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Unruhe bei der FAZIT-Stiftung: FAZ-Eigentümerin sucht Partner für Frankfurter Rundschau und FNP

FAZ-Geschäftsführer Thomas Lindner
FAZ-Geschäftsführer Thomas Lindner

Helle Aufregung bei der FAZ-Gruppe und FAZIT-Stiftung: Erst stellt die Frankfurter Allgemeine Zeitung Teile ihres Immobilienvermögens auf den Prüfstand und will aus dem Verlags- und Redaktionsgebäude ausziehen, jetzt sucht die Eigentümerin der FAZ, die FAZIT-Stiftung, angeblich Partner für die Frankfurter Rundschau und die Frankfurter Neue Presse. Die Belegschaften der traditionsreichen Zeitungen sind verunsichert.

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Die FAZ-Gruppe und die FAZIT-Stiftung kommen nicht zur Ruhe: Gestern meldete MEEDIA, dass die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH ihr Immobilienvermögen auf den Prüfstand stellt. Das Unternehmen will sein Redaktions- und Verlagsgebäude verkaufen. Daher sucht FAZ-Geschäftsführer Thomas Lindner einen neuen Standort für das renommierte Zeitungshaus. Jetzt kommt heraus, dass die FAZIT-Stiftung, Eigentümerin der FAZ, neue geschäftliche Wege für die Frankfurter Rundschau und die Frankfurter Neue Presse sucht. Auch ein Verkauf der Regionalzeitungen ist im Gespräch.

Laut dem Branchendienst Kress pro ist die FAZIT-Stiftung aktiv auf zwei große deutsche Medienhäuser zugegangen, um zu sondieren wie eine mögliche Zusammenarbeit genau aussehen könnte. Die gemeinnützige Stiftung hält sich hierzu auf MEEDIA-Anfrage bedeckt: „Als Mehrheitseigner der Frankfurter Societät GmbH beobachtet die FAZIT-Stiftung den deutschen Medienmarkt kontinuierlich. Wie bei allen Marktteilnehmern üblich, prüft auch die FAZIT-Stiftung regelmäßig Optionen und Perspektiven für ihre verschiedenen Zeitungstitel“, teilt die Stiftung mit. In diesem Kontext würden „mit anderen Verlagen von Zeit zu Zeit Gespräche über Möglichkeiten der Kooperation oder alternative Formen der Zusammenarbeit geführt.“ Aktuell gebe es hierzu aber „keine spruchreifen Pläne.“

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Laut Kress hätten bereits auf dem BDZV-Kongress in Stuttgart Gerüchte die Runde gemacht, die FAZ biete die Frankfurter Rundschau und die Frankfurter Neue Presse zum Verkauf an. Doch eine Veräußerung der beiden Regionalzeitungen würde die Verantwortlichen vor große Herausforderungen stellen. Denn die beiden Titel sind ein wichtiger Bestandteil, um das Vermarktungsgeschäft der FAZ im Frankfurter Raum zu stützen. Die Frankfurter Neue Presse, deren Regionalausgaben, die Frankfurter Rundschau und die Rhein-Main-Zeitung der FAZ werden gemeinsam in einer RheinMain-Kombi vermarktet. Trennt man die Frankfurter Rundschau und die Frankfurter Neue Presse aus diesem Verbund heraus, steht die FAZ bei der Vermarktung im Rhein-Main-Gebiet alleine dar. Sie hätte große Probleme, das Anzeigengeschäft weiter auszubauen.

Zudem dürfte die FAZIT-Stiftung Schwierigkeiten haben, geeignete Käufer für die beiden Titel zu finden. Dies gilt vor allem für die Frankfurter Neuen Presse (FNP). Denn der Umbau der Zeitung zu einem themenbezogenen Titel kam nicht bei allen Lesern gut an. Vor allem ältere Leser verschreckte die neue Blattstruktur, rund 400 Abo-Kündigungen waren die Folge. Darüber hinaus ist der Markt für Regionalzeitungen massiv unter Druck. Seit Jahren verlieren die Titel an Auflage. Auch die Vermarktung wird immer schwieriger. Das Rubrikengeschäft, jahrzehntelang tragende Säule der Zeitungen, ist ins Web abgewandert. Damit fehlen den Verlagsunternehmen branchenweit wichtige Erlöse.

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