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„Grundsätzlich negative Stories“: Fußballexperte Mehmet Scholl äußert sich zu seinem ARD-Boykott während des Confed-Cups

Mehmet Scholl ist seit neun Jahren Fußball-Experte in der ARD.
Mehmet Scholl ist seit neun Jahren Fußball-Experte in der ARD.

Die ARD begründete Mehmet Scholls Abwesenheit beim Confed-Cup-Halbfinale vor fünf Wochen in Russland mit "Meinungsverschiedenheiten". In seiner Sendung 'Mehmets Schollplatten' im Bayrischen Rundfunk (BR) äußerte Scholl nun seine Sicht auf die Dinge. Er wollte eine veraltete Doping-Enthüllung nicht kommentieren und habe gefordert, die Sendung aufgrund von mangelnder Relevanz zu verschieben.

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Mehmet Scholl, Ex-Fußballprofi und „Sportschau“-Experte bei der ARD, hat die Programmplanung eines öffentlichen Senders kritisiert. Über einen Zeitraum von zwei Jahren habe er beobachtet, dass der von ihm nicht näher benannte ARD-Sender „grundsätzlich mit negativen Stories“aufmache.

An diesem Abend gab es Scholl zufolge jedoch keine negative Story. „Deutschland war im Halbfinale, der Confed-Cup hat gezündet und unsere U-21-Mannschaft ist ins Finale eingerückt“. Laut Programmplan habe die Vorberichterstattung zu den Confed-Cup-Halbfinals mit einer fünf Jahre alten Doping-Enthüllung aus Russland beginnen sollen, so Scholl.

Scholl sollte die Dopingvorwürfen gegen eine russische Fußballmannschaft kommentieren – zuvor hatte er sich in seiner neunjährigen Zusammenarbeit mit der ARD jedoch nie zu Dopingskandalen geäußert und wollte auch an diesem Abend nicht damit anfangen. Er habe also darum gebeten, dass diese Story aus dem Programmablauf gestrichen und stattdessen zu einem anderen Zeitpunkt gesendet wird. Aus journalistischer Sicht habe die Enthüllung „keine Eile und keine Brisanz“ gehabt, meint Scholl.

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„Als mir gesagt wurde, dass ich mich nicht ins Programm einmischen darf, bin ich gegangen“, so Scholl. Vorwürfe, er finde Doping im Fußball nicht kritikwürdig, weist Scholl indes von sich: „Doping muss ganz hart bestraft werden, aber an diesem Tag hatte das Thema im Programm an dieser Stelle nichts verloren“.

Scholl wird aber weiterhin als Sportschau-Experte im ARD-Fernsehen zu sehen sein, das teilte der BR auf seiner Homepage mit.

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