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„Hätte Pommes in Ihre Wannabe-Journalistinnen-Visage gestopft“: Promi-Koch Attila Hildmann beschimpft Journalistin auf Facebook nach Verriss seines Imbisses

Attila Hildmann posiert mit Alfons Schuhbeck bei einer ZDF-Doku (2014).
Attila Hildmann posiert mit Alfons Schuhbeck bei einer ZDF-Doku (2014).

Die Rezension hat gesessen. Susanne Kippenberger vom Tagesspiegel hat vergangene Woche eine vernichtende Kritik über das Schnellimbiss-Restaurant des bekannten TV-Kochs und -Autors Attila Hildmann geschrieben. Hildmann gilt als Ikone der Veganer-Szene, den die Rezension offenkundig getroffen zu haben scheint: In einem Facebook-Rant erteilte der 36-Jährige der Journalistin erst Hausverbot, das Tage später aufgehoben wurde, um Journalisten dann eine seltsame Einladung zu unterbreiten...

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Es war ein Verriss erster Güte. „Wer im Imbiss des Gottkochs der Veganer einkehrt, meint, eine Fritteuse zu betreten. Und das ist nicht das größte Drama“, schrieb Tagesspiegel-Redakteurin Susanne Kippenberger vergangene Woche nach ihrem Besuch der Vegan Food Snackbar von Attila Hildmann in Berlin-Charlottenburg.

Doch das ist erst der Anfang. „Während seine verschwitzten Mitarbeiter vors Nachbarhaus ziehen, um eine zu rauchen, setzt sich der muskelbepackte Chef an diesem Abend breitbeinig auf die Treppe vor seinem Laden“, zieht Kippenberger weiter vom Leder. „Vegane Männlichkeit muss wohl bewiesen werden. Zum Beispiel, indem man sich den Hamburger megascharf bestellt. Im Sommer brach ein Gast daraufhin zusammen“, geht der Tagesspiegel hart mit Hildmann ins Gericht.

Der Verriss besitzt eine gewisse Fallhöhe. Attila Hildmann ist nicht irgendein Berliner Imbiss-Besitzer. Der 36-jährige Vegan-Koch ist Bestseller-Autor („Vegan for fun“) und eine bekannte TV-Persönlichkeit (Auftritte bei Maischberger, TV Total, Let’s Dance). Dass Hildmann die Tagesspiegel-Rezension sehr persönlich genommen hat, beweist sein Facebook-Post vom vergangenen Donnerstag.

Hildmann erteilte Susanne Kippenberger, deren Facebook-Profil direkt verlinkt wurde, und der gesamten Tagesspiegel-Redaktion daraufhin Hausverbot und regte sich massiv über „den dreckigen Kackartikel mit so viel Unwahrheit“ auf.

„Ich frage mich, wie Sie wohl schwitzen würden, wenn Sie mal 4 Stunden vor der Fritteuse verbringen – aber das will keiner sehen!“, hält Hildmann der Tagesspiegel-Redakteurin vor und schließt seinen Rant mit den Worten: „Ich freue mich, dass ich Sie nicht erkannt habe, sonst hätte ich Ihnen meine Pommes in Ihre Wannabe-Journalistinnen-Visage gestopft und mit Liebe ihr dreckiges Geld zurückgegeben.“

Auch am Freitag wirkte das Thema offenkundig weiter nach. Der Berliner Vegan-Koch nahm die abschätzige Rezension in einer neuen, ironischen Facebook-Replik auf. „Ganz trostloser Tag heute in meiner versifften nach Öl stinkenden Frittenbude in der Schillerstraße. (…) Es war ekelhaft und Bioisfürmichabfall-Susanne war auch nicht da“, poste Hildmann augenzwinkernd.

Doch damit nicht genug: Am Samstag nahm der 36-Jährige die kontroverse Rezension „nach Beiträgen in allen deutschsprachigen Tageszeitungen (Focus, Stern, Welt, Bild, Kurier.at etc.)“ noch einmal auf und zog das Hausverbot für den Tagesspiegel und „Frau Kippenberger“ nicht nur zurück, sondern lud Journalisten in der kommenden Woche ein, „sich selbst ein Bild von meinen veganen Bio-Burgern und meiner angeblich nach Öl stinkenden Frittenbude zu machen (natürlich kostenlos!)“

Es klingt zunächst nach einer humorigen Wende einer unrühmlichen Woche. „Sollte die Mehrheit der Journalisten meine Burger schlechter finden als Burger mit Fleisch werde ich live vor den Kameras ein Steak essen!“, verkündet Hildmann.

Doch die Einladung hat einen Haken. „Keiner der Journalisten braucht Bodyguards mitnehmen“, deutet Hildmann irritierend an und verspricht, „ich werde ruhig bleiben“– unter bestimmten Umständen. „Es sei denn, sie schreiben oder sagen wieder irgendeine Scheiße, dann werde ich diesmal komplett ausrasten!“

Hat der Star-Koch Journalisten damit im Nebensatz eine verklausulierte Drohung ausgesprochen? Im begleitenden Foto zum Posting sieht man Attila Hildmann verstörenderweise mit einem Gewehr.

Das Echo auf Hildmanns Facebook-Post ist groß: Die drei Beträge aus den vergangenen Tagen, die Bezug auf die Tagesspiegel-Rezension nehmen, erzeugten jeweils mehr als 1000 Likes und fast ebenso viele Kommentare – damit ein Vielfaches der bisherigen vorangegangenen Posts. Auf Twitter fallen die Reaktionen auf die Kontroverse unterdessen überwiegend zuungunsten Hildmanns aus

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Bereits vor drei Jahren war Hildmann nach einer verschobenen ZDF-Doku mit Alfons Schubeck in einen Shitstorm auf Facebook verwickelt.

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