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So blöd kann Künstliche Intelligenz sein: Facebook-Algorithmus glaubt, dass Bild-Chef Reichelt an das Breivik-Attentat „gern zurückdenkt“

Facebook erinnert gerne an zurückliegende Beiträge – diese sorgen nicht immer für Freude, wie Julian Reichelt zeigt
Facebook erinnert gerne an zurückliegende Beiträge – diese sorgen nicht immer für Freude, wie Julian Reichelt zeigt

Immer wieder animiert Facebook in jüngster Zeit seine Nutzer dazu, in Erinnerungen zu schwelgen – beispielsweise wenn das Social Network in der Timeline wühlt und längst vergessene Beiträge wieder hervorkramt. Der Algorithmus macht's möglich. Die "An diesem Tag"-Funktion soll dabei überraschen. Positiv selbstverständlich. Dass das nicht immer gelingt, hat nun Bild-Chef Julian Reichelt erfahren.

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„Es ist schön Erinnerungen wach zu halten.“ Mit diesem Satz werden Facebook-Nutzer immer dann in ihrer Timeline begrüßt, wenn Facebook mal wieder einen besonderen Beitrag aus der Vergangenheit hervorgekramt hat, an den es erinnern will. Mit der „An diesem Tag“-Funktion sollen Nutzer noch einmal an die schönen Momente des Lebens denken, die sie bereitwillig mit ihren Freunden und dem sozialen Netzwerk geteilt haben. Das können Fotos von der jüngsten Geburtstagsparty sein, von der eigenen Hochzeit vor ein paar Jahren oder, oder, oder…

Facebook lebt vom Inhalt, den die Nutzer im Social Web teilen. Die Erinnerungen – Marke: Es geschah heute vor soundsoviel Jahren – sollen dazu beitragen, erneut zu kommentieren, neue Interaktionen zu generieren, vielleicht soll sie sogar dazu animieren, zukünftig wieder mehr zu posten – damit Facebook etwas hat, an das man wieder erinnert werden kann. Etwas Positives natürlich. Denn das hat Facebook am liebsten.

Und mit etwas anderem kann das Netzwerk offenbar auch nicht umgehen, wie erneut ein Vorfall zeigt, von dem Julian Reichelt berichtet. „Für alle, die künstliche Intelligenz fürchten, hier der Beweis, dass sie noch nicht einmal bei Facebook existiert“, schrieb der Bild-Chef am Freitag in einem neuen Posting. Angehängt war ein Bild, an das Facebook ihn gerne erinnern wollte. „Wir könnten uns vorstellen, dass Du gern an diesen Beitrag vor 6 Jahren zurück denkst.“ Denkste.

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In dem Posting von damals sind Trauergesteck, Kerzen und drei Fähnchen der norwegischen Flagge zu sehen. Reichelt hat dieses Foto vor sechs Jahren, circa eine Woche nach dem blutigen Attentat von Anders Breivik gepostet. Dieser hatte auf der norwegischen Insel Utøya 77 Menschen getötet, bei einem Bombenanschlag in der Innenstadt von Oslo acht weitere, zehn Menschen wurden dabei verletzt. „Natürlich denke ich nicht gerne an Utøya zurück“, schreibt Reichelt.

 

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