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Entscheidung über Stellenabbau Ende Oktober: Springer-Chef Döpfner berät mit Betriebsrat über personelle Einschnitte

Springer-Chef Mathias Döpfner müht sich, Gerüchte im Konzern einzufangen
Springer-Chef Mathias Döpfner müht sich, Gerüchte im Konzern einzufangen

Bei Axel Springer rückt die Entscheidung über die personellen Auswirkungen durch die geplante Strukturreform der nationalen Bezahlangebote näher. Konzernchef Mathias Döpfner will hierüber in den nächsten zwei Wochen mit dem Betriebsrat beraten und danach die Belegschaft informieren. Hausinterne Gerüchte, dass das Berliner Medienunternehmen durch den Umbau das Printgeschäft abspalten und verkaufen wolle, erteilte der Vorstand gestern vor der gesamten Belegschaft eine klare Absage.

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„Tuesday Townhall Talk“ – gestern stand Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner sowie seine weiteren Vorstandskollegen Jan Bayer, Andreas Wiele sowie Julian Deutz den Mitarbeitern Rede und Antwort. Weltweit konnte die Belegschaft dem Vorstand über seine Strategie und die weiteren Zukunftsaussichten des Medienunternehmens im Lichte des verschärften Wettbewerbs der US-Tech-Konkurrenten Google, Facebook & Co. auf den Digitalmärkten befragen. „Share your Thougts! Drill us with Questions“, heißt es hierzu in der Einladung zu der Kommunikationsoffensive der Springer-Führung.

Dabei musste sich Springer-Chef auch einigen unbequemen Fragen stellen – wie beispielsweise zur geplanten Neuausrichtung der nationalen Bezahlangebote und einem möglichen Stellenabbau. Denn der Betriebsrat befürchtet durch die Maßnahme tiefe personelle Einschnitte. Er rechnet damit, dass hierdurch langfristig Jobs im „dreistelligen Bereich“ dem Rotstift zum Opfer fallen könnten. Doch die Belegschaft dürfte bald Klarheit bekommen. Denn Döpfner kündigte an, dass er hierüber mit dem Arbeitnehmervertretern bis Ende Oktober sprechen wolle. „Der Vorstand hat mit dem Betriebsrat vereinbart, dass er Mitte bis Ende Oktober mit dem Betriebsrat über die neue Struktur beraten will. Das hat er gestern bekräftigt. Danach werden absprachegemäß die Mitarbeiter informiert“, erklärt eine Firmensprecherin auf Anfrage von MEEDIA.

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Döpfner hatte die Maßnahme noch einmal vor den Belegschaft verteidigt. Er verwies dabei auf das Vorgehen vieler US-Techkonzerne. Sie würden ihre Digitalexperten in Spezialteams zusammenführen, um dadurch technische Expertise zu bündeln. Ähnlich gehe jetzt auch Springer vor. Entsprechend richtet das Unternehmen dahr seine Verlagsstruktur neu aus. Künftig soll es zwei getrennte Bereiche für Print und Digitales in Deutschland geben. Dabei ist geplant, den beiden separaten Bereichen die jeweiligen Marken und Teams zuzuordnen. Zu den Print-Marken gehören etwa Bild, Bild am Sonntag, Welt, Bilanz und Musikexpress, zum Digitalbereich unter anderem Bild Digital, Welt Digital, N24 sowie die Digitalaktivitäten der Zeitschriften. Von dem Umbau sollen die Redaktionen nicht betroffen sein.

Die neue Struktur löste hausintern heftige Spekulationen aus. So kursierten Gerüchte, dass die Springer-Führung das Printgeschäft in einer oder mehreren Gesellschaften abspalten und verkaufen wolle. Gestern erteilte jedoch das Vorstandsmitglied Jan Beyer solchen Gerüchten vor der Belegschaft eine klare Absage: „Jan Bayer hat deutlich gemacht, dass nicht geplant ist, das Printgeschäft, mit dem wir als größter Zeitungsverlag Deutschlands sehr glücklich sind, zu verkaufen“, bestätigte auch eine Springer-Sprecherin auf Anfrage von MEEDIA.

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