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„Finis Germania“: Der Spiegel rechtfertigt Eingriff in seine Bestseller-Liste und macht alles nur noch schlimmer

Macht im Umgang mit dem umstrittenen Buch Finis Germania eine unglückliche Figur: Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer
Macht im Umgang mit dem umstrittenen Buch Finis Germania eine unglückliche Figur: Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer

Der Spiegel hat mit einer ausführlichen Stellungnahme auf die anhaltende Kritik an dem Eingriff in seine Bestsellerliste reagiert. Die Chefredaktion des Magazins hatte verfügt, dass das umstrittene Buch "Finis Germania" von der Liste genommen wird, da es antisemitische Inhalte transportiere. Die stellvertretende Chefredakteurin Susanne Beyer erklärte nun, der Spiegel wolle den Verkauf eines solchen Buches nicht befördern. Chefredakteur Klaus Brinkbäumer äußerte sich bei Facebook.

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Die stellvertretende Spiegel-Chefredakteurin Susanne Beyer erklärt bei Spiegel Online, warum der Spiegel in der Sache „Finis Germania“ in einer „besonderen Verantwortung stehe. Der Spiegel-Redakteur Johannes Saltzwedel hatte das Buch nämlich als Mitglied in der unabhängigen Jury Sachbücher des Monats empfohlen. Nachdem heftige Kritik an der Empfehlung entbrannte, zog sich Saltzwedel aus der Jury zurück. Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer distanzierte sich öffentlich von seinem Redakteur: „Ich habe nach der Lektüre der wesentlichen Kapitel kein Verständnis dafür, dass der Kollege Saltzwedel dieses Buch empfohlen hat“, so Brinkbäumer damals in einer Meldung in eigener Sache, „und wegen des entstandenen Schadens begrüße ich seinen Rücktritt aus der Jury.“

Der Wirbel kurbelte freilich den Verkauf des Buches an, so dass es in der Spiegel-Bestsellerliste für Sachbücher in Ausgabe 29 auf Platz sechs landete. Beim Spiegel war man offenbar peinlich berührt und entschied sich, das Buch zu streichen. Der Vorgang wurde zunächst in einigen Blogs bemerkt und später von Henryk M. Broder in der Welt aufgegriffen und kritisiert.

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Eine Verlagssprecherin erklärte: „Der Titel war nur einmal in der Liste zu finden, in der Ausgabe, die am 15. Juli erschienen ist.» Danach habe die Chefredaktion entschieden, das umstrittene Buch des Historikers Sieferle (1949-2016) nicht mehr zu berücksichtigen. Im aktuellen Heft sind in der Bestsellerliste 20 Sachbücher aufgeführt – es gibt also keine Lücke. Statt „Finis Germania“ ist der Titel auf dem Platz dahinter einfach eine Stelle nach vorne gerückt.

Beyer erklärte nun: „Der Spiegel“, der sich auch bei historischen Themen als Medium der Aufklärung versteht, will den Verkauf eines solchen Buches nicht befördern.“ Und weiter: „Ohne die Empfehlung unseres Kollegen hätte das Werk des im vergangenen Jahr verstorbenen Autors es unserer Einschätzung nach nicht in die Liste geschafft; das Buch ist in einem kleinen und durch rechtsextreme Publikationen geprägten Verlag erschienen. Insofern haben wir in diesem Fall eine besondere Verantwortung. Deswegen haben wir das Buch in Heft 30 von der Liste heruntergenommen.“

Bei Facebook reagierte Chefredakteur Klaus Brinkbäumer auf den Zensur-Vorwurf eines Nutzers:

Lieber Herr Peters, wir zensieren nichts. Mir war klar, dass das Thema heikel ist und jede Entscheidung entsprechend umstritten sein würde. Aber Rassismus und Antisemitismus kann der SPIEGEL nicht fördern. Schreiben Sie mir gern, wie Sie das Buch einschätzen. Herzlich, kb

Auf den Kern der Kritik, nämlich, dass die Spiegel-Chefredaktion das Buch zunächst ohne Begründung von der Liste entfernte und damit instransparent vorging, gehen die Spiegel-Chefs nicht ein. Der Medienkritiker Stefan Niggemeier, der selbst für den Spiegel arbeitete, kommentiert bei Übermedien.de:

Der legendäre Satz von „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein, mit dem sich das Nachrichtenmagazin heute noch manchmal schmückt, lautet: „Sagen, was ist.“ Der aktuelle Werbespruch des “Spiegel” lautet: „Keine Angst vor der Wahrheit.“

Aber der „Spiegel“ traut sich nicht zu sagen, was ist. Der ganze Artikel ist ein Dokument der Angst.

Die Stellungname der stellvertretenden Chefredakteurin sei keine Aufklärung, sondern „ein Stück trauriger PR-Verdruckstheit“. Niggemeiers hartes Urteil: „Der Spiegel scheut die Öffentlichkeit. Das klingt irre, aber es ist so.“

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Alle Kommentare

  1. „Beyer erklärte nun: „Der Spiegel“, der sich auch bei historischen Themen als Medium der Aufklärung versteht, will den Verkauf eines solchen Buches nicht befördern.“ Und weiter: „Ohne die Empfehlung unseres Kollegen hätte das Werk des im vergangenen Jahr verstorbenen Autors es unserer Einschätzung nach nicht in die Liste geschafft;“
    Diese Wahrnehmung des Rezipienten als der eines rein passiven Informationsempfängers, der zu keinerlei eigenständigem Urteil fähig sei, führt dann zu der vermeintlich dem Medienschaffenden obliegenden Verantwortung, selbigen vor Irrlehren zu bewahren, Ereignisse zu bewerten und – wenn es nicht mehr anders geht – Informationen unter den Tisch fallen zu lassen.

    Auf der Strecke bleibt der mündige Leser. Herr Brinkbäumer hält die Spiegel-Leser offenkundig für eine zottelige Herde von Doofnasen.

    Der Vorgang dokumentiert einmal mehr den Glauben unserer Medienschaffenden, sie schüfen Wahrnehmungsübereinkünfte und Bewusstsein; was der Medienkonsument denkt und glaubt, sei ihm durch die medialen Erzählungen eingetrichtert. Da stehen die Macher des „Spiegel“ nicht allein.

    1. „Herr Brinkbäumer hält die Spiegel-Leser offenkundig für eine zottelige Herde von Doofnasen“. Na ja, vielleicht zu Recht?

  2. Ganz früher gab es die „Aktion Saubere Leinwand“. Die spießigen Saubermänner strichen damals zensorisch mit dem Farb-Pinsel aggressiv über Kinoleinwände, weil sie dem deutschen braven Bürger zuviel nackte Haut nicht zumuten wollten. Heute streicht der links-grün verdummte Spiegel-Chefredakteur die hauseigene Bestseller-Liste zusammen und zensiert statistisches Ranking, weil er der links-grünen Spießer-Klientel zuviel Meinungsfreieheit nicht zumuten zu können glaubt. Was haben wir damals über die Dummerchen von der „Aktion Saubere Leinwand“ doch gelacht. Was werden wir über die linksgrünverdummten Spießerchen vom Spiegel noch lachen.

  3. Ganz früher gab es die „Aktion Saubere Leinwand“. Da haben Spießer-Sittenwächter die Kino-Leinwand mit dem Farb-Pinsel zensiert und überstrichen, weil sie Angst hatten, daß nackte Haut die guten Sitten verdirbt. Heute streicht ein spießig-links-grün verdummter Spiegel- Chefredakteur seine eigene Bestseller-Liste zu und versaut das statistisch-korrekte Ranking. Wo ist denn da noch der Unterschied zur spießigen „Aktion Saubere Leinwand“ ? Was haben wir gelacht, über die Dummerchen. Wie werden wir noch lachen über unsere linksgrünen Spießerchen, die inhaltlich scharfsinning nicht mehr imstande sind sich zu erklären, sondern zur Listen-Zensur greifen müssen.

  4. Seine Glaubwürdigkeit kann man mit so einem Verhalten jedenfalls nicht erhalten. Kein Wunder dass Spiegel-Online im letzten Monat nicht mehr auf Platz 1 der Nachrichtenmagazine stand.

  5. Totaler Quatsch, es ist ja eine Bestseller und keine SPIEGEL-Buchempfehlungsliste. Wenn sie es nicht mehr empfehlen wollen, bzw. positive Rezensionen abdrucken wollen ist es ihre freie Entscheidung, aber eine Bestsellerliste ist etwas anderes. Media Control kann ja auch nicht einfach die „Böhsen Onkelz“ von Platz 1 der CD Verkaufscharts löschen, nur weil ihnen dessen Vergangenheit nicht gefällt.

    Und wenn sich eben soundsoviele Exemplare von diesem Buch verkauft haben, oder von den Tagebüchern Kim Jong Ils, oder Gaddafis GRÜNES BUCH, dann müssen die in einer objektiven Bestsellerliste auftauchen.
    Oder man druckt eben keine Bestsellerliste mehr ab.

  6. Nun, wenn es sich hierbei um ein „linksextremes“ Buch mit anti-rechten Inhalten gehandelt hätte, würde ein Großteil der Kommentatoren hier, die ja (angeblich!) für Meinungsfreiheit und „das Volk“ sprechen, diese Spiegel-Aktion bejubeln! So viel zum Thema Meinungsfreiheit aus der rechten Ecke, und „das Volk“ repräsentieren diese Kommentatoren hier noch lange nicht!

    1. Sind Sie sicher, dass es so ist? Und glauben Sie wirklich, dass ein linksextremes Buch von einer Bestsellerliste geschmissen wird? Wohl kaum. Im übrigen ist „Finis Germania“ in keiner Weise rechtsextrem, volksverhetzend etc., sonst würde es ja mit Fug und Recht aus dem Verkehr gezogen.

  7. ALLES NAZIS AUßER WIR—…. ??!!
    oder:

    Frau Beyer schreibt: „Die SPIEGEL-Bestsellerliste stützt sich auf Verkaufszahlen, wird aber vielerorts als Empfehlungsliste verstanden. Eingriffe in die Bestsellerliste sind den Regularien zufolge möglich, allerdings selten.“ Damit sind allen Spekulationen der Boden entzogen, das Verschwinden des Buches könnte technische Gründe, zum Beispiel Lieferschwierigkeiten des Verlages, gehabt haben. Vielmehr ist das Vorgehen der „Spiegel“-Chefredaktion ein beispielloser Akt unverblümter Zensur und ein an Signalwirkung überhaupt nicht zu unterschätzender Schritt in die Gesinnungsdiktatur. Die Botschaft an die Leser und die Nation ist: Was gelesen werden kann und soll, bestimmen diejenigen, die wissen, was dem Volks verträglich ist…
    Mein Tip:
    KAUFEN und verteilen an jeden Möglichen und Unmöglichen !

  8. @Simon Lissner
    Was Sie da als angeblichen Kommentar der Wochenzeitung „Die Zeit“ zitieren, war nichts weiter als EIN Leserkommentar auf einen vor vier Wochen veröffentlichten Artikel der „Zeit“.

    Doch mit Ihrem Kopieren dieser einzelnen „titanicus“-Lesermeinung – und wahrscheinlich ohne das Buch bereits selbst gelesen zu haben – werfen Sie dem „Finis Germana“-Autor Sieferle „völkischen Antisemitismus und NS-Antisemitismus“ vor. Alles nur, um Ihre vorgefasste Meinung zu stützen, dass der Spiegel das „Schund“-Buch zurecht aus der Bestsellerliste manipuliert habe.

    Dabei hat „Zeit“-Autor Soboczynski die Vokabel „antisemitisch“ gar nicht verwendet, in seinem Verriß (und Widerrede auf Safranski) dagegen von „völkischen Nachtgedanken“ gesprochen. Für den Vorwurf des Antisemitismus hätte er eindeutige Belegstellen gebraucht, die er offensichtlich nicht gefunden hatte.

    Andere „Zeit“-Lesermeinungen haben Sie, Simon Lissner, wohl nicht zur Kenntnis genommen in Ihrem Eifer, Verbrechen bekämpfen zu wollen wo keine sind? Die kommen nämlich zu dem nachvollziehbaren Schluß, dass das Sieferle-Buch eben nicht antisemitisch ist. Hier nur ein Beispiel-Zitat (und direkte Antwort auf die von Ihnen kopierte Lesermeinung): „Nirgendwo gleitet Sieferle ab in die von Ihnen angeführte verschwörungstheoretische Vermutung, „die Juden“ würden das „Deutschtum“ „zersetzen“. Gegenstand seiner Kritik ist allein der Umgang der Deutschen mit ihrer eigenen Identität.

  9. Eine Zäsur in der deutschen Geschichte, ein Buch wird einfach abgeschafft und verboten. Es ist wirklich wie zu schlimmsten Zeiten in den 30ern. Sieferle, ein anerkannter Historiker, wird post mortem noch einmal getötet, von Fanatikern, die für seine Argumentation einfach zu kleingeistig sind. Der Spiegel hat sich nun vollends zu ad absurdum geführt… Wo bleibt der Aufschrei?

    1. Was mich an der Verblödung unserer Eliten, unter anderem, beängstigt, ist dass sie Leuten wie Ihnen das Futter liefern um in eine Scheinrealität abzurutschen, in der sie wirklich glauben, dieses Buch sei verboten. (Glauben Sie das eigentlich echt? Sind Sie Agitprop-Opfer oder -Täter?)

      Um sich dann anschliessend in eine Angsthysterie hereinzusteigern, in der man hier verfolgt wird „wie zu schlimmsten Zeiten in den 30ern“.

      Ausgerechnet denen, die sich Zustände „wie zu schlimmsten Zeiten in den 30ern“ in Wahrheit zurückwünschen, den Boden zu bereiten ist das wahre Versagen unserer Beziehungseliten.

      Dazu passt dann auch „Wer noch einen winzigen Rest von Sympathie für Wahrheit und Freiheit (speziell der anderen) übrig hat, dem ist die AfD die zwar nicht perfekte aber leider einzige Alternative“ als Kommentar im Zimmermann-Bericht. Zu einer Partei also, die bei einer Machtergreifung erstmal „unter Journalisten gnadenlos aussieben“ will.

      Der beste Dünger für diese brandgefährlichen Freiheitsfeinde sind die Sorte „Qualitäts-Alpha-Journalisten“ in den deutschen Medien, für die die aktuelle Spiegelspitze nur symbolisch steht.

  10. Die „Zeit“ schreibt zu diesem Sieferle: „Das Waschlappenhafte dieses Berufsopfer-Deutschtums kontrastiert wundersam mit dem heldenhaften Bild, das es von der deutschen Geschichte malen will. Der „Ausrutscher mit den Juden“ stört das Gemälde, daher muss er unbedingt wegretuschiert werden. Es gilt zu bedenken: Das Selbstmitleid dieser Berufsopfer-Deutschen kann sehr schnell in eine ungeahnte Brutalität umschlagen.“ (http://www.zeit.de/2017/27/rolf-peter-sieferle-finis-germania-ruediger-safranski).
    Hier wird teilweise so diskutiert, als sei völkischer und NS-Antisemitismus eine „Weltanschauung“ die „man diskutieren“ könne/müsse. Dumm an der Spiegelraktion ist, nicht einfach ein paar dieser Zitate zu veröffentlichen, die den Sieferle und die geistige Kloake von ideologischen Verbrechern als das deutlich werden lassen, was es ist, eben Kloake. Und besonders an die Adresse der Deutschen (also auch meine!): Merke – völkischer Antisemitismus und NS-Antisemitismus sind keine „Meinungen“, sondern Verbrechen.
    Dass hier Kommentare daran Zweifel aufkommen lassen, lässt durchaus tief blicken, wieweit die Bewußtseinstrübung in diesem Deutschland bereits gediehen ist und dass es ein solcher Schund auch noch auf Bestsellerlisten auf welchen Platz auch immer, schafft, nun ja. Das gibt zu denken und sollte die Aufklärung durch Demokraten befördern, ohne die konsequente Strafverfolgung zu vernachlässigen. Holocaust – Verleugnung und Umdichtung (die Deutschen als Opfer des Holocaust) sind in Deutschland durchaus verfolgbare Delikte.

    „Selbst ermordete Juden seien – folgt man Sieferle oder den AfD-Demagogen – in der Lage, das „Deutschtum“ zu „zersetzen“. Denn heute sei es das Holocaust-Gedenken, welches „das deutsche Volk“ zerstören wolle.“ (ebd.) und „Bösartiger, verrohter und ordinärer geht es nicht mehr.“ kommentier die Zeit völlig korrekt.

  11. AUSGESPIEGELT

    Ich habe den Spiegel vor einem halben Jahr abbestellt, weil ich das Schönen der Wirklichkeit nicht mehr ertragen kann. Fakenews sind leider gang und gäbe in der deutschen Medienlandschaft.

    Es wird eine Wunschrealität beschrieben, die wir glauben soll. Dass der Spiegel unter der Ägide der Chefredaktion einmal vom Nachrichtenmagazin zum Glaubensbekenntnis des Mainstreams wird, hätte der alte Augstein nicht gedacht. Sein vermeintlicher Sohne Jakob Augstein hat kräftig mitgeholfen, das Werk des Alten zu zerstören. Traurig.

    Bald hat es sich ausgespiegelt.

  12. Statt ENTARTET nun ENTSPIEGELT
    Hatten wir das nicht schon mal – dass man einem Volk vorschreiben wollte, was gut und was schlecht ist?
    Ich kenne das Buch nicht – aber dieses Primanergetue einer Zeitschrift, die selbst mehr Dreck am Stecken hat, als viele andere, geht mit einfach gegen den Strich.

  13. Dass man beim Spiegel keinen Bock hat, solch einem Buch auf der eigenen Liste weitere Aufmerksamkeit zu verschaffen, finde ich verständlich.

    Diese Liste wird zwar kuratiert, das aber nur in einem objektiven Sinne, nicht jedoch subjektiv (Keine Kochbücher, Lexika etc.). Sie erhebt damit auch einen objektiven Anspruch. Und das durchaus explizit, wenn man sich die eigene Erklärung dazu durchliest.

    Kernfehler angesichts dieses Anspruchs war nun, den 6. Platz nicht einfach wegzulassen (wie von Amazon praktiziert), sondern in der Liste alle folgenden Bücher einfach um einen Platz hochzustufen.
    Den Vorwurf der Info-Manipulation haben sich die Spiegels damit redlich verdient.
    Den rechten Neusprech-Schmuddelagitatoren haben sie damit eine wunderbare Steilvorlage geliefert fürs „Zensur- bis Bücherverbennungs- „gekreische.
    Und Leuten wie mir haben sie damit erneut gezeigt, worin mein (unbefriedigtes) Bedürfnis wurzelt, eine andere, brauchbarere Informationsquelle im deutschen Medienangebot zu finden.

    Die nachgelieferte „Erklärung“ dazu macht es dann nur noch trauriger.

    Schöner Nachweis dafür, dass man an der Spiegelspitze nicht mal mehr inhaltlich diskursfähig ist, wenns um politisch relevantes eigenes Agieren geht. Wie wollen die denn dann noch als politisches Magazin ernstgenommen werden?

    Kürzlich habe ich noch über den „Schleiertanz“ als journalistisches Spiegelhochamt gehämt, als es um die Eigen-Statements zu „Spiegel-Daily“ ging. Dieses Statement in eigener Sache macht es noch viel schlimmer.

    Merken die denn gar nichts mehr am Ericus?

  14. Ein Verhalten dieser erschreckenden Art hätte zu früheren Zeiten – also vor 2015 – vielleicht das eine oder andere Presse-Organ inklusive der heute ebenfalls hoffnungslos parteipolitisch verseuchten Gebührensender aufgeschreckt! Es wäre darüber berichtet worden.
    Heute, etwa sieben Wochen vor der, die künftige Freiheit entscheidenden Bundestagswahl, jagt ein Lügner-Presse-Skandal den anderen. Und einer wie der 1. Mann der Spiegelredaktion ist sich keiner Schuld bewusst. Das ist die so genannte „Qualitäts-Presse“, wie man sie kennt – und keiner berichtet darüber, was sich an Schrecklichem (Stichwort: Innere Sicherheit!) Tag und Nacht in der deutschen Öffentlichkeit tut…

  15. Das ist ja ein Ding!
    Eine Bestsellerliste ist nur dann eine Bestsellerliste wenn die Bestseller drinnen sind. Von mir aus auch antisemitische, anti Blauäugige oder anti was auch immer. Da darf niemand eine Auswahl, nach keinerlei Kriterium treffen – außer, wer verkauft am meisten.
    Das ist schlicht komplett unseriös vom Spiegel und da gibt es auch keine zwei Meinungen! Ich bin entsetzt was aus diesem Blatt geworden ist.

  16. Ich denke mal, die Bestsellerliste im STERN ist wesentlich aussagekräftiger. Teile ich hier einfach mal so mit als Ergebnis einer Recherche, nachdem ich mich über die Differenzen in der Spiegel- und der STERNliste gewundert habe.

    Im Übrigen: Wer jetzt noch den Spiegel liest, gehört zu einer speziellen Klientel, die nicht mit Fakten belästigt, sondern mit der Bestätigung der eigenen Vorurteile bedient werden will. Meine Meinung, sorry. Würden jetzt plötzlich die Standards erhöht werden, z. B. indem das Wort „Flüchtling“ durch „Migrant“ oder „illegaler Zuwanderer“ ersetzt wird, würden auch noch die letzten Leser abspringen, nehme ich mal an.

    BTW: Lassen Sie bitte die Kommentarfunktion offen- ich hasse Frontalunterricht.

    1. >> Ich denke mal, die Bestsellerliste im STERN ist wesentlich aussagekräftiger. <<

      Der STERN gehört Bertelsmann (Familie Mohn), die auch 26% am Spiegel halten, seit sie Gruner+Jahr aufgekauft haben …
      Ich wage zu bezweifeln, dass hier ein großer Qualitätsunterschied zu finden ist.

      Es sind schließlich nurn eine handvoll Medienkonzerne, die unsere gesamte Meinungswelt lenken. Sich dieser "Manipulation" zu entziehen, sie immer wieder aufzudecken, scheint mir mE nicht so einfach, denn das hat nichts mit Bildung zu tun… Sondern mit permanent vorausgesetzter Bewusstheit beim konsumieren!

      Diese Konzerne versuchen fortgesetzt uns vor jeglicher Kontroversität zu "schützen". o.o

      Ich informiere mich mittlerweile sowohl aus den "alternativen" Medien, wie auch aus dem, was es so am Kiosk gibt. Aber vor allem lese ich auch dort, wo man es "verboten" bekommt; Da, wo der Maulkorb hängt…
      Selbstverständlich muss ich mir dann auch die Mühe machen, meine eigene Meinung zu finden!
      Mühevoll? Ja.

  17. Selbstverständlich hat „Der Spiegel“ das Recht auf (s)eine eigene Meinung. Und wenn die Macher des Magazins der Ansicht sind, dass der Inhalt des Buchs „Finis Germania“ jenseits dessen ist, was man weltanschaulich ertragen kann, so fällt es unter das Hausrecht, das Buch aus der eigenen(!) Bestsellerliste zu streichen. Wohlgemerkt, es ist die SPIEGEL-Liste und nicht die Verkaufsrangliste des Deutschen Buchhandels oder die Top20-Liste von Amazon und Co.. Nach dem Eingriff ist diese Liste allerdings unglaubwürdig und ein Fall für die Mülltonne.

    Nun sollte man wenigstens erwarten dürfen, dass eine substantielle Begründung für die doch ziemlich drastische Entscheidung angeben wird. Denkste. Nur einfach zu behaupten, das Werk sei „rechtsradikal, antisemitisch und geschichtsrevisionistisch“…Punkt, und das war’s dann, ist meines Erachtens ein bisschen wenig. Ich hingegen mutmaße einfach mal, dass die Aussagen von Sieferle dem Spiegel politisch/ideologisch nicht genehm sind und man mit seiner Bücherliste dem weltanschaulichen Gegner nicht auch noch höchstselbst Wasser auf seine Mühlen leiten will. Menschlich absolut verständlich, allerdings auch, so mein persönliches Empfinden, ziemlich kleingeistig, provinziell und unsouverän. Wer so verzagt handelt, der agiert nicht mehr, sondern reagiert nur noch. Das ist letztlich ein Zeichen von Unsicherheit, Selbstzweifel und Selbstaufgabe. Wie armselig eigentlich, oder?

  18. Da dürfte Götz Kubitschek das eine oder andere „Glas Sekt“ aufmachen über so viel ARROGANTER STRUNZDUMMHEIT.

    Hoffentlich geht das Heftchen jetzt richtig durch die Decke und beschert dem Rittergut in Stadtroda einen neuen Turm.

    Ein weiterer Fall von: Wenn der Mainstream kotzt MUSS es gut sein

    Oder, Stefan Winterbauer??

  19. Vollkommen peinlich und weit jenseits der alten Glanzzeiten unter Rudolf Augstein, was sich unter den heutigen Lemuren wie Brinkbäumer oder Frau Beyer beim „Spiegel“ abspielt. Eigentlich sollten sich diese Damen und Herren schämen, wenn sie es denn könnten. Das verklemmte Verhalten der „Spiegel“-Spitze zu einem vom eigenen Redakteur empfohlenen Buch eines verstorbenen Autors ist ein gutes Zeitdokument über die heutigen Verhältnisses hierzulande und speziell über den Niedergang von souveränem Journalismus und des Anstands. Ein Buch aus einer Liste auszuradieren, nicht weil es nicht mehr gekauft wird, sondern einem der Inhalt nicht passt, zeugt von der Krise eines Systems.

  20. Eine nach Verkaufszahlen „objektive“ Sellerliste zu vermengen mit „subjektiver“ Meinung ist nicht nur dumm und verwerflich. Sondern auch schlechter Journalismus, wo die Trennung von Information und Meinung zum Handwerk gehören sollte.
    Ein erbärmliches Verhalten von ‚Der Spiegel‘. Ein gefundenes Fressen für die Schreier der „Lügenpresse“. Man kann Ihnen immer weniger widersprechen…
    Vollends zum Tollhaus wird die Nummer, wenn man bedenkt, dass just ein ‚Spiegel‘-Redakteur das Buch empfohlen hat.

  21. Streisand-Effekt – aber die sind zu strunzdumm und ideologie-verblendet, um so etwas zu kennen.

    @Spiegel
    Geh endlich sterben! Deine Zeit ist lange abgelaufen!

    @Journaille
    Lügner in die Produktion – am besten nach Workuta – und nehmt die Politiker mit!

  22. Es werden Sichtweisen in die Gesellschaft hineingepreßt in der eindeutigen Absicht, nur vorbestimmte Sichtweisen gelten zu lassen. Sofern man erkennt, welche Konsequenzen dies für eine Gesellschaft inzwischen nach sich zieht, dürfte man bereits in Angst und Bange leben.

    Akteure, die sich hierbei ihre Bühne erstritten haben und dementsprechend eigentlich Verantwortung tragen sind aufgrund ihrer Veranlagung für eine Gesamt-gesellschaftliche Rolle ungeeignet, können dies aber in Folge ihrer eigenen Prägung nicht erkennen. Sie halten sich im Gegenteil für besonders geeignet.

    Vielleicht ein Problem der Auslesekriterien, die unsere Gesellschaft entwickelt hat. Eher denkbar handelt es sich um Raffinesse, um Technik derjenigen, welche die Schwachpunkte unserer Mentalität analysieren und schonungslos durch Begriffswahl und ausgebrachte Delegitimierungen und Diffamierungen ausnutzen. Ich kenne das Buch Finis Germaniae nicht, womöglich wird Brinkbäumers Unterbewußtsein sich gegen eine Offenlegung gewehrt haben.

    Die bei uns an die Wand gedrückte Minderheit sollte aufhören, sich über solche Leute zu echauffieren. Es bringt nichts mehr. Diese Leute kontrollieren sowohl den Zugriff auf die öffentliche Wahrnehmung unserer Gesellschaft und befinden sich dabei in Komplizenschaft mit einem politischen Machtgefüge, welches ihrerseits eine Opposition nur noch dem Anschein nach aufführt.

    Es gleicht eher einem totalitären System, freilich unterhalb der öffentlichen Wahrnehmungsschwelle agierend. Diese Schwelle muß aufrechterhalten, dieser Nebel darf nicht durchstoßen werden. Ob das Buch an dieser Schwelle kratzen könnte entzieht sich meiner Kenntnis, ich bin da eher skeptisch. Aber man will wohl nichts riskieren.

    Uns bleibt nichts als sich lediglich noch denjenigen zuzuwenden, die für eine offene Gesellschaft erreichbar bleiben wollen. Entziehen wir unseren Dressur-Eliten jede Form von Aufmerksamkeit und Zuwendung. Denn dieses sind die Einfallspforten, an denen sie uns abfangen um uns hineinziehen, d.h. gefangennehmen zu können.

  23. Ideologe Brinkbäumer hat sich damit wohl endlich komplett selbst abgesägt, der Spiegel ist mittlerweile nur noch peinlich.

    Bei Niggi hat ein Kommentar interessantes angemerkt, Hit*ers Mein Kampf war monatelang in den Spiegel Listen vertreten und war nach Spiegel lesart dann offenbar nicht antisemitisch.

    Wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, eine BestSELLER Liste zu bearbeiten, zumal noch als Journalist, bleibt unbegreiflich.

    Das ist 100% Fake-News und Lügenpresse

    1. Jeder sollte sich mal klarmachen, wie sich Brinkbäumers „Ansatz“ wohl auf die übriegen Inhalte des Spiegels auswirken muss.

      Ein Wahnsinn, gerade auch im historischen Kontext.

  24. Immerhin schafft es der fürchterliche nette kollege brinkbäumer den bemitleidenswerten spiegel bald von der print-bestsellerliste zu hieven. belustigt und fassungslos verfolgt man diesen niedergang…

      1. Mir gefällt die Versenkung. Nur schade um die Akademiker, welche sich ihre neue Bild-für-Akademiker aussuchen müssen.

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