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Verkauf vom Tisch: Axel Springer will an Idealo und Ladenzeile festhalten

Rückzieher: Rückzieher: Springer-CEO Mathias Döpfner hat die geplante Veräußerung der beiden Webportale abgeblasen
Rückzieher: Rückzieher: Springer-CEO Mathias Döpfner hat die geplante Veräußerung der beiden Webportale abgeblasen

Sie standen seit Längerem auf der Verkaufsliste der Berliner Axel Springer SE: die Preisvergleichs- und Shopping-Portale Idealo und Ladenzeile. Doch Konzernchef Mathias Döpfner hat jetzt die geplante Veräußerung der beiden Webportale abgeblasen. Er will an den beiden Unternehmen festhalten. Jetzt könnte der Berliner Medienkonzern die Portale weiter ausbauen.

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ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling ist auf Einkaufstour. Der Konzernherr ist derzeit dabei, mögliche Akquistionsziele zu sondieren. Auf seiner Liste stünden zehn Unternehmen, darunter vier Objekte im Online-Handel, vier im TV-Produktionsgeschäft und zwei Online-Unterhaltungsanbieter. Dies gab Ebeling auf einer nicht-öffentlichen Investorenveranstaltung der Berenberg-Bank preis. Der Grund für die Zukäufe: Der Vorstandsvorsitzende will den TV-Riesen unabhängiger vom schwächelnden Werbegeschäft machen.

Die Gerüchteküche brodelt, wer die möglichen Kandidaten sein könnten. Zuletzt fielen auch die Namen auf zwei Online-Firmen aus der Berliner Axel Springer SE: den Preisvergleichs- und Shopping-Portalen Idealo und Ladenzeile. Springer-Chef Mathias Döpfner hatte für die beiden Gesellschaften seit Längerem einen Verkauf sondiert. Er beauftragte dafür eine Investmentbank namens GCA Altium. Sie sollte nach potenziellen Erwerbern Ausschau halten.

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Wie MEEDIA aus Konzernkreisen erfuhr, hat Döpfner aber inzwischen von der Veräußerung der Online-Gesellschaften Abstand genommen werden. Er will an beiden Gesellschaften festhalten. Fraglich ist, warum: Möglicherweise lagen die Preisvorstellungen zwischen dem Springer-Vorstand und potenziellen Interessanten zu weit auseinander. Im Gespräch war auf Springer-Seite eine Kaufvorstellung für beiden Firmen von 300 Millionen Euro. Dass Döpfner den Verkauf abgeblasen hat, hat möglicherweise einen anderen Grund: der Berliner Medienkonzern hatte sich erst Mitte des Jahres durch den Verkauf von Immobilien neuen finanziellen Spielraum verschafft, um das Wachstum im digitalen Geschäft voranzutreiben. Dies hat eine Veräußerung möglicherweise überflüssig gemacht. Eine Sprecherin von Axel Springer will sich zu den Marktgerüchten auf MEEDIA-Anfrage nicht äußern.

Jetzt könnte das Berliner Medienunternehmen (Bild, Welt) die beiden Online-Portale weiter ausbauen. Idealo beschäftigt mehr als 700 Mitarbeiter. Die Webgesellschaft vergleicht die Preise und Angebote von 50.000 Shops. Mehr als eine Million Besucher zählt die Webseite täglich. Ladenzeile hingegen sondiert für Besucher die Angebote aus mehr als 4000 Shops. Die Sparten reichen von Schuhen bis zu Spielzeug.

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