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Sexismus in der Modebranche: Condé Nast beendet jede Zusammenarbeit mit Terry Richardson

Terry Richardson darf nicht mehr für die Modemagazine von Condé Nast arbeiten
Terry Richardson darf nicht mehr für die Modemagazine von Condé Nast arbeiten

Terry Richardson war jahrelang für Condé Nast tätig und fotografierte für deren Modemagazine Stars wie Kate Moss oder Rihanna. Doch in dieser Woche beendete der Verlag abrupt jegliche Zusammenarbeit mit dem Fotografen. Dies geht aus einer verlagsinternen E-Mail hervor, die der britischen Zeitung The Telegraph vorliegt. Der mutmaßliche Grund: sexuelle Belästigung.

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Terry Richardson hatte sie alle vor der Linse: Kate Moss, Gwyneth Paltrow oder Miranda Kerr. Für Miley Cyrus inszenierte er das provokante Musikvideo zu „Wrecking Ball“, in dem die Sängerin nackt auf einer Abrissbirne zu sehen ist. Seine Aufnahmen waren regelmäßig auf den Titelseiten großer Modemagazine: Glamour, Vogue, Vanity Fair. Das New York Times Magazine schätzte sein Einkommen einst auf 160.000 Dollar am Tag.

Doch in dieser Woche beendete der Verlag Condé Nast, zu dem diese Magazine gehören, überraschend jegliche Zusammenarbeit mit dem Fotografen. In einer internen E-Mail, die dem Telegraph vorliegt, soll zu lesen sein: „Alle Bilder, die bestellt wurden oder die noch nicht gedruckt sind, sollten zerstört und durch neues Material ersetzt werden.“

Bereits seit Jahren werden immer wieder Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen Richardson laut. Die Dänin Rie Rasmussen erklärte beispielsweise bereits im Jahr 2010: „Er manipuliert sie, bis sie sich ausziehen und er Fotos von ihnen macht, für die sie sich schämen. Die Mädchen haben Angst, nein zu sagen, weil sie von ihren Agenturen für den Job gebucht wurden und sie noch zu jung sind, um ihre eigenen Interessen zu vertreten.“

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Warum dann erst jetzt der radikale Schritt? Es liegt nahe, dass Condé Nast damit auf einen Beitrag der Sunday Times vom vergangenen Sonntag reagiert. Darin wird Richardson als der „Harvey Weinstein der Modebranche“ bezeichnet und der Autor fragt konkret: „Warum wird Terry Richardson immer noch von Modefans gefeiert?“

Das mutmaßliche Verhalten Richardsons erinnert tatsächlich stark an das des Filmmoguls Harvey Weinstein. So soll auch er junge Frauen über seine Assistentinnen zu Treffen eingeladen haben, bei denen er sie dann sexuell bedrängt haben soll. Caryn Franklin, eine frühere Redakteurin des Fashionmagazins i-D sagt im Gespräch mit der Sunday Time, Richardson Verhalten sei ein „offenes Geheimnis“ gewesen: „Die Leute waren vorsichtig… Doch jeder kannte jemanden, der etwas wusste.“

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