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Budget von einer Milliarde Dollar: Apple will bis zu 10 Fernsehserien in der Güteklasse von „Game of Thrones“ produzieren

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Apple TV: Wohl bald auch mit mehr eigenen Inhalten ausgestattet © Apple

Die Anzeichen haben lange darauf hingedeutet: Apple möchte im boomenden Video-Streaming-Segment offenkundig auch eine größere Rolle spielen. Wie das Wall Street Journal berichtet, will der wertvollste Konzern der Welt im nächsten Jahr eine Milliarde Dollar in Bewegtbild-Produktionen investieren. Nach Angaben der US-Wirtschaftszeitung will Apple mit dem Geld bis zu zehn Fernsehserien in der Güteklasse von "House of Cards" produzieren lassen. Erst kürzlich hatte Apple zwei Top-Manager von Sony Pictures verpflichtet.

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Die Personalien waren ein deutlicher Fingerzeig: Zwei Monate ist es her, dass Apple zwei absolute Top-Manager aus Hollywood verpflichtete. Jamie Erlicht und Zack Van Amburg, die die Erfolgsserien „Breaking Bad“ und „Better Call Saul“ mitentwickelt haben, wechseln nach Cupertino.

Und das sicher nicht, um Video-Häppchen wie „Carpool Karaoke“ und „Planet of the Apps“ als Beiwerk für Apple Music zu produzieren, sondern eher um in Hollywood eine Visitenkarte zu hinterlassen. „Jamie und Zack sind zwei der talentiertesten TV-Manager der Welt und haben maßgeblich dazu beigetragen, dass dies das goldene Zeitalter des Fernsehens ist“, erklärte Apples Content-Chef Eddy Cue bereits im Juni vielsagend.

WSJ: Apple will bereits im nächsten Jahr eine Milliarde investieren

„Wir haben spannende Pläne für unsere Kunden und können es kaum erwarten, dass sie ihre Expertise bei Apple einbringen – hier wird noch viel mehr kommen“, lockte Cue seinerzeit. In anderen Worten: Apple ließ erstmals durchblicken, auch hochklassige Film- und Serieninhalte entwickeln zu wollen.

Die Bestätigung liefert nun das Wall Street Journal.  Wie Rupert Murdochs Wirtschaftszeitung mit Verweis auf gut informierte Kreise berichtet, will Apple bereits im kommenden Jahr eine Milliarde Dollar in seine Bewegtbild-Bemühungen investieren.

Bis zu 10 Serien in Planung

Das Budget ist durchaus erheblich, zumal Apple bislang nicht mehr als 200 Millionen Dollar investiert haben soll. Time Warners Seriensender HBO, der Hits wie „Game of Thrones“, „Westworld“ oder „Sex and the City“ hervorgebracht hat, verfügt pro Jahr über einen geschätzten Etat von 2 Milliarden Dollar, Amazon Prime Video über geschätzte 4,5 Milliarden, Netflix über 6 Milliarden Dollar.

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Wie das Wall Street Journal berichtet, könnte Apple für sein Budget bis zu zehn Serien in Auftrag geben lassen; geplant seien Hochglanzserien in der Güteklasse von „Game of Thrones“. Nach Einschätzung eines Brancheninsiders braucht Apple mindestens eine Hit-Serie, damit die Video-Initiative an Relevanz gewinnt.

The Oscar goes to…Apple?

Zu Jahresbeginn war in Hollywood bereits zu hören, dass Apple an Produktionsstudios herangetreten sei, um Rechte an exklusiven Serienproduktionen zu erwerben, die mit Hits wie HBOs „Westworld“ und Netflix‘ „Stranger Things“ vergleichbar wären.

Nach Einschätzung des neu gegründeten Wagnisfinanzierers Loup Ventures dürfte Apple seine Film- und Serien-Ambitionen massiv hochfahren und damit zum echten Rivalen von Netflix und Amazon erwachsen. Bereits fünf bis sieben Milliarden Dollar könnte der iKonzern 2022 für Eigenproduktionen ausgeben, mutmaßt Loup Ventures-Mitbegründer Andrew Murphy. Die mögliche Folge: In den kommenden fünf Jahren dürfte es heißen „And the Oscar goes to… Apple!“, glaubt Murphy.

Dass Apple seine Content-Bemühungen künftig massiv intensivieren dürfte, glaubt auch Wagnisfinanzierer M.G. Siegler. „Sie verpflichten nicht diese beiden Männer, wenn sie nicht bereit wären, all-in zu gehen“, schreibt der frühere TechCrunch-Reporter, der inzwischen für Google arbeitet, beim Blognetzwerk Medium.

 

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