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Fehlende Themenvielfalt, inkompente Gäste: WDR erneuert Kritik an ARD-Talks – und verlängert die Verträge

Sind trotz Kritik aus dem eigenen Haus noch bis mindestens 2020 im Ersten zu sehen: Anne Will, Sandra Maischberger und Frank Plasberg
Sind trotz Kritik aus dem eigenen Haus noch bis mindestens 2020 im Ersten zu sehen: Anne Will, Sandra Maischberger und Frank Plasberg

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hält an seiner bereits 2015 geäußerten Kritik an den politischen Talkshows der ARD fest, wonach Themenwahl und Gästelisten verbesserungsbedürftig seien. Das geht aus dem Zwischenbericht einer WDR-Arbeitsgruppe hervor, der dem Mediendienst DWDL vorliegt. Dennoch hat der WDR die Vertragsverlängerungen von "Maischberger", "Anne Will" und "hart aber fair" bestätigt.

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Der Stellungnahme zufolge bestehen die Hauptkritikpunkte des WDR an den Polit-Talks im Ersten weiterhin fort. 2015 hatte der WDR-Rundfunkrat die Formate in einer vielbeachteten Stellungnahme wegen der Vielfalt der Gäste und der Auswahl der Themen kritisiert, ebenso 2012, wie DWDL berichtet.

Zwischen Januar und Juli 2017 hat eine Arbeitsgruppe des WDR-Programmausschusses die Talkshows „Maischberger“ und „hart aber fair“ genauer beobachtet. In einer öffentlichen Sitzung des Rundfunkrates verwiesen die Verantwortlichen auf die Stellungnahme des WDR von 2015.

Darin wurden die Kritikpunkte ausführlich erläutert. Es heißt unter anderem, der WDR fordere mehr Themenvielfalt und bessere Absprachen zwischen den unterschiedlichen Talks. Zu häufig würde ein „Top-Thema“ von allen Sendungen aufgegriffen, wodurch die Talkshows „austauschbar“ würden und „an Profil“ verlören. Der WDR Rundfunkrat, der für die Produktion von „Maischberger“ und „hart aber fair“ verantwortlich ist, empfahl daher bereits 2015 „ein ausgewogenes Verhältnis aus aktuellen Nachrichten- und Hintergrundthemen, um Themenvielfalt zu gewährleisten“. In einer aktuellen Stellungnahme schreibt das Gremium jetzt, die Themen müssten nach „gesellschaftlicher Relevanz ausgewählt werden“, ohne zu „reißerisch“ zu sein.

Darüber hinaus hält der WDR-Rundfunkbeirat an seiner Kritik zur Gästeauswahl fest. „Bei der Auswahl der Gäste sollte die jeweilige Sachkompetenz der Gesprächspartner/innen im Vordergrund stehen.“ Bereits 2015 hatte das Gremium dazu geraten, Gäste nach ihrer Fähigkeit zum sachlichen Argumentieren auszusuchen, anstatt sich an dessen Streitwille zu orientieren.

Die Verträge der Talkshows „Maischberger“, „Anne Will“ und „hart aber fair“ wurden in der öffentlichen Sitzung des WDR-Rundfunkrates vom 31. August bis 2020 verlängert.

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