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Übernahmegerüchte bei NRJ Group: Greift Bauer Media nach dem Pariser Radiokonzern?

Bauer-Chefin Yvonne Bauer soll Interesse an dem französischen Radio-Giganten NRJ haben
Bauer-Chefin Yvonne Bauer soll Interesse an dem französischen Radio-Giganten NRJ haben

Der Pariser Radiokonzern NRJ Group steht angeblich vor der Übernahme. Als Interessent für die international tätige Hörfunkgruppe gilt die Hamburger Bauer Media Group. Das norddeutsche Zeitschriftenhaus ist mit mehr als 100 Sendern in Polen, Großbritannien, der Slowakei und Skandinavien bereits ein wichtiger Spieler auf dem europäischen Hörfunkmarkt. Mit einem millionenschweren Erwerb der NRJ Group würde Bauer seine Marktstellung in Europa massiv ausbauen.

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Der Aktienkurs des französischen Radiokonzerns NRJ Group kennt seit einigen Jahren nur eine Richtung: aufwärts. In den vergangenen Monaten hat die Notierung des Pariser Medienunternehmens noch einmal kräftig zugelegt. Der Börsenkurs kletterte von Jahresanfang bis heute von neun Euro auf inzwischen elf Euro. Grund für den Kursanstieg sind weiter anhaltende Gerüchte über eine bevorstehende Übernahme. Jetzt haben die Spekulationen durch einen Medienbericht neue Nahrung erhalten. Nach Informationen des Hamburger Magazins New Business soll die Hamburger Bauer Media Group Interesse an einem Erwerb des französischen Radiokonzerns zeigen.

Angeblich soll es hierzu bereits Gespräche mit dem NRJ-Gründer und -Hauptaktionär Jean-Paul Baudecroux gegeben haben. Der 71-jährige hält rund 80 Prozent der Anteile an der viel verzweigten Radiogruppe. Sie ist mit vielen Sendern in Kanada und Europa aktiv – darunter mit zehn Hörfunkkanälen auch in Deutschland. Mit über 600 Frequenzen in 15 Ländern gilt die NRJ Group als einer der größten internationalen Hörfunk-Marken. NRJ ist die Abkürzung für den französischen Namen Nouvelle Radio Jeunesse. Dies heißt übersetzt „Neues Jugendradio“. Sollte sich Bauer Media mit dem Hauptaktionär über den Preis seines Aktienpakets einig werden, würde das Hamburger Zeitschriftenhaus seine Macht auf dem internationalen Hörfunkmarkt ausbauen. Bauer Media ist mit mehr als 100 Sendern in Polen, Großbritannien, der Slowakei und Skandinavien aktiv.

In Polen ist das norddeutsche Magazinhaus Marktführer. Hier ist jedoch die Marktstellung der Norddeutschen bedroht. Grund hierfür ist, dass die polnische Regierung die Mediengesetze ändern will. Danach sollen Verlage ihre Beteiligungen auf 30 Prozent kappen. Damit würde Bauer hier aber das Sagen bei seinem vielfältigen Strauß an Hörfunk-Engagements verlieren. Die Konsequenz: Bauer müsste sich von seinen Radiosendern in Polen trennen. Dies wäre ein empfindlicher Dämpfer für das Hörfunkgeschäft des Magazinshauses in Europa. Sollten die Hamburger hingegen die NRJ Group schlucken, bliebe das Unternehmen auf dem europäischen Markt eine namhafte Größe. Doch in der Branche kursieren diverse Spekulationen. So könnte sich Bauer mit dem französischen NRJ Group-Hauptaktionär auch über „eine Lösung“ verständigen, um das Problem in Polen zu lösen, falls sich die polnische Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ mit ihren Plänen durchsetzt.

Dass sich Bauer-Chefin Yvonne Bauer zudem stärker im Hörfunkmarkt engagieren will, ist allzu verständlich. Denn das Zeitschriftengeschäft gerät vor allem hierzulande immer stärker unter Druck. Eine Bauer-Sprecherin wollte auf MEEDIA-Anfrage die Spekulationen um die NRJ Group nicht kommentieren. Auch ein NRJ-Sprecher in Deutschland wollte sich zu den Marktgerüchten nicht äußern. Am Verlagsstandort Hamburg ist das Medienunternehmen am Privatkanal Radio Hamburg beteiligt.

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