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Apple Music knackt 30-Millionen-Nutzer-Marke, aber Boss Jimmy Iovine hält den Dienst selbst noch nicht für gut genug

Uneingelöstes Versprechen: CEO Tim Cook bei der Ankündigung von Apple Music
Uneingelöstes Versprechen: CEO Tim Cook bei der Ankündigung von Apple Music

Nächster Meilenstein für Apple Music: Der Musik-Streaming-Dienst aus Cupertino kann rund zwei Jahre nach seinem Start 30 Millionen zahlende Abonnenten verzeichnen. Das gab Apple Music-Boss Jimmy Iovine heute im Gespräch mit dem Branchenorgan Billboard Magazine bekannt. Gleichzeitig zeigte sich Iovine selbstkritisch und gab zu, dass Apples Streaming-Dienst in der bisherigen Form nicht gut genug sei, um das Wachstum linear fortzusetzen – ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass Apple möglicherweise bald mehr (Bewegtbild-)Inhalte anbieten dürfte...

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Es bleibt ein zäher Kampf: Als Apple Music seinen Musik-Streaming-Dienst Apple Music am 30. Juni 2015 startete, brachte es Branchenpionier Spotify auf 80 Millionen registrierte Abonnenten – 20 Millionen davon waren bereit, für den Musikgenuss 9,99 Dollar / Euro zu zahlen.

Mit dem Eintritt von Apple auf dem Markt für Musik-Streaming schienen sich die Kräfteverhältnisse zu verschieben: Apple verfügt nicht nur über Barreserven von rund 150 Milliarden Dollar (nach Abzug von Schulden) und durch die Erfolgsstory iTunes über die mutmaßlich besten Verbindungen zur Musikindustrie, sondern auch über einen Kundenstamm von knapp einer Milliarde Nutzern. Entsprechend sah das neue Streaming-Duell Spotify vs. Apple Music wie eine David vs. Goliath-Geschichte aus.

Spotify wächst weiter schneller als Apple Music

Zwei Jahre und ein Quartal später steht fest: David hält Goliath weiter bestens in Schach. Der Techpionier aus Cupertino kann heute immerhin schon den Durchbruch der Marke von 30 Millionen zahlenden Kunden vermelden. Allein: Spotify hat im gleichen Zeitraum mehr als 40 Millionen neue Abo-Kunden hinzugewonnen, die monatlich den gleich Preis bezahlen.

Die Schweden vermeldeten bereits im Juli den Meilenstein von 60 Millionen Abos und dürften damit tatsächlich inzwischen sogar näher an der Marke von 70 Millionen zahlenden Kunden liegen. (Der letzte Zuwachs von 10 Millionen Kunden wurde in lediglich vier Monaten erzielt.)

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Jimmy Iovine: „Ich glaube nicht, dass das, was aktuell existiert, genug ist“

In anderen Worten: Apple Music kannibalisiert Spotify keineswegs. Im Gegenteil: Seit Apple mit seinem Musik-Streaming-Angebot auf dem Markt ist, wachsen die Schweden noch schneller.  Entsprechend selbstkritisch äußert sich auch Musik-Veteran Jimmy Iovine, der nach der Übernahme des Kopfhörerherstellers Beats 2014 nach Cupertino gewechselt war und inzwischen für Apple Music verantwortlich ist.

„Ich glaube nicht, dass das, was  aktuell existiert, genug ist“, erklärte der 63-jährige Musikveteran in für Apple ungewohnter Demut gegenüber dem Branchenorgan Billboard Magazine. „Ich glaube, wir sind am richtigen Platz mit den richtigen Leuten und der richtigen Einstellung, dass wir uns mit dem, was bislang existiert, nicht zufrieden geben dürfen.“

Iovine erklärte, Streaming allein reiche nicht, wollte aber nicht bestätigen, dass zusätzliche Bewegtbild-Inhalte, in die Apple in Zukunft investieren will,  die Lösung zur Weiterentwicklung der Musik-Streaming-Plattform seien. Apple Music-Kunden dürfte sich nach dieser überraschen Selbstkritik fragen, wie zufrieden sie eigentlich noch mit dem Musik-Dienst aus Cupertino sind, für den sie immerhin 9,99 Dollar / Euro im Monat überweisen.

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