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Wahlkampfmanager entmachtet, Kritik an Kampagne: neue Spezialeinheit soll AfD aus PR-Krise führen

Die AfD-Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland sollen den bisherigen Wahlkampfmanager entmachtet haben
Die AfD-Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland sollen den bisherigen Wahlkampfmanager entmachtet haben

Im AfD-Wahlkampf läuft es nicht rund. Vor allem nicht bei der PR-, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Partei präsentiert sich zerstritten und die Medien springen nicht mehr auf jede Provokation an und im Web wird das Social-Media-Team der Fake-News-Verbreitung überführt. Jetzt soll es eine neue "Spezialeinheit" richten.

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Wie die Bild berichtet, wurde in der Parteizentrale gerade ein neues „Spezialkräfte“-Team um die beiden Spitzenkandidaten Alexander Gauland und Alice Weidel gebildet. Insgesamt soll das „Kommando Spezialkräfte“ aus sieben Personen bestehen. Diese sollen das bisherige Wahlkampf-Team entmachtet und die Führung der Kampagne übernommen haben.

Bereits am gestrigen Donnerstag hatte der Focus berichtet, dass der bisherige AfD-Wahlkampfchef Michael Büge abgelöst worden sei. So soll der frühere Berliner CDU-Staatssekretär bereits einen neuen Job suchen. Als Grund für die Demission nennt der Focus schwere Meinungsverschiedenheiten mit Spitzenkandidatin Alice Weidel. Die AfD-Frontfrau soll unzufrieden mit den von Büge verantworteten Plakatentwürfen gewesen sein, die sie als zu radikal empfand.

Die Bild zitiert aus einem Geheimpapier von Co-Spitzenkandidat Alexander Gauland, in dem er kritisiert, dass der Partei auf inhaltlicher Ebene „derzeit die zentralen Kernbotschaften, die die Wähler mit der AfD assoziieren“, fehlen würden. Zudem verschwimme, wofür die AfD eigentlich stehe. Laut Bild soll sich das neue Team nun „kluge Provokationen“ ausdenken, die der Alternative für Deutschland wieder eine „erhöhte Medienaufmerksamkeit“ verschaffen sollen.

Das wird jedoch nicht so einfach. Denn in den Medien selbst wächst das Bewusstsein für die Provo-Taktik der Partei. Bestes Beispiel dafür ist das Wehklagen von Parteichef Jörg Meuthen, dass kaum noch Vertreter der Alternative für Deutschland in Talkshows eingeladen würden.

In einer neuen Analyse und Handreichung zum Verhältnis der „Medien und der AfD“, rät die Otto Brenner Stiftung und ihr Autor Bernd Gäbler, dass sich ein Journalist nicht missbrauchen lassen soll, „wie ein Pawlowscher Hund, der bei jedem offensiv gesetzten Reiz exakt tut, was von ihm erwartet wird, nämlich der Provokation empört eine möglichst große Bühne zu verschaffen. Es ist Zeit, diese automatisierte Logik zu durchbrechen.“

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Nicht gerade Image-fördernd für die AfD sind zudem Recherchen, wie die des Faktenfinders. Die Social-Media-Spürnasen der „Tagesschau“ berichten, das die AfD ein offensichtliches Fake-Foto, das von der Twitter-Nutzerin Dora Bromberger gepostet wurde, geretweetet haben soll. Auf ihm ist eine junge Frau mit einem Stein in der Hand vor der roten Flora in Hamburg zu sehen. Dazu der Spruch: „Flora bleibt! Besetzte Häuser erkämpfen und verteidigen!“

Das Ganze ist eine Fotomontage. In ein Bild aus einem Video wurde der Text montiert. Besonders lustig: Auf dem Foto ist Antonia Niecke zusehen. Die 26-Jährige ist Vorsitzende der Jungen Union in Hamburg. Das Bild wurde aus einem Wahl-Video geklaut, in dem die Jung-Politikerin durch die Sternschanze läuft. Am Ende hält sie dann Stein in der Hand und sagt: „Jeder Extremist ist Mist.“

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