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Was mit Social Media: das geheime Agentur-Projekt von Kai Diekmann, Philipp Jessen und Michael Mronz

Gründen gemeinsames Projekt: Kai Diekmann (l.), Philipp Jessen und Michael Mronz
Gründen gemeinsames Projekt: Kai Diekmann (l.), Philipp Jessen und Michael Mronz

Als Gruner + Jahr in dieser Woche Philipp Jessens Kündigung als Chefredakteur von stern.de bekannt gab, rätselte die Branche, wohin es den umtriebigen Journalisten ziehen wird. Darauf gibt es jetzt eine erste Antwort: Nach Informationen von MEEDIA werden Kai Diekmann und Jessen gemeinsam Gründer. Und noch ein dritter, prominenter Partner ist demnach dabei: Sport- und Eventmanager Michael Mronz.

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Von Marvin Schade und  Georg Altrogge

Seit Tagen brodelt die Gerüchte-Küche. Schnell verbreitete sich in der stern-Redaktion am Baumwall die News, Jessen würde zu keinem anderen Medien-Konzern wechseln, um dort eine Chefredaktion zu übernehmen. Er werde etwas Eigenes gründen – mit zwei Partnern, hieß es aus seinem persönlichem Umfeld.

Während sich der scheidende stern.de-Chef selbst über seine Pläne und potentielle Partner ausschweigt, fiel bei den Spekulationen immer wieder ein Name: Kai Diekmann, ehemaliger Herausgeber der Bild-Zeitung, der mit Anfang des Jahres offiziell bei Axel Springer ausgeschieden war. Würden sich die beiden zusammenschließen um etwas Neues aufzubauen? Wenn ja, was? Ein journalistisches Start-up? Eine Beratung? Eine Agentur?

Zumindest auf die erste Frage gibt es nach Informationen von MEEDIA nun eine Antwort: Jessen und Diekmann werden tatsächlich gemeinsam Gründer. Und sie haben einen dritten, prominenten Mann im Team: Michael Mronz. Entsprechende Recherchen bestätigte Kai Diekmann auf Nachfrage von MEEDIA. Zu den genauen Plänen, die das Trio verfolgt, wollte allerdings auch Diekmann nichts weiter sagen. Am Donnerstagabend twitterte er stattdessen ein Foto mit einem Namensschild, das ihn mit der Unternehmensberatung McKinsey in Verbindung gebracht hatte. Offensichtlich eine Nebelkerze, die Neugierige noch mehr verwirrte.

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Zuletzt gab es Hinweise, wonach er und seine Partner eine Art Agentur planen, die angeblich auch redaktionelle Dienstleistungen anbieten wolle. Als Auftraggeber habe man Prominente, Marken sowie Influencer im Visier. Angeblich zielt die Geschäftsidee vor allem auf Dienstleistungen rund um Internet und Social Media-Plattformen ab, möglicherweise geht es um eine PR-Agentur ganz neuen Zuschnitts. Diekmann dazu gegenüber MEEDIA: „Es ist definitiv kein Consulting und noch zu früh, um Einzelheiten zu nennen.“ Kollege Jessen lehnte auf Anfrage jeden Kommentar ab.

In welchem Maße sich die drei Partner einbringen, ist noch unklar. Diekmann hat nach seiner Tätigkeit bei Bild einige Berater-Tätigkeiten angenommen, unter anderem für das US-Unternehmen Uber, den Schweizer Medienkonzern Ringier sowie Verpflichtungen bei türkischen Medienunternehmen. Das noch geheime Vorhaben mit Mronz und Jessen nennt er ein „wichtiges, aber nicht das einzige Projekt“, das er verfolge.

Dass es die drei allerdings ernst meinen, dafür spricht Jessens Kündigung des gut dotierten Chefredakteurs-Jobs bei Gruner + Jahr. In den vergangenen drei Jahren hat er stern.de redaktionell um- und die Reichweite des Portals ausgebaut, zudem stieg er in die Chefredaktion des Print-stern auf – Positionen, die man nicht einfach so wieder hergibt.

Welche Rollen die drei in ihrem neuen Projekt einnehmen ist ebenso unklar, auch die genaue Tätigkeit von Michael Mronz. Der ehemalige Lebensgefährte des verstorbenen FPD-Politikers Guido Westerwelle ist erfolgreicher Sport- und Eventmanager, gilt zudem als einflussreich und gut vernetzt in Politik und Gesellschaft. Die Verbindung zu Diekmann ist eng. Mronz war bist Mitte des Jahres auch Vorstandsvorsitzender der Hilfsaktion „Ein Herz für Kinder“.

Start-Zeitpunkt des Projekts wird voraussichtlich im Oktober sein. Jessen steht noch bis Ende des Monats in Diensten von stern.de, Diekmann gibt am 19. September seinen offiziellen Ausstand bei Bild. In der kommenden Woche startet in Köln die Digitalmesse dmexco. Womöglich wird es dann weitere Informationen geben.

 

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Alle Kommentare

  1. Im Rahmen der „Digitalisierung“ (welche schon rot-grün im Jahr 2000 hätte machen können) bieten sich sicher viele Möglichkeiten oder auch Mitnahme-Effekte.

    Beispielsweise: http://meedia.de/2017/05/08/neue-unit-hy-unterstuetzt-firmen-bei-digitaler-transformation-axel-springer-macht-silicon-valley-lehrzeit-zum-geschaeftsmodell/
    Oder Aldi mit Tankstellen in Süddeutschland und Lieferdienst in USA seit dort der Generationenwechsel stattfand und endlich 40 oder 50jährige das sagen haben welche mit C64 und Knightrider aufgewachsen sind und die damaligen Digitalisierungsversprechen und zigtausendfachen Verwaltungs-Einsparungen durchziehen wie zuvor in USA geschehen: 10 Prozent Einsparung bei Microsoft-DEUTSCHLAND mitten im Wirtschaftswachstum: http://www.golem.de/news/abbau-microsoft-deutschland-feuert-jeden-zehnten-beschaeftigten-1707-128925.html

    Diese Wahl ist digital noch recht egal. Aber in 4 Jahren merkt CDU vielleicht doch das Wegsterben von Stammwähler-Rentnern und Nachwachsen von Millenials und Presse und TV den Abfluss von Aufmerksamkeitsminuten und folglich Werbe-Geldern z.b. nach Online aber auch Anzeigenblättern und halb so viel nach Radio:
    http://meedia.de/2017/05/18/werbemarkt-waechst-erstmals-seit-2011-aber-zaw-warnt-vor-massiven-risiken-durch-eu-regulierung/ „wachstumsstärksten“

  2. Wie man aus Redaktionskreisen hört, war der Abgang von Jessen nicht ganz freiwillig. Sein hart erarbeiteter Ruf von exorbitanter Überheblichkeit gepaart mit weitgehender Inkompetenz hat wohl ziemlich viel damit zu tun… sein peinliches Foto da oben spricht in der Tat Bände.

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