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Eine geht noch: Funke kauft nach Condé Nasts Myself auch das Burda-Magazin Donna

Schafft für Funke durch Zukäufe den Einstieg ins Premiumsegment der Frauenzeitschriften: Top-Manager Manfred Braun
Schafft für Funke durch Zukäufe den Einstieg ins Premiumsegment der Frauenzeitschriften: Top-Manager Manfred Braun

Nur zwei Tage nach der Meldung, dass die Funke Mediengruppe Myself von Condé Nast erwerben wird, geht auch Donna über den Verleger-Tresen. Ein entsprechender Kaufvertrag zwischen Noch-Eigentümer Burda und Funke wurde bereits unterzeichnet, wie die Verlage heute bekannt gaben. Ab November soll das Magazin ins Portfolio der Essener rücken, die so marktstrategisch ein eigenes Premiumsegment eröffnen.

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Die journalistische Produktion der Marke Donna (Printmagazin und Online-Auftritt) hatte bereits zum vergangenen Jahreswechsel für Schlagzeilen in den Branchenmedien gesorgt. Damals hatte BurdaStyle die Produktion des Titels an die Storyboard GmbH übertragen, die auch nach dem Verkauf weiterhin inhaltlich verantwortlich sein soll. Der „Donna-Schlag“ hatte für einigen Wirbel gesorgt und Burda Kritik von Journalistenverbänden an der Politik des Outsourcings eingebracht. BurdaStyle-Geschäftsführerin Manuela Kampp-Wirtz hatte die Maßnahme damals als alternativlos hingestellt: „Trotz verschiedener auch mit der Chefredaktion gemeinsam erarbeiteter Lösungsansätze war es nicht möglich, die Marke in der bestehenden Konstellation langfristig profitabel zu führen. Dies ist aber unser kaufmännischer Auftrag.“

Die Rückkehr zur Profitabilität scheint unter dem neuen Dienstleister überraschend schnell gelungen zu sein. In einer eigenen Mitteilung lobt Hubert Burda Media Donna nämlich nun als eine „selbst entwickelte, kaufmännisch gesunde und multimediale Marke“. Unter der Regie von Storyboard wurde die Redaktion neu strukturiert und bekam mit Sandra Djajadisastra auch eine neue Chefredakteurin. Für sie und ihr Team soll sich unter dem neuen Eigentümer vorläufig nichts ändern. Über den Verkaufspreis von Donna (vermutlich ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag) haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart, der Verkauf steht wie üblich unter dem Vorbehalt der Kartellbehörden.

Donna gilt als  hochwertiges Magazin für erwachsene Frauen ab 40 Jahren. Der Titel biete „mit emotionaler Tonalität und edler Optik alle Themen, die eine gute und moderne Frauenzeitschrift heute ausmachen“, so Michael Geringer, Geschäftsführer der Funke Zeitschriften, der die Verlagsstrategie seines Chefs Manfred Braun exekutiert. Erst kürzlich hatte die Mediengruppe mit der Unterzeichnung des Kaufvertrages für die Zeitschrift Myself angekündigt, in das Segment der Lifestyle-Zeitschriften einsteigen zu wollen. Bislang stehen die Essener eher für hochauflagige, niedrigpreisige Magazine. Mit dem Vorstoß ins Premium-Segment scheint man nun vor allem im Vermarktungsbereich neue Felder erschließen zu wollen.

Geringer erklärt dazu: „Durch diese beiden strategischen Zukäufe setzen wir auf etablierte Titel, die sowohl im Vertrieb als auch in der Vermarktung bereits bestens positioniert sind. In einem hart umkämpften Markt bündeln wir Know-how und kreatives Potenzial und erreichen dadurch vom Start weg die richtige Größe, um in einem neuen Segment erfolgreich zu sein.“ Der Funke-Manager gilt derzeit als besonders umtriebig. Medienbeobachter rechnen damit, dass weitere Titel auf der Einkaufs-Wunschliste stehen könnten – so etwa Klambts Grazia. Der Verlag erklärte auf Anfrage, man werde das Magazin nicht verkaufen.

Solange verhandelt wird, geben sich die Parteien regelmäßig äußerst zugeknöpft. Dementiert wird oft selbst dann noch, wenn die Gerüchteküche bereits brodelt. Ein bemerkenswertes Beispiel dafür lieferte am Montag dieser Woche Condé Nast-Deutschlandchef Moritz von Laffert. Der bekannte anlässlich des Verkaufs seines Solitärs Myself an Funke freimütig, das „nur in Deutschland präsente Magazin“ könne im weltweiten Condé Nast-Portfolio „perspektivisch kaum profitieren“. Nur vier Monate zuvor hatte er auf Nachfrage von MEEDIA noch Folgendes zu Protokoll gegeben:

Das Interesse unterschiedlicher Player im Markt an myself sehen wir als Ursprung dieser seit geraumer Zeit kursierenden Gerüchte und zugleich als besten Beweis für die Stärke und Attraktivität der Marke. Wir sind froh und stolz myself in unserem Portfolio zu wissen, ein Verkauf steht daher nicht zur Diskussion. Entsprechend haben wir keinen Anlass diesbezügliche Spekulationen näher zu kommentieren.

Auch bei Burda gab es vor dem Donna-Verkauf Gerüchte über einen sich anbahnenden Deal mit Funke – was Zeitschriften-Vorstand Philipp Welte auf die Palme brachte. „Das ist totaler Unsinn!“ dementierte er gegenüber MEEDIA Ende Februar eine diesbezügliche Verdachtsberichterstattung. Und: „Wir denken nicht im Entferntesten daran, Zeitschriften aus unserem Portfolio zu verkaufen.“ Zu Weltes Gunsten sei erwähnt, dass es sich damals um eine ganze Reihe von Titeln handelte, bei denen Burda Verkaufsabsichten haben solle. Dies wird in München nach wie vor (und auch glaubhaft) entschieden bestritten. Im Fall von Donna gilt Weltes General-Dementi aus dem Frühjahr nun aber jedenfalls nicht.

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Alle Kommentare

  1. FUNKE ist offenbar sowas wie die Badbank für die Pressebranche.

    Das wird nicht gutausgehen, die Springer Titel hatten zwar auch keine langfristige Zukunft aber immerhin gewisses Melkpotential.

    Donna und myself sind mittlerweile richtig schwache Titel, ohne jede Perspektive.

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