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Showdown bei Constantin Medien: Kehrt Bernhard Burgener an die Spitze des Medienkonzerns zurück?

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Punktsieg für den Constantin Medien-Großaktionär Bernhard Burgener: Nach dem überraschenden Rückzug des bisherigen Aufsichtsratschefs Dieter Hahn hat die gestrige Hauptversammlung mit Paul Graf einen Statthalter von Burgener an die Spitze des Kontrollgremiums gewählt. Damit hat der Präsident des Fußballvereins FC Basel gute Chancen, wieder als Vorstandschef das Ruder bei der Constantin Medien AG zu übernehmen. Ein Sprecher von Burgener betont, dass der Geschäftsmann bereit sei, "die Gesellschaft in der jetzt anstehenden Phase engagiert zu unterstützen."

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Jahrelang war Bernhard Burgener Vorstandschef des Münchener Sport- und Filmkonzerns Constantin Medien – bis Ende 2015. Überraschend räumte damals der Schweizer Kaufmann sein Amt, weil er den Machtkampf gegen seinen Kontrahenten und Großaktionär Dieter Hahn verlor. An Burgeners Stelle trat der ehemalige ZDF-Manager Fred Kogel. Burgener hingegen zog sich operativ auf den Posten des Verwaltungsratsvorsitzenden bei der schweizerischen Constantin Medien-Tochter Highlight Communications zurück.

Jetzt könnten sind die Vorzeichen umkehren. Überraschend trat gestern der Constantin-Aufsichtsratschef Dieter Hahn sowie die Mitglieder des gesamten Kontrollgremiums zurück. Der ehemalige Manager des verstorbenen Medienmoguls Leo Kirch hatte dies damit begründet, dass er verhindern wolle, dass das Unternehmen durch die ewigen Streitigkeiten beschädigt werde. Denn Hahn und Burgener liegen seit Längerem über die künftige Strategie des Unternehmens im Clinch. Zunächst wollte Hahn die traditionsreiche Filmsparte verkaufen, die Kinostreifen wie „Fack Yu Göthe“ produziert. Damit beabsichtigte der Medienunternehmer, überfällige Schulden des Münchner Medienkonglomerats zu begleichen. Doch Burgener blockierte die Veräußerung, weil er die Constantin Medien AG als Ganzes erhalten will. „Ich bin nicht so wichtig, dass unser Unternehmen darüber ernsthaft gefährdet werden darf, und stehe daher für eine Wiederwahl in den Aufsichtsrat nicht zur Verfügung“, begründete Hahn gestern seinen Rückzug. Seine Interessen als Aktionär werde er aber weiter vertreten. Mit 30 Prozent der Stimmrechte besitzt er weitreichende Vetorechte.

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Die Neubesetzung des sechsköpfigen Constantin-Aufsichtsrats nutzt Burgener indessen, um das Kontrollgremium mit Vertretern aus seinen Reihen zu füllen. An dessen Spitze wurde gestern Paul Graf gewählt, der als sein Statthalter gilt. Damit hat der Highlight-Präsident gute Chancen, in den Vorstand der Constantin Medien AG gewählt zu werden, wenn er denn will.“Der Aufsichtsrat der Constantin Medien AG wird sich in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag (31. August 2017) auch mit Personalfragen beschäftigen, insbesondere mit der, die sich aus dem Rücktritt von Fred Kogel zum 22. September 2017 ergibt. Bernhard Burgener hat in der gestrigen Hauptversammlung klar bekundet, dass er bereit ist, die Gesellschaft in der jetzt anstehenden Phase engagiert zu unterstützen“, erklärt ein Sprecher der Highlight Event & Entertainment auf MEEDIA-Anfrage.

Auf den Aktienkurs hat der Umbau im Management und Kontrollgremium der Constantin Medien hingegen keine große Wirkung. Die Notierung verharrt unverändert bei 2,03 Euro.

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