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Nach Missbrauchsskandal um Harvey Weinstein: Auch Amazon-Studios-Chef wegen Belästigungsvorwürfen suspendiert

Amazon-Studios-Chef Roy Price
Amazon-Studios-Chef Roy Price

Der Skandal um den Filmmogul Harvey Weinstein erschüttert Hollywood. Immer mehr Frauen melden sich zu Wort und berichten, von dem Produzenten sexuell belästigt, missbraucht oder gar vergewaltigt worden zu sein. Jetzt sieht sich auch Amazon mit Belästigungsvorwürfen konfrontiert – und suspendiert den Chef der Unterhaltungssparte Roy Price.

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Dies teilte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag mit. Price soll die Filmproduzentin Isa Hackett, die unter anderem für die Amazon-Serie „The Man in the High Castle“ verantwortlich ist, im Sommer 2015 wiederholt sexuell belästigt haben. Wie Hacket dem US-Magazin The Hollywood Reporter berichtet, sei Price ihr beispielsweise während einer Taxi-Fahrt zu nahe gekommen und habe ihr trotz ihrer deutlichen Ablehnung das Wort „Analsex“ ins Ohr gerufen.

Darüber hinaus erhebt die Schauspielerin Rose McGowan weitere schwerwiegende Vorwürfe gegen Amazon: Dort sei nämlich bekannt gewesen, dass Harvey Weinstein sie vergewaltigt habe. Bei Twitter schrieb sie direkt an Jeff Bezos gerichtet: „Ich habe dem Leiter Ihres Studios gesagt, dass HW mich vergewaltigt hat. Immer und immer wieder habe ich es gesagt. Er sagte, das sei nicht bewiesen. Ich sagte, ich sei der Beweis.“ Auch forderte sie ihn auf, „Vergewaltiger, mutmaßliche Pädophile und sexuelle Belästiger“ nicht weiter zu unterstützen.

Tatsächlich scheinen sexuelle Belästigung und Unterdrückung in Hollywood seit Jahren zur Tagesordnung zu gehören „Dieser Mann steht nur an der Spitze des Eisbergs“, sagt beispielsweise Schauspielerin Emma Thompson in einem Video der BBC über Harvey Weinstein. Sie beschreibt die Industrie als ein „System aus Belästigung, Erniedrigung und Mobbing“. Weinstein sei definitiv kein Einzelfall, so die Schauspielerin.

Heidi Klum äußerte sich ähnlich und sagte im Gespräch mit dem People-Magazin, dieser Fall sei nur ein Beispiel dafür, wie schlecht Frauen weltweit noch behandelt würden. „Es wäre sicher schwer, eine Frau zu finden – mich eingeschlossen -, die sich noch nie eingeschüchtert oder bedroht gefühlt hat von einem Mann, der seine Macht, Position oder körperliche Statur ausnutzt.“

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