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„Schon mal was von Netzneutralität gehört?“ – Lena Meyer-Landrut kassiert Shitstorm wegen Telekom-Werbung

Lena Meyer-Landrut wirbt bei Instagram für den neuen Telekom-Tarif „StreamOn“
Lena Meyer-Landrut wirbt bei Instagram für den neuen Telekom-Tarif "StreamOn" Screenshot: Instagram, @Lenas_View

Die Sängerin und Influencerin Lena Meyer-Landrut macht bei Instagram Werbung für den neuen "StreamOn"-Tarif der Telekom. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Zero-Rating-Angebot, bei denen das Datenvolumen für bestimmte Dienste – in diesem Fall vor allem Spotify und Netflix – nicht auf das Gesamtdatenvolumen angerechnet wird. Ihre Fans sind empört und urteilen: "Pfui, Werbung gegen Netzneutralität!"

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„So Leute. Jetzt was geiles: mit dem neuen #telekomyoung Tarif verbraucht ihr nicht mehr euer DatenVolumen beim Musik streamen!!“, schreibt Lena Meyer-Landrut bei Instagram. Das dazugehörige Foto zeigt sie selber mit einem Smartphone in der Hand. Die 26-jährige Sängerin und „Eurovision Song Contest“-Gewinnerin ist für Unternehmen vor allem in den sozialen Netzwerken ein beliebtes Werbegesicht. Immerhin folgen der Influencerin allein bei Instagram knapp 2 Mio. Menschen.

Mit besagtem Post wirbt sie für „StreamOn“, den neuen Tarif der Telekom und urteilt: „Mega geil weil ich ohne Musik nicht kann und den ganzen Tag unterwegs hören kann.“ Im Anschluss folgen noch die Hashtags #jetztmagenta und #werbung.

 

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Doch bei der Mehrheit ihrer Follower kommt die Werbeanzeige für den Zero-Rating-Dienst gar nicht gut an. „Nein Danke! bin für #Netzneutralität! #Internetfreiheit“, heißt es beispielsweise in den etlichen Kommentaren unter dem Foto. Oder: „Dies verhindert neue Dienste, die ja vielleicht besser als Spotify sind und dadurch aber auch den nötigen Konkurrenzdruck auf Spotify entwickeln könnten, damit dieses sich stets weiterentwickelt. Ist halt leider alles nicht so cool wie es hier unüberlegt dargestellt wird“ und auch: „Erst Merkel, jetzt Telekom. What’s next?“

Tatsächlich hat die Bundesnetzagentur Details der mobilen Daten-Flatrate „StreamOn“ bereits untersagt. Einzelne Punkte der Zubuchoption verstießen gegen Vorschriften über die Netzneutralität und das Roaming, erklärte die Bundesbehörde am Montag in Bonn. Das Prinzip des Tarifs, dass die Nutzung bestimmter Audio- und Videodienste wie Spotify und Netflix, nicht auf das Datenvolumen des Vertrags angerechnet wird, wurde von der Bundesnetzagentur allerdings nicht in Frage gestellt. Das so genannte Zero Rating-Angebot als solches sei nach derzeitiger Sicht der Bundesnetzagentur im Wesentlichen zulässig.

Die Aufsichtsbehörde stößt sich vor allem am Kleingedruckten in den Telekom-Verträgen. So werde im „Tarif L“ die Datenübertragungsrate beim Videostreaming auf DVD-Qualität reduziert, Audiostreaming hingegen nicht. Die Telekom dürfe die Streaming-Qualität zwar reduzieren oder auch nicht, müsse dabei aber Audio- und Videodienste gleich behandeln. Eine unterschiedliche Behandlung der Medientypen verstoße gegen das Gebot der Gleichbehandlung allen Datenverkehrs. „Dieser Grundsatz sichert, dass über das Internet weiterhin gleichberechtigt innovative Dienste angeboten werden können, insbesondere auch für Start-ups“, erklärte die Bundesnetzagentur.

Mit Material der Dpa.

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