, mehr Transparenz für die Leser zu schaffen, wie es in einer Mitteilung am Donnerstag heißt. Die Anwender sollen in der digitalen Nachrichtenflut künftig leichter erkennen, was guter Journalismus ist. Im Rahmen des Projekts können Nachrichtenseiten mit einem Label (“Trust Signet”) auf vertrauenswürdige Inhalte hinweisen.

Außerdem sollen die Leser Zugang zu so genannten Trust-Indikatoren bekommen, die mehr Informationen zu Hintergründen des Artikels liefern – zum Beispiel zu Standards und Arbeitsmethoden, den Nachrichtenquellen oder zur Expertise der Autoren hinter der Geschichte. Laut der Mitteilung werden diese Metadaten darüber hinaus von Google, Bing, Facebook, Twitter und anderen Netzwerken ausgelesen und in den Trefferlisten berücksichtigt.

In Deutschland stellt das Projekt am heutigen Donnerstag Campbell Brown von Facebook vor. Beim US-Unternehmen ist die ehemaligen CNN-Moderatorin mittlerweile als Head of News Partnership für Kooperationen mit den Medienhäusern verantwortlich. Dabei geht es weniger um die Kommunikation von Firmennachrichten, sondern vielmehr um die Zusammenarbeit und den Austausch mit der Nachrichtenbranche.

Das Ganze geschieht unter dem Dach des Facebook Journalism Projects. In Hamburg unterstrich die ehemalige Journalistin, dass für die Publisher derzeit alle Fragen rund um Fake-News, Vertrauen, Paid-Content und Video-Monetarisierung, die wichtigsten Baustellen seinen. Zudem signalisierte sie, dass Facebook längst seine Lektion gelernt habe. „Wir sehen unsere Verantwortung darin, Falschmeldung auf der Plattform zu reduzieren. Gleichzeitig starten wir damit, neue Wege zu testen, wie Menschen auf Facebook größtmögliche Transparenz darüber erhalten, woher News-Inhalte kommen, um darauf basierend informierte Entscheidungen treffen zu können.”

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Nicht umsonst habe Mark Zuckerberg in seinem Mission-Statement davon gesprochen, dass man mithelfen wolle eine “informierte Community” zu entwickeln. Trotzdem bleiben die Inhalte von “Freunde und Familien” die wichtigste Basis des Newsfeeds – und nicht der Content der Medienhäuser, auch wenn diese das gerne hätten.

Um das Vertrauen in einzelne Medieninhalte zu erhöhen, gebe jetzt aber auch das “Trust Signet”. “Guter Journalismus ist Vertrauenssache”, kommentiert Roland Freund, Stellvertreter des Chefredakteurs bei dpa das neue Siegel. Die Transparenz der Quellen und Arbeitsweisen habe bei dpa seit jeher große Bedeutung. “Zu allen Themen stellen wir unseren Kunden schon bisher wichtige Zusatzinformationen detailliert zur Verfügung. Künftig können solche Angaben über das Trust-Projekt auch den Usern im Netz angezeigt werden.”

Initiatorin des “Trust Projects” ist die amerikanische Journalistin Sally Lehrman. Die Professorin vom Markkula Center for Applied Ethics an der Santa Clara University in Kalifornien begann 2014 mit dem Aufbau des Projekts.

Mit Material von dpa

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