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Klares Signal vor der Wahl der VDZ-Spitze: Verleger Rudolf Thiemann will keine Interimslösung sein

Familienverleger in vierter Generation: Rudolf Thiemann ist neuer VDZ-Chef
Familienverleger in vierter Generation: Rudolf Thiemann ist neuer VDZ-Chef

Die Delegierten des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) wählen am Sonntag einen neuen Präsidenten. Als sicher gilt, dass der Liborius-Inhaber Rudolf Thiemann den Posten bekommt. Doch Mitte nächsten Jahres müssen die VDZ-Delegierten bereits erneut an die Urnen, um einen Präsidenten zu wählen. Hierfür sendet Thiemann jetzt ein eindeutiges Signal: Der Verleger ist kein Interims-Chef. Er will sich auch Mitte 2018 als Präsident des Branchenverbandes zur Wahl stellen.

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Wenn die Delegierten am kommenden Sonntag bei der Jahresversammlung in Berlin über ihren neuen Präsidenten abstimmen, stehen zwei Kandidaten zur Wahl, die ungleicher kaum sein können: Rudolf Thiemann, geschäftsführender Gesellschafter der mittelständischen Verlagsgruppe Liborius, die in vierter Generation konfessionelle Hefte wie Liborius-Blatt, Bayerisches Sonntagsblatt oder Christliche Woche herausbringt. Thiemann gilt in der Branche als bodenständig und konservativ. Geboren und aufgewachsen im westfälischen Hamm führt der studierte Jurist seit 1993 die Spitze des traditionsreichen Familienverlags. Gegen Thiemann tritt Peter „Bulo“ Böhling an, Herausgeber der Medien-Zeitschrift Clap. Er sieht sich selbst als „Publizist, Illustrator, Entwickler, Macher“. Obwohl der gebürtige Münchener die Kandidatur für den Posten des VDZ-Präsidenten ernst meint, sieht ihn die Branche eher als eine Art Spaßkandidaten. Böhling nutze die öffentliche Diskussion, um hierdurch geschickt PR in eigener Sache zu betreiben, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Zwar bekommen beide Kandidaten auf der Jahresversammlung am Sonntag noch einmal ausreichend Gelegenheit, um sich den Delegierten des VDZ zu präsentieren. Doch dem Clap-Gründer dürfte dies kaum nutzen. Denn als sicher gilt, dass die Thiemann das Rennen um die VDZ-Präsidentschaft macht. Alle Landesverbände haben ihm im Vorfeld bereits ihr Vertrauen ausgesprochen. Sollten die Delegierten für den Mittelständler votieren, ist dies allerdings nur auf Zeit. Bereits Mitte nächsten Jahres müssen die VDZ-Mitglieder wieder an die Wahlurnen. In der Branche kursieren deshalb seit Längerem Spekulationen, dass der VDZ die nächsten Monate nutzt, um einen neuen Kandidaten für das Amt des Präsidenten zu finden. Einstige Wunschkandidaten des VDZ, wie die Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel oder der Burda-CEO Paul-Bernhard Kallen, standen hierfür offenbar nicht zur Disposition.

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Doch Thiemann macht jetzt klar, dass er keine Interimslösung für die Besetzung der VDZ-Spitze ist. Sollten ihn die Delegierten in einigen Tagen wählen, will sich der 62-Jährige auch in gut acht Monaten erneut zur Wahl stellen. „Die Delegiertenversammlung des VDZ wählt am 5. November einen neuen Präsidenten. Das Präsidium insgesamt steht turnusgemäß Mitte 2018 wieder zur Abstimmung. Für den Fall seiner Wahl am kommenden Sonntag erklärte Thiemann auch für eine weitere Amtsperiode bis 2022 zur Verfügung zu stehen“, erklärt ein Verbandssprecher auf MEEDIA-Anfrage. In diesem Fall wäre der Liborius-Eigner für die nächsten drei Jahre im Amt. Damit würde wieder Ruhe an der Spitze der Verbands einkehren.

Die Wahl am Sonntag ist notwendig, da Stephan Holthoff-Pförtner nach sieben Monaten überraschend Mitte des Jahres als VDZ-Präsident ausgeschieden war. Er wechselte als Minister für Europa und Medien in der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen. Den Miteigner der Essener Funke Mediengruppe hatten die Delegierten als neuen VDZ-Präsidenten ernannt, weil der Münchener Verleger Hubert Burda diesen Posten nach 20 Jahren aus Altersgründen abgegeben hatte. Die Wahl von Holthoff-Pförtners war jedoch durch einen Konflikt im Verband überschattet. Vier Verlage – darunter Der Spiegel, Die Zeit und Gruner + Jahr – hatten den Verbandsfunktionären fehlende Transparenz bei der Nachfolgeregelung vorgeworfen. Daraufhin verließen die Verlage Mitte des Jahres, den für die Lobbyarbeit wichtigen Arbeitskreis Publikumszeitschriften beim VDZ.

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