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Land, Lego, Programmies und Bordexemplare: sieben spannende Erkenntnisse aus der Zeitschriften-IVW

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Vor einigen Tagen hat die IVW die neuesten Auflagen der Print-Branche veröffentlicht. Die meisten Titel büßten erneut Käufer und Abonnenten ein. MEEDIA hat sich die Zahlen noch einmal genau angeschaut und zeigt sieben interessante Entwicklungen auf - positive und negative.

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  • Die Land-Magazine verlieren an Strahlkraft

Es gab in den vergangenen Jahren kaum einen so großen Print-Trend wie den zu Land-Magazinen. Ausgelöst von der Landlust gab es zahlreiche Nachahmer, inzwischen liegen über 40 regelmäßige Magazine mit „Land“ im Titel in den Regalen, dazu kommen zahllose Sonderhefte und Specials.

Doch die großen Titel des Segments haben im dritten Quartal erstmals richtig deutlich an Auflage verloren. So büßte die Landlust mit 721.268 per Abo und im Einzelhandel verkauften Exemplaren 20,7% gegenüber dem Vorjahr ein, die Land Idee lag in den beiden Rubriken bei einem Minus von 14,3%, mein schönes Land bei einem von 24,7%. Allein diesen drei Titeln gingen mehr als 300.000 Abos und Einzelverkäufe abhanden. Ein Minus, das einer der wenigen Gewinner des Segments, Liebes Land, mit seinem Zuwachs auf 99.140 Abos und Einzelverkäufe nicht ausgleichen kann.

  • Was ist los mit dem Thermomix-Hype?

Zum nächsten großen Trend schien in den jüngsten ein bis zwei Jahren der zum Thermomix-Magazin zu werden. Auch hier gab es in kurzer Zeit eine richtige Titel-Flut. Doch der Trend scheint schon zu Ende, der Hype um den Thermomix – zumindest bei den Zeitschriftenverkäufen – vorbei. Die beiden Titel, die ihre Auflagen ausweisen, lagen im dritten Quartal dick im Minus. So stürzte Mixx Küchenspaß mit dem Thermomix allein im Kiosk-Verkauf von 85.689 Exemplaren um fast 60% auf 35,414, wuchs bei den Abos hingegen nur um 0,8% auf 19.742. Für Mein ZauberTopf liegen zwar keine Vorjahresvergleichszahlen vor, doch im Laufe der drei Quartale des Jahres 2017 schrumpften die Kiosk-Verkäufe auch hier um mehr als die Hälfte – von 108.608 auf 52.416. Bei den Abos ging es in der gleichen Zeit immerhin von 17.143 auf 22,512 hinauf, doch unter dem Strich bleibt ein dicker Verlust.

  • Barbara macht Hoffnung für neue Personality-Magazine

Gruner+Jahrs Schöneberger-Magazin Barbara war in Deutschland eine Art Pionier, inzwischen soll auch Daniela Katzenberger eine eigene Zeitschrift bekommen – und das Gesundheits-Magazin des stern wird auf Eckart von Hirschhausen ausgerichtet. Schaut man auf die Zahlen von Barbara, wird auch deutlich, warum sich hier ein neuer Trend zu ergeben scheint: Die Zahlen sind sehr ordentlich. Mit 115.697 Abonnenten und Einzelhandels-Käufern gab es im dritten Quartal einen neuen Rekord und ein Plus von immerhin 2,5% gegenüber dem Vorjahr. Die Abo-Kartei hat sich dabei auf inzwischen 12.963 nahezu verdoppelt, wächst von Quartal zu Quartal.

  • Lego ist das große Ding bei den Kindern
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Zu den großen Gewinnern in der Print-Krise gehören die Lego-Zeitschriften von Blue Ocean. Lego Ninjago ist mit 188.444 Abos und Einzelverkäufen inzwischen die Nummer 1 bei den Kinder-Magazinen, gewann im Vergleich zum Vorjahr weitere 27,0% hinzu. Lego Nexo Knights hat den Sprung über die 100.000er-Marke ebenfalls geschafft, gewann 29,6% auf nun 115.609 Abos und Einzelverkäufe hinzu. Lego Star Wars (67.544) verlor 50 Exemplare, direkt dahinter folgt der Neuling Lego City (66.465) und für Lego friends (30.153) ging es um 6,2% hinaus. Insgesamt verkaufen sich die Lego-Titel per Abo und Einzelhandel also bereits über 460.000 mal.

  • Programmies leiden unter dem Medienwandel

Programmzeitschriften sind in Deutschland weiterhin das erfolgreichste Zeitschriften-Segment. Doch auch hier gehen Käufer in Massen verloren. Gründe dürften neben anderen Möglichkeiten zur Programm-Recherche (Apps, etc.) auch der Trend zum Fernsehen auf Abruf sein. Allein die ersten zehn Titel verloren gegenüber dem Vorjahr fast 470.000 Abonnenten und Einzelkäufer.

  • Bravo-Titel verlieren deutlich, Popcorn und Mädchen halten dagegen

Jugend-Zeitschriften haben in den vergangenen Jahren extrem Federn gelassen. Aus dem ehemaligen Megahit Bravo ist ein 14-tägliches Magazin geworden, das noch ganze 116.262 Exemplare per Abo und Einzelverkauf absetzt – ein erneutes 14,9%-Minus gegenüber dem Vorjahr. Bei den Ablegern Bravo Girl (-16.6%), Bravo Sport (-6,3%) und Bravo Tube Stars /-36,8%) sieht es auch nicht besser aus. Doch auch im Jugend-Segment gibt es Hoffnung: Der Verlag Vision Media verzeichnet Zuwächse bei Mädchen (+5,4% auf 91.391) und Popcorn (+12,0% auf 68.747).

  • Bordexemplare verlieren an Bedeutung

Als Ende 2016 die Meldung kam, dass die Lufthansa auf ihren Kontinentalflügen keine gedruckten Bordexemplare mehr verteilen wird, war schon klar, dass sich die Auflage in diesem IVW-Segment spürbar verkleinern wird. Und genau so ist es auch gekommen: 1,90 Mio. Publikumszeitschriften wurden pro Exemplar im dritten Quartal noch verteilt – ein Minus von 9,1%. Das Aus von Air Berlin könnte hier weitere Auswirkungen haben. Interessant: Auch bei den Lesezirkeln (-4,4%) und sonstigen Verkäufen (-6,2%) bauten die Verlage Auflage ab. Im Vergleich zu Abos und Einzelverkäufen werden die Segmente, in denen ohnehin keine großen Vertriebsumsätze fließen, immer unwichtiger.

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