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„Veränderung ist wichtig im Leben“: Ronja von Rönne verlässt die Welt und wechselt zur Zeit

Stand vor einigen Wochen noch in einer Wahlsendung der ARD vor der Kamera: Nun wechselt Ronja von Rönne von der Welt zur Zeit
Stand vor einigen Wochen noch in einer Wahlsendung der ARD vor der Kamera: Nun wechselt Ronja von Rönne von der Welt zur Zeit

Vor zwei Jahren zog Ronja von Rönne von Hildesheim nach Berlin, um die Welt zu erobern – zumindest jene von Axel Springer. Nun ist für sie der Zeitpunkt gekommen, das Blatt zu verlassen. Das schreibt die 25-Jährige in einem "Abschiedsbrief" an die Redaktion. Aus der Welt sein wird von Rönne damit aber nicht: Ab Oktober schreibt die junge Kulturjournalistin für die Zeit.

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In ihrem Abschiedsbrief lässt von Rönne (25) die vergangenen zwei Jahre Revue passieren, beschreibt die erfreulichen Erfahrungen und Seiten wie das Job-Angebot an sich, das sie von einer Bloggerin zur Journalistin gemacht hat, und die Entdeckung neuer Themenwelten, wie den Autojournalismus.

Von Rönne erinnert sich aber auch noch einmal an den Text, mit dem sie der breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden ist – an die Abrechnung mit dem Feminismus.

In dem Meinungsbeitrag Warum mich Feminismus anekelt (April 2015) erklärte sie, warum sie mit der modernen Ausprägung des Feminismus nichts anfangen könne. Der Text war Teil einer Pro- und Contra-Debatte in der Welt. Der Beitrag wurde von einigen rechtsradikalen Organisationen in sozialen Netzwerken empfohlen, Abteilung: Applaus von unerwünschter Seite. Als von Rönne für den Ingeborg-Bachmann Literaturpreis nominiert wurde, wies eine Journalistin von tagesschau.de auf den unrühmlichen Beifall hin – was folgte, ist mit einem Shitstorm nicht zu vergleichen.

Wie von Rönne heute berichtet, waren die Anfeindungen so extrem, dass Welt-Chef Ulf Poschardt sogar über Sicherheitsmaßnahmen nachgedacht hatte. Heute würde sie den Beitrag in dieser Form nicht noch einmal schreiben. „Ich finde ihn nicht gut“, sagt sie. Auch aus diesem Grund hat sie im vergangenen Jahr den hauseigenen Axel-Springer-Preis für junge Journalisten abgelehnt.

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Nun, etwas über zwei Jahre nach Antritt als Redakteurin kehrt von Rönne ihren Entdeckern den Rücken. „Auf dem weiten Feld des Schlussmachens gedeihen Plattitüden wie sonst nirgendwo. Das Schlimme an platten Sprüchen ist, dass die meistens wahr sind. Ja, man sollte gehen, wenn es am schönsten ist, und nicht erst, wenn man vor Wut das teure Familienporzellan auf den anderen schmeißt“, schreibt von Rönne dazu. „Ja, Veränderung ist wichtig im Leben. Und ja, es ist besser, im Guten zu gehen als im Schlechten. Denn auf verbrannter Erde wachsen nicht mal Plattitüden.“

Das Ausscheiden von Rönnes ist weder das Ende der Welt noch das Ende für die junge Autoren, die „kreatives Schreiben“ und Kulturjournalismus studiert hat. Ab Oktober wird von Rönne für Zeit und Zeit Online schreiben, wie sie bei Facebook bekannt gegeben hat.

 

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Alle Kommentare

  1. @Jörg aus Eppendorf

    Hanns Joachim „Hajo“ Friedrichs:

    „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.

    Wie verblendet die heutige Journallie ist, da muss man sich nicht wundern, dass die Auflage im Sturzflug ist. Herrlich…

  2. schulze Ulrich sagt:
    24.09.2017 um 16:43

    […] warum bekommt dieses Mädchen diese Platt(e)form und andere gute Journalistinnen, meist im Lokalen, verbleiben?

    Ich vermute mal, dieses Mädchen ist besser als Sie, „schulze Ulrich“. Ihr Deutsch mag der Grund dafür sein, dass Sie „im Lokalen, verbleiben“.

    Ansonsten gaben Sie sich die Antwort bereits selbst, Frau von Rönne ist sehr extrovertiert parteilich aka Aktivistin und lebt diese Parteilichkeit. Das macht vermutlich einen weiteren Unterschied zu Ihnen aus und erklärt deren Bevorzugung. Der Wechsel von der konservativen „Welt“ zur multikultigen „Zeit“ werte ich als weiteren Beweis. Obwohl bei der „Welt“ mittlerweile viele ehemalige „TAZ’er“ tätig sind.

    Denken Sie mal darüber nach! 🙂

  3. Mein Gott, lasst sie doch in Frieden. Warum muss man auf einer so jungen Frau herumhacken, die Fehler zugibt und aufgrund ihrer Begabung in den Mitte liegt zwischen Literatur und Journalismus. Ja und nun schon mer mal, wie sie sich weiterentwickelt…

  4. Tja, wie die Parteien, so sind auch die Medienerzeugnisse völlig beliebig und austauschbar geworden. Von der Welt geht es zur Zeit, später zur taz und dann zur faz. Schreiben eh alle das Gleiche.

  5. Alle Fragen der Metaphysik werden durch das Gesicht von Frau Rönne beantwortet. Deshalb seine häufige Darstellung. Generationen künftiger Gelehrter werden diese mystische Struktur studieren wie eine heilige Schrift und die ZEIT wird nur noch aus vielfarbigen Abbildungen dieser göttlichen Physiognomie bestehen.

  6. Der Auftritt in der ARD Wahlsendung hat mir gezeigt, dass Frau Rönne eher Aktivistin statt Journalistin ist. Zudem noch ein schlechten Joke nachdem anderen gebracht. Zusammenfassend kein Verlust für die Welt und frei nach Public Enemy: „Dont believe the hype“

  7. Ist das nicht ein bißchen viel PR-Gedöns für eine junge Kollegin. Ihre Texte sind nicht so gut, wie suggeriert wird, und ihr Auftritt bei der ARD-Wahlsendung hinterließ wegen eindeutiger Parteiname Zweifel. Nochmals: warum bekommt dieses Mädchen diese Platt(e)form und andere gute Journalistinnen, meist im Lokalen, verbleiben?

    1. Wenn schon, dann bitte „wegen dem eindeutigen Parteinamen“. Der Dativ ist dem Genitiv sein Akkusativ, woll?!

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