#trending: das Aus des Kölner Undergrounds, der ausbleibende Erfolg der Boateng-McDonald’s-Kampagne und der neueste Gegenwind für Donald Trump

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Guten Morgen! Dies ist die letzte #trending-Ausgabe für zwei Wochen. #trending macht Sommerurlaub und meldet sich am Montag, den 14. August frisch gestärkt zurück. In der Woche danach wird dieser kleine Newsletter bereits seine 100. Ausgabe feiern. Ich danke Ihnen hiermit allen schonmal dafür, dass Sie #trending zu einer Erfolgsgeschichte gemacht haben - mit täglich steigenden Abonnentenzahlen.

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#trending // News & Themen

Welch großen Erfolg auch lokale Nachrichten in den sozialen Netzwerken haben können, erfuhr am Donnerstag der Kölner Stadt-Anzeiger. Seine Meldung zum Aus des bekannten Kölner Musik-Clubs Underground sammelte bis Mitternacht mehr als 13.000 Reaktionen bei Facebook und Twitter ein und war damit der erfolgreichste journalistische Artikel des Tages in ganz Deutschland. Natürlich auch deswegen, weil der Club überregional vor allem bei Rock- und Metal-Fans bekannt ist. Dennoch fällt immer wieder auf, welche Erfolge Neu-Eröffnungen oder Schließungen von bekannten Läden, Veranstaltungsorten, etc. haben. Eine Tatsache, von der Online-Redaktionen auf jeden Fall profitieren können, wenn sie solche Ereignisse konsequent melden und via Facebook und Twitter verbreiten.

#trending // Social Media

„Wie geil ist Dustin?“ Schon der Name der neuen McDonald’s-Mini-Online-Sitcom zeigt auf, was der Zuschauer erwarten kann: platten Humor. Als Star für die Serie hat die Fast-Food-Kette Fußballstar Jerome Boateng eingekauft. Zum Viral-Hit wird die Serie offenbar dennoch nicht. Obwohl sie ganz genau darauf ausgerichtet ist. Trotz viel Publicity in den Medien und Shares auf den sehr populären Facebook-Seiten von McDonald’s und Boateng hat die erfolgreichste der bisher veröffentlichten vier Folgen auf YouTube gerade mal rund 355.000 Views generiert. Likes und Shares bei Facebook und Twitter hat fast ausschließlich die erste Folge bekommen: weniger als 100 (!). Selbst auf Boatengs Facebook-Seite, der die Videos als Playlist geteilt hat, bekam ein Foto mit ihm aus dem Münchner Regen in vier Stunden mehr Interaktionen als der Link zur McDonald’s-Kampagne in mehr als 24 Stunden. Er lässt sich eben nicht erzwingen, der virale Hit.

#trending // Wahljahr 2017

Der arme Martin Schulz. Sein Wahlkampf zündet weiterhin nicht. Seine Offensive in Sachen Flüchtlingsproblematik ist beinahe schon wieder vergessen, daran änderte auch sein Besuch beim italienischen Ministerpräsidenten Gentiloni am Donnerstag nichts. „Italien kann die ankommenden Geflüchteten nicht alleine aufnehmen. Wir brauchen jetzt eine Koalition der Willigen, die vorausschauend und solidarisch mitanpackt. Ich treffe mich deswegen heute mit dem italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni. Ziel muss es sein, Probleme zu lösen, bevor sie zu Krisen werden.“ sammelte auf Facebook unspektakuläre 2.400 Interaktionen ein, der Folge-Post mit Foto-Beweis später nur 1.500. Die beiden Facebook-Posts mit den meisten Reaktionen stammten am Donnerstag von Angela Merkel und der CSU – beide trauerten um die in Mali verstorbenen deutschen Soldaten.

#trending // Entertainment

Auch wenn zahlreiche Medien „Pokémon Go“ schon des Öfteren beerdigt haben, gehört das Augmented-Reality-Spiel weiterhin auch hierzulande zu den zehn Smartphone-Spielen mit den meisten aktuellen Nutzern (Quelle: SimilarWeb / System: Android). Durch eine kluge Erweiterung des Spielprinzips – so genannte „Raids“ – hat Softwarefirma Niantic das Spiel wieder so attraktiv gemacht, dass man plötzlich in den Städten wieder auf größere Gruppen von Menschen stößt, die gemeinsam „Pokémon Go“ spielen, um seltene Monster zu besiegen und einzufangen. Am Donnerstag tauchte plötzlich sogar die Begleit-Hardware „Pokémon Go Plus“ an der Spitze der Amazon-Games-Charts auf. Der Grund: Amazon reagierte auf ein Sonderangebot des Media Marktes. Tot scheint „Pokémon Go“ auf jeden Fall noch lang nicht zu sein.

#trending // Worldwide

Gegenwind ist US-Präsident Trump täglich gewohnt. Der neueste Gegenwind kam aber in einer besonderen Massivität aus den sozialen Medien. Der Auslöser: Trumps Ankündigung, keine Transgender-Menschen mehr in die US-Armee zu lassen. Reaktionen kamen auch von zahlreichen Stars. So postete Lady Gaga auf Facebook u.a. „Within the Trans Community are many also who are strong & brave. They should be able to serve if they wish. To have honor if they do“ und sammelte damit eindrucksvolle 280.000 Interaktionen ein. Hunderttausende Likes & Reweets gab es auch auf Twitter – u.a. für Social-Media-Star Matt Bellassai („transgender people show more courage when they leave their fucking houses in the morning than donald trump has shown his entire life„), Ellen DeGeneresKim Kardashian West und Mark Hamill alias Luke Skywaker.

President Donald J. Trump The message you have just sent has endangered the lives of people all over the United States…

Posted by Lady Gaga on Mittwoch, 26. Juli 2017

#trending // Deutsche Tops des Tages

Story nach Social-Media-Interaktionen: Der Postillon – „‚Great weather!‘: Sommer 2017 lockt massenhaft britische Touristen nach Deutschland“ (17.800 Interaktionen bei Facebook und Twitter)

Story nach Likes & Shares bei Twitter: RP Online – „‚Germanys Muslims‘ in Mönchengladbach – Muslime im Rocker-Outfit gründen Bürgerwehr“ (1.000 Retweets und Likes)

Story bei Blendle (nach Likes): Süddeutsche Zeitung – „Micha und das Hängematten-Paradoxon

Google-SuchbegriffThe Gift (20.000+ Suchen) [Film lief auf ProSieben]

Wikipedia-SeiteEurocopter Tiger (29.600 Abrufe)

Youtube-Video: The Late Late Show with James Corden – „Usher Carpool Karaoke

Song (Spotify): 187 Strassenbande – „Millionär“ (376.800 Stream-Abrufe aus Deutschland am Mittwoch)

Musik (Amazon): Linkin Park – „One More Light“ (Audio CD)

DVD/Blu-ray (Amazon): „Logan – The Wolverine“ (Blu-ray)

Game (Amazon): „Pokémon Go Plus

Buch (Amazon): Rolf Peter Sieferle – „Finis Germania“ (Gebundene Ausgabe) [zum Hintergrund]

#trending // Feedback und Teilen

Anmerkung: Alle in #trending genannten Zahlen beziehen sich wenn nicht anders vermerkt auf den Vortag der Newsletter-Veröffentlichung (Stand: 24 Uhr)

Was finden Sie gut an #trending? Was schlecht? Was fehlt Ihnen? Schreiben Sie mir!

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Alle Kommentare

  1. Vielleicht merkt man an McDonalds, das in NRW wohl Schulferien sind und dadurch vielleicht Resonanz zum Erfolg fehlt. Wortspiel-Humor gibts auch (Heute? Morgen? ) bei RTLplus mit den Wiederholungen von Samstag-Nacht! wenn oft auch vielleicht Heinz Erhardt und Samstag-Nacht! Besseres ablieferten. Laut Doku liefen die Foreman-Grills viel besser seit man Ausschnitte aus seinen Boxkämpfen reinschnitt. Das man bei McDonalds im WiFi bestellen und die Clips kostenlos gucken kann weil sie ohne Ton auf Displays dort laufen und per QR-Code aufrufbar sind, sollte man mal etablieren. Zugriff aufs richtige Internet wäre dafür völlig unnötig.

    Als „Die Wochen-Show“ mit Ingolf Lück und mit Danke Anke Engelke länger wurde, war das auch nicht gut oder seit Walking Dead 16(?) Teile hat… Verwässern und in die Länge ziehen sollte McDonalds sich also besser sparen und schwache Witze draussen halten.
    Die McDonalds-Pächter dürfen ja vermutlich recht sicher auch nicht die Sauce selber verändern, strecken oder eigene Saucen und Rezepte anbieten…

    Transgender hatte ich gestern schon als Thema erwartet weil Trumps Tweets wohl von vorgestern waren.

    Da man inzwischen mit Fernsteuerung(1) statt oft im echten Schützengraben Krieg führt (und auch aktuell in NahOst die Soldaten Tabletts mit Stadt-von-Oben-Fotos beim Häuserkampf in der Hand hielten (den TV-Sender weiss ich nicht mehr)) und vermutlich auch Chelsea Manning das Thema bekannt gemacht hat, könnte es vielleicht sein, das Trump die Kosten sparen will. Ich glaube in seinen Tweets zum Thema (hätte man ruhig zitieren können weil es vermutlich nicht viele sein werden) sprach Trump die Kosten an.

    Der normale US-Bürger zahlt wohl 10%-60%(80% ? 90%?) an Ärzte und für (dort wohl recht teure) Medikamente. Zusätzlich zur Krankenversicherung welche in TV-Serien oft wohl viel besser ist als ein Dienstwagen.

    Wie hoch ist der Eigen-Anteil als US-Soldat ? Vielleicht ja sogar nur Null Prozent so das die Ehefrau jedes Jahr beim Fronturlaub die Familie ohne Zu-Zahlung vermehrt und man die nächste Generation Soldaten/Billige-Arbeiter/Übervölkerung heranwachsen lassen kann. Nach 10 Jahren oder so ist das Soldatentum vorbei und man kann mit seiner US-Großfamilie auf den normalen Arbeitsmarkt…

    Der 20-29jährige Soldat hingegen verursacht (siehe Orange is the new Black von gestern zdf_neo mit den Investoren zu Besuch) wohl wenig Gesundheitskosten und somit finanziert man vielleicht prozentual hauptsächlich bisher überwiegend seinen eigenen billigen Soldaten- und künftigen NiedrigLohnUngelernteFabrikArbeiter-Nachwuchs und viele gute Republikaner-Nachwuchs-Wähler und spart sich somit eine offizielle „Wurf-Prämie“ an die normale (möglicherweise unverheiratete) Bevölkerung oder Demokraten-Wähler-Familien.

    Die Kosten für Geschlechts-Umwandlungs-Operation und Hormon-Ersatz-Therapien, Nachbehandlung, Betreuung usw. und/oder was man sonst so noch alles braucht könnten Trump also evtl. bestätigen.
    Online könnte man solche Zusatz-Aspekte (falls sie sich bestätigen) auch mal bringen.

    (1) http://www.golem.de/news/us-drohnenkrieg-sehr-viel-personal-fuer-unbemannte-drohnen-1612-125267.html

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