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Bericht über Menschenschmuggler im Mittelmeer: Breitbart missbraucht WM-Foto von Lukas Podolski

Wird von Breitbart zum Schlepper gemacht (oder zum Flüchtling) gemacht: Lukas Podolski
Wird von Breitbart zum Schlepper gemacht (oder zum Flüchtling) gemacht: Lukas Podolski

Das rechtspopulistische Portal Breitbart berichtet über eine in Spanien gefasste Schlepperbande, die Flüchtlinge mit Jet-Skis nach Europa schleuste. Der Bericht der für Fake News bekannten Seite orientiert sich an einem realen Vorgang, dennoch sorgt der Artikel für Aufsehen. Vom Aufmacher-Foto grüßt nämlich ein Mann, der mit illegalen Schlepperbanden nichts zu tun hat: Fußballprofi Lukas Podolski.

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„Die spanische Polizei zerschlägt eine Bande von Schmugglern, die Flüchtlinge für 5.000 Euro mit Jet-Skis von Marokko durch die Straße von Gibraltar nach Spanien gebracht haben“, heißt es in einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP, die Breitbart aufgegriffen und auf seiner Website online gestellt hat. Die Agentur berichtete, dass drei Schmuggler verhaftet worden seien, weitere würden gesucht. Die Meldung ist genauso echt wie das für den Artikel verwendete Foto. Trotzdem sorgt es für Aufsehen. Denn das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Das Foto zeigt zwei Personen, die weder Schlepper noch Flüchtling sind. Auf der Aufnahme ist Fußballprofi Lukas Podolski mit einer Schwimmweste bekleidet auf einem Jet-Ski zu sehen. Er zeigt das Victory-Zeichen und flitzt mit einem südländisch aussehenden Mann über das Meer. Dass das Foto mit illegalen Schleppertouren rein gar nichts zu tun hat, hat die Macher von Breitbart offenbar genauso wenig gestört, wie dass Podolski als angeblich mutmaßlicher Schlepper nicht einmal am Steuer sitzt. Dennoch wurde es verwendet. Die Aufnahme ist im Jahr 2014 entstanden und wurde im Rahmen eines Teamevents während Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien gemacht. Einen Hinweis darauf findet man auf der Seite vergeblich.

Weshalb Breitbart auf das Foto mit dem weltweit prominenten Kicker zurückgegriffen hat, ist nicht bekannt.

Der Vorfall verdeutlicht erneut, wie sehr die Nachrichtenseite, die von US-Präsident Trumps Ex-Stabschef Steve Bannon gegründet und zukünftig auch wieder verantwortet wird, Fakten und Zusammenhänge ignoriert und verdreht. Breitbart gerät wegen solcher Verzerrungen, Fake News und hetzerischen Artikeln regelmäßig in die Kritik.

Mit der Rückkehr Bannons ist gewiss das Gegenteil einer Verbessrung zu erwarten – vor allem dürfte Breitbart noch deutlicher zugunsten Trumps berichten. „Jetzt habe ich die Finger wieder an den Waffen. Ich verlasse das Weiße Haus und ziehe für Trump gegen seine Widersacher in den Krieg“, lauteten seine Worte, als seine Rückkehr zu Breitbart bekannt wurde.

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