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Nach Rassismus-Vorwürfen wegen Ösi-Kampagne: Die „dicke Eier“-Rechtfertigung vom “kleinen Saftladen” True Fruits

Unter dem Hashtag #jetztösterreichts wirbt der Bonner Saftmischer True Fruits mit Slogans wie: „Eure Heimat braucht uns jetzt“
Unter dem Hashtag #jetztösterreichts wirbt der Bonner Saftmischer True Fruits mit Slogans wie: „Eure Heimat braucht uns jetzt“

Die Bonner Smoothie-Produzenten True Truits werben diese Tage in Österreich mit Flaschen in schwarz, rot, gold oder auch mit einer Flüchtlingsanspielung. Das oberste Kampagnen-Ziel lautet dabei offenbar: maximale Aufmerksamkeit durch Polit-Provokation. Das gelingt. Allerdings gibt es dann doch so viel Ärger, dass sich die Saftpresser nun gezwungen sehen, sich vom Rassismus-Vorwurf zu distanzieren.

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Unter dem Hashtag #jetztösterreichts haben die Bonner gerade die inhouse entwickelte Kampagne für den Verkaufsstart in der Alpenrepublick gelauncht. Vom 13. bis zum 27. August sollen vier Motive für insgesamt 75 Millionen Kontakte sorgen. Alle Plakate spielen entweder mit der latenten Deutschland-Verachtung, die man Österreich nachsagt, wie auch mit dem latenten Rassismus, mit dem die Alpenrepublik immer wieder in Verbindung gebracht wird.

So heißt es beispielsweise: „Noch mehr Flaschen aus dem Ausland“. Zu sehen sind Smoothie-Flaschen in Schwarz, Rot und Gold. Es geht aber auch anders. So heißt ein weiterer Slogan: „Eure Heimat braucht uns jetzt“. Das werden die Österreicher nicht so gerne hören. Und tatsächlich gab es einiges an negativen Reaktionen und Rassismus-Vorwürfen. Letztere vor allem wegen eines Motivs, das eine schwarze Flasche mit dem Spruch „Schafft es selten über die Grenze“ zeigt.

Den Rassismus-Vorwürfen tritt True Fruits nun in einer langen Erklärung entgegen. Unter der Überschrift “Liebe true fruits Fans, liebe Hater, liebe neunmalkluge ‚Vorverurteiler‘ & ‚Vorverurteilerinnen’”, heißt da: “Unsere aktuelle Plakatkampagne in Österreich hat für viel Wirbel gesorgt. Manche von Euch waren besorgt oder verärgert (vermutlich aus Unkenntnis und/oder schlichter Dummheit), wir könnten uns dem rechten Ufer zugewandt haben. Andere wiederum kommen vom rechten Ufer und feiern unsere Kampagne aus falschen Gründen (und/oder aus schlichter Dummheit). Eins möchten wir direkt klarstellen: RASSISMUS UND FREMDENFEINDLICHKEIT FINDEN WIR ZUM KOTZEN.”

Weiter schreibt True Fruits, dass man allen danken wolle, denn durch das “voreilige Gezeter bekommt unser Anliegen die Aufmerksamkeit, die es benötigt”. Das Anliegen sei es, explizit gegen Fremdenfeindlichkeit einzutreten. “Leider ist das Thema sehr aktuell: Sei es die regelmäßige Androhung, die österreichische Grenze in Richtung Italien zu schließen oder sonstige lächerliche/widerliche Parolen der rechtsorientierten Parteien.”

Keine Möglichkeit scheint es für “den kleinen Saftladen” (Eigenbeschreibung True Fruits) zu sein, dass das „ganze Gezeter“ zeigt, dass die Kampagne womöglich schlicht missverständlich war.

Für True Fruits lohnt sich der ganze Ärger insofern, als dass sie die gewünschte Aufmerksamkeit bekommen. Mit einer gehörigen Portion Stolz schreiben sie deshalb auch in ihrer Stellungnahmen: “Wir als kleiner Saftladen haben es mit einer einzelnen Aktion geschafft, derartige Themen in den Fokus der Menschen zu rücken. Wir fragen uns also: Wozu wären dann erst große Konzerne mit deutlich größeren Budgets in der Lage? Diese Unternehmen besitzen eine verdammt große Macht, haben leider nur keine Eier sich für ihre Ansichten aus dem Fenster zu lehnen.”

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