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„Bojen“-Bericht bei Bild: Trash-Promi Maria Hering will für Oben-ohne-Foto 15.000 Euro Entschädigung

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Maria Hering, manchem möglicherweise unter dem Namen Maria Yotta eher ein Begriff, ist eine dieser Prominenten, die für Aufmerksamkeit auf Freizügigkeit setzen. Boulevardmedien spielen dabei gerne mit – auch die Bild. Diese hat Hering im vergangenen Jahr aber etwas zu offenherzig präsentiert. Dafür will sie nun Geld sehen: Vor dem Landgericht in Hamburg fordert sie 15.000 Euro Entschädigung.

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Sie trägt einen dunkelblauen Hosenanzug, darunter Bluse ohne Ausschnitt, selbst ihre High-Heels sind geschlossen. So zugeknöpft begegnet man Maria Hering selten. Eigentlich nie, wie der Blick in soziale Netzwerke zeigt. Hering hat ihren Körper zum Geschäftsmodell gemacht. Die 30-Jährige, die es zwischenzeitlich mal mit einer Trash-TV-Karriere („Promi Big Brother“, „Die Yottas“, „DSDS“) versucht hatte und heute als „Influencerin“ arbeitet, präsentiert sich regelmäßig freizügig, gibt ihren Followern knapp bekleidet Sport- und Ernährungstipps und zeigt ihre – nicht unbedingt antrainierten – Rundungen ohnehin gerne am Strand, Pool oder auf dem Boot.

Doch beim Termin vor der Pressekammer des Landgerichts in Hamburg am vergangenen Freitag setzt Hering auf Seriosität. Sie will die anwesenden Richter davon überzeugen, so gar nicht mit der Berichterstattung der Bild über sie einverstanden zu sein. Denn die hat das Trash-Promi noch offenherziger gezeigt, als sie sich ohnehin schon präsentiert.

November 2016: Die Bild veröffentlicht Paparazzi-Fotos, die Hering barbusig am Strand von Miami zeigen. Die Aufnahme entstand während sich das Model zwischen ein paar Felsen umzog. Sie war für ein Foto-Shooting gebucht. Dazu textet Bild: „Wer packt hier die Bojen aus?“. Und: „Wem gehören DIESE Bojen?“ Es ist eine Zeile wie am Altherren-Stammtisch gemacht – eben die ganz unfeine Boulevard-Manier, die sich Hering nicht bieten lassen will.

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Vor dem Landgericht in Hamburg fordert sie eine Geldentschädigung, 15.000 Euro soll der Springer-Titel überweisen. Doch der will eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Influencerin nicht anerkennen. Denn Hering, so die grundsätzliche Argumentation, sei während eines zeitgeschichtlichen Ereignisses (ihrer Arbeit) fotografiert worden, zudem habe sich die Szene an einem belebten Strand abgespielt – sie habe sich der Öffentlichkeit praktisch präsentiert, so die Ausführungen von Springer-Anwältin Linn Wotka. Als Beweis legte sie weitere Fotos des Paparazzo vor, die besagten Strand zeigen sollen.

Die Aufnahmen konnten die Kammer allerdings nicht überzeugen. Dass diese einen „belebten Strand“ zeigen, sei „höchst streitig“, so die Vorsitzende Richterin Simone Käfer. Hering argumentierte hinzu: Die Fotos, auf denen ein paar Strandschirme und weit entfernt Menschen zu erkennen sind, seien zu einem anderen Zeitpunkt fotografiert worden. Während des Shootings sei der Strand „menschenleer“ gewesen.

Dass sich Hering ansonsten freizügig präsentiert und deshalb dulden müsse, dass auch andere sie entsprechend ablichten, schien die Kammer ebenso wenig zu überzeugen. Wobei durchaus ältere, veröffentlichte Aufnahmen streitig sind, die Hering zwar nicht barbusig zeigen, sehr wohl aber intime Stellen hinter dünnem Stoff erkennen lassen.

Alles in allem, so die Kammer, halte man die Bild-Berichterstattung für unterlassungswürdig. Auch einer Geldentschädigung sei man nicht abgeneigt, so Käfer weiter. Vor allem die Überschrift käme verschärfend hinzu. 15.000 Euro werde man allerdings nicht festsetzen. Ohnehin würde die Kammer ein Urteil vermeiden und empfahl einen Vergleich – etwa 4.000 Euro Geldentschädigung bei Übernahme aller Kosten durch den Verlag. Sollte ein Vergleich nicht zustande kommen, wird das Urteil für den 6. Oktober 2017 erwartet.

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