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ZDF lässt AfD-Politiker als neutralen Politologen in einer Doku über Gefahren von links auftreten

Politologe und AfD-Politiker Karsten Dustin Hoffmann in der ZDFinfo-Doku
Politologe und AfD-Politiker Karsten Dustin Hoffmann in der ZDFinfo-Doku

In der Doku "„Radikale von Links – Die unterschätzte Gefahr“, die am 6. September bei ZDFinfo lief, trat ein Karsten Dustin Hoffmann auf, der als Politologe eingeführt wurde. Dass der Mann für die AfD aktiv ist und für die rechte Partei sogar als Fraktionsvorsitzender in einem Kreistag sitzt, verschwieg der Sender. Laut ZDF sei auf Bauchbinden nicht genug Platz für mehrere Positionen von Gesprächspartnern.

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Dabei weist Spiegel Online zu Recht darauf hin, dass Hoffmann mehrmals in der Doku zu Wort kommt und somit auch Gelegenheit gewesen wäre, seine Funktion als AfD-Politiker mitzuteilen. Darüber hinaus ist auf der Bauchbinde, die Hoffmann als Politologen ausweist, noch reichlich Platz zu erkennen. Der ZDF-Sprecher Thomas Hagedorn begründet gegenüber der taz die Nichtnennung von Hoffmanns Partei- und Fraktionsarbeit auch damit, dass dieser nur in seiner Funktion als Politikwissenschaftler interviewt worden sei. Eine fragwürdige Erklärung, denn immerhin kritisiert Hoffmann in der Doku, dass linke Gewalt nicht so breit thematisiert würde wie rechte. Dass er in der rechten Partei AfD aktiv ist, wäre da durchaus eine wichtige Information für die Zuschauer gewesen.

Das immerhin räumt auf der ZDF-Sprecher ein: „Im Fall von Karsten Dustin Hoffmann wäre in der Tat eine zusätzliche Einordnung hilfreich und nötig gewesen.“

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