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Eklat bei Constantin Medien: Firmenchef Fred Kogel und Aufsichtsrat Dieter Hahn treten zurück

Fred Kogel (li.) und Dieter Hahn
Fred Kogel (li.) und Dieter Hahn

Paukenschlag auf der Hauptversammlung der Constantin Medien: Der Vorstandschef Fred Kogel sowie der gesamte Aufsichtsrat des Münchener Sport- und Filmkonzerns unter Führung von Dieter Hahn stellen ihre Ämter zur Disposition. Damit wollen die Manager offenbar einen Schlussstrich unter die jahrelange Blockadepolitik durch den Großaktionär Bernhard Burgener ziehen.

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Turbulente Hauptversammlungen hat die Münchener Constantin Medien AG bereits häufiger erlebt. Jetzt ist es auf der heutigen Aktionärsversammlung der Gesellschaft zu einem neuen Eklat gekommen: Überraschend wollen Vorstandschef Fred Kogel sowie der gesamte Aufsichtsrat unter Führung von Dieter Hahn ihre Ämter mit Ablauf der Hauptversammlung niederlegen. Mit diesem Schritt wollen das Constantin-Management und der Aufsichtsrat den Weg freimachen, um endlich einen Schlussstrich unter die monatelangen Blockadepolitik durch den Großaktionär Bernhard Burgener zu setzen. „Im Gegensatz zu Bernhard Burgener stelle ich meine persönlichen Ziele nicht über die Interessen der Constantin“, sagte Hahn auf der HV und ergänzt: „Ich bin nicht so wichtig, dass unser Unternehmen darüber ernsthaft gefährdet werden darf, und stehe daher für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung“. Denn für Hahn sei es endlich an der Zeit, die „Blockade aufzuheben und ich denke, die Art und Weise wie dies geschieht, wird aufschlussreich sein“.

Burgener und Großaktionär Hahn streiten seit Längerem über die strategische Ausrichtung des Medienunternehmens. Hahn und der ehemalige ZDF-Manager Kogel wollen sich von Teilen des Konzerns trennen. Zunächst schlugen sie vor, die Filmtochter Constantin Film zu verscherbeln. Da dies nicht gelang, stellten sie die Sporttochter Sport 1 zur Disposition. Doch ein schneller Verkauf der Gesellschaft kam nicht zustande. Denn überraschend hatte sich das Berliner Medienunternehmen Axel Springer aus dem Bieterrennen zurückgezogen. Als weitere Favoriten gelten zwar Sky und Freenet. Dennoch ist bislang nichts passiert. Burgener hingegen will das Unternehmen als Ganzes erhalten und plant seit Längerem, den gesamten Konzern zu schlucken. Ein mehrfach angekündigtes Übernahmeangebot hat er aber bislang nicht wahrgemacht. Der Aktienkurs von Constantin Medien legte um mehr als zwei Prozent auf 2,05 Euro zu.

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