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#trending: die Feuerwehr, #MeAt14, der Vorname Mohammed, Eminem und Beyoncé, Moz the Monster

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Guten Morgen! So eine Länderspiel-Pause ist für Fußball-Fans ja oft eine zähe Angelegenheit. Aber es gibt doch die attraktiven, spannenden WM-Quali-Playoffs!?! Nun ja. Hier die Ergebnisse seit Freitagnacht: Honduras-Australien 0:0, Neuseeland-Peru 0:0, Dänemark-Irland 0:0, Schweiz-Nordirland 0:0 und Griechenland-Kroatien 0:0.

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#trending // News & Themen

Der Feuerwehrmann von der A3 sorgt weiter für wilde Diskussionen. Er spritzte Ende vergangener Woche Wasser auf LKWs, aus denen dramatischen Rettungsszenen nach einem Unfall mit mehreren Toten bei einem Crash auf der A3 gefilmt wurden. Sein Ziel: Den Gaffern unbrauchbare Filmsequenzen bescheren. Die Story sorgte am Donnerstag und Freitag für viel Aufsehen in den sozialen Netzwerken. Zahlreiche Medien wie Focus OnlineWelt und Spiegel Online sammelten damit insgesamt zigtausende Interaktionen ein.

Wurde die Aktion schon von Beginn an kontrovers diskutiert – Stichwort Selbstjustiz – sorgt nun die Meldung, dass dem Feuerwehrmann Ermittlungen drohen, für ähnlich unterschiedliche Reaktionen. Die Medien profitieren ein weiteres Mal davon – am Sonntag vor allem RTL Next und Bild, am Samstag bereits Welt und Wize.life.

#trending // Social Media

Nach #metoo kommt nun #MeAt14. Die neueste Hashtag-Welle in der Sexismus- und Missbrauchs-Debatte wurde von der „Daily Show“-Co-Entwicklerin Lizz Winstead initiiert. Hintergrund: Der ultra-konservative Politiker Roy Moore, Kandidat der Republikaner für die Senatoren-Wahl in Alabama, soll vor fast 40 Jahren mit Anfang 30 eine 14-Jährige missbraucht haben. Mit #MeAt14 zeigen Frauen weltweit nun Fotos von sich im Alter von 14 – um zu dokumentieren, wie jung 14-Jährige sind – und dass es sicher nicht in Ordnung sei, wenn ein 32-Jähriger sie mit nach Hause nimmt, sie auszieht und sexuell belästigt. „The only 32 year olds I knew were my teachers“, „I wasn’t dating anyone – especially not 32 year old men“ und „Still years away from dating, and grateful no 32-year-old came after me“ sind nur einige der Sätze aus laut TalkWalker bis Sonntag, 24 Uhr, bereits 45.000 Tweets mit dem Hashtag. Einige der Beispiele hat Twitter zu einem „Moment“ zusammen gefasst.

#trending // Wahljahr 2017

Das war natürlich ein gefundenes Fressen für Jörg Meuthen von der AfD: In Österreich gab es großen Wirbel um Namens-Statistiken. So berichtete die Kronen Zeitung unter der Headline: „Was Wien verschweigt: ‚Mohammad‘ bereits auf Platz 5 der Kindernamen!„, dass in einer amtlichen Statistik verschwiegen werde, dass bei den Neugeborenen des Jahres 2016 der erwähnte Name zu den fünf beliebtesten gehörte. Über 7.000 Interaktionen sammelte der Artikel bei Facebook und Twitter ein, die meisten dank der Facebook-Seite des FPÖ-Chefs HC Strache. Er wie auch sein Kollege Meuthen wittern einen Skandal, der Bevölkerung werde die Wahrheit über die fortschreitende Islamisierung verschwiegen. Der demnächst Österreich mit regierende Strache nutzte sogar das Wort „Bevölkerungsaustausch“.

Im Fall von Wien wurde jedenfalls nichts verschwiegen, es gibt ganz einfach verschiedene Statistiken: eine, in der unterschiedliche Schreibweisen des gleichen Namens zusammen gefasst werden und eine, in der das nicht geschieht. Und beide sind online verfügbar. Der Standard hat das anschaulich aufgeschrieben. Meuthen nennt zudem das Beispiel Essen. Dort sei Mohamed mit seinen unterschiedlichen Schreibweisen schon auf Platz 1 angelangt! Im verlinkten Artikel der WAZ (aus dem Januar!) ist nachzulesen, dass es um ganze 80 Jungs geht, die 2016 in Essen geboren wurden – 80 von insgesamt um die 3.000. Vergessen darf man bei der ganzen Aufregung auch nicht, dass Muslime ihre Kinder deutlich überdurchschnittlich oft Mohammed oder Mohammad oder Muhammad nennen: Von vermutlich 1,5 Milliarden Muslimen heißen 150 Millionen so wie der islamische Prophet – wobei die Quellenlage für beide Zahlen zugegebenermaßen etwas dünn ist. Wie auch immer: die Häufung des Namens Mohamed ist für Politiker von rechts natürlich ein größerer Skandal, als der, dass „die Emmas ab 2050 die Welt beherrschen“ werden.

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#trending // Entertainment

Wenn Eminem einen Song mit Beyoncé aufnimmt, wird daraus selbstverständlich ein Megahit. Und genau das wurde „Walk on Water“ am Wochenende. Der Song aus Eminems neuem in Kürze erscheinenden Album „Revival“ wurde am Freitag als Video und in den Musik-Streaming-Diensten veröffentlicht und ging direkt durch die Decke. Auf YouTube hat „Walk on Water“ (nur als Audio, ohne Video) bereits 13,5 Mio. Abrufe generiert (Stand: Sonntag deutscher Zeit, 24 Uhr), bei Spotify wurde er am Samstag 2,75 Mio. mal in 24 Stunden gehört, sprang damit einen Tag nach Release schon auf Platz 12 der Welt-Charts – Tendenz massiv steigend.

#trending // Worldwide

Nicht nur in Deutschland werden die Menschen in der Weihnachtszeit mit (zu) vielen rührenden, emotionalen, tollen, manchmal aber auch sehr nervigen Weihnachts-Werbespots beglückt. In anderen Ländern ist das genau so. In Großbritannien beispielsweise gehören die Spots der Kaufhaus-Kette John Lewis mittlerweile zu Weihnachten wie die Königliche Weihnachtsansprache. Die Spots, die es seit 2007 gibt, haben sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag.

Der neueste Film, inszeniert vom großartigen Michel Gondry, erzählt in zwei Minuten die Geschichte eines kleinen Jungen und des Monsters Moz, das unter seinem Bett wohnt und dort leider sehr laut schnarcht. 6,6 Millionen YouTube-Views hat der Spot seit der Veröffentlichung am Donnerstag bereits erreicht, zudem 14 Millionen Facebook-Abrufe, sowie Hunderttausende Likes & Co., sowohl für die YouTube-, als auch für die Facebook-URL. John Lewis begleitet den Spot sogar mit einigen Merchandise-Produkten, inklusive Moz-Kuscheltier, das nicht wirklich so aussieht wie Moz – und Pantoffeln, die erst recht nicht so aussehen wie Moz. Verkaufen wird sich das Zeug sicher dennoch.

#trending // Deutsche Tops des Tages

Story nach Social-Media-Interaktionen: RTL Next – „Feuerwehrmann spritzt Gaffer an Unfallstelle nass – jetzt droht ihm ein Strafverfahren“ (9.500 Interaktionen bei Facebook und Twitter)

Story nach Likes & Shares bei Twitter: Zeit Online – „Sexismus: #OhneMich“ (1.100 Retweets und Likes)

Story bei Blendle (nach Likes): Frankfurter Allgemeine – „Zum 55. Geburtstag sollte das Eigenheim abbezahlt sein

Google-SuchbegriffFast and Furious 6 (20.000+ Suchen)

Wikipedia-SeiteTropischer Regenwald(36.600 Abrufe)

Youtube-Video: 100SekundenPhysik – „Das Fermi-Paradoxon

Song (Spotify): Bausa – „Was du Liebe nennst“ (702.200 Stream-Abrufe aus Deutschland am Samstag)

Musik (Amazon): Peter Maffay – „MTV Unplugged

DVD/Blu-ray (Amazon): „Ich – Einfach unverbesserlich 3“ (DVD)

Game (Amazon)PlayStation Store Guthaben-Aufstockung | 20 EUR

Buch (Amazon): Jeff Kinney – „Gregs Tagebuch 12 – Und tschüss!“ (Gebundene Ausgabe)

#trending // Feedback und Teilen

Anmerkung: Alle in #trending genannten Zahlen beziehen sich wenn nicht anders vermerkt auf den Vortag der Newsletter-Veröffentlichung (Stand: 24 Uhr)

Was finden Sie gut an #trending? Was schlecht? Was fehlt Ihnen? Schreiben Sie mir!

Mehr Social-Media-Trends und -Themen lesen Sie in meiner nachmittäglichen Kolumne in der Handelsblatt-10-App. Erhältlich für iOS und Android.

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