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Trendforscher Horx: „Streit-Shows“ im TV sind überholt

Forscher Matthias Horx (li.) hält die TV-Talk-Kultur für nicht mehr zeitgemäß
Forscher Matthias Horx (li.) hält die TV-Talk-Kultur für nicht mehr zeitgemäß

Politik und Talkshows brauchen nach Ansicht des Zukunftsforschers Matthias Horx einen anderen Ton und ein anderes Klima, um die Menschen für sich zu gewinnen. Die aktuellen Diskussionsrunden im Fernsehen seien "Streit-Shows", die die vorherrschende "Erregungspolitik" befeuerten, sagte Horx in Berlin. Das schrecke Menschen ab.

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Statt polarisierender Verbalattacken müsse es in Politik und Medien mehr Dialog geben, ein Ringen um Argumente und Begriffe. Horx empfahl, dem „Gift, was da gegenseitig immer versprüht wird, und was das Erregungskapital der Medien ist, dem etwas entgegenzusetzen, wo wir staunen können“.

Horx stellte mit Experten seines Zukunftsinstituts (Frankfurt/Main) und mit dem Institut Nextpractice (Bremen) am Mittwochabend eine Analyse mit dem Namen „Next Germany – Aufbruch in eine neue Wir-Gesellschaft“ vor. Darin argumentieren die Studienmacher, dass in der deutschen Gesellschaft in den vergangenen 10 bis 20 Jahren ein Werte-Bruch stattgefunden habe. Es gebe zwei große Gruppen – Individualisten und wir-bezogene Menschen -, die einander kaum noch verstehen würden.

Gleichzeitig sei das alte Links-Rechts-Schema der Politik nicht mehr passend für eine moderne „Netzwerk-Gesellschaft“. Diesem Wandel würden weder die klassischen Parteien noch viele Medienformate gerecht. Polarisierung und alte Entweder-oder-Konzepte seien überholt, sagte Horx: „Gelungene Zukunftspolitik ist ein Tanz der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen miteinander.“

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